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Albertus-Magnus-Gymnasium

 

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeisters Hans Schaidinger anlässlich der Übergabe der neuen Räumlichkeiten für das G8 und die Nachmittagsbetreuung am Albertus-Magnus-Gymnasium am Dienstag, 17. Juli 2007

 

Anrede,

vor ziemlich genau zwei Jahren, im Mai 2005, konnten wir das 500-jährige Bestehen des Albertus-Magnus-Gymnasiums feiern.

Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer haben über diese historische Strecke den guten Ruf des ältesten und ersten Gymnasiums Regensburgs begründet und sein Ansehen in der Stadt gefestigt.

In dieser langen Zeit haben sich jedoch nicht nur die schulischen, sondern auch die gesellschaftlichen Strukturen entscheidend verändert.

Da aber Bildung - mehr denn je - der Schlüssel für eine humane und sozial gerechte, wirtschaftlich erfolgreiche und kulturell vielfältige Zukunftsgesellschaft ist, hängt es wesentlich von der Qualität unserer Schulen ab, ob wir den Herausforderungen gewachsen sind, mit denen uns die Welt schon heute konfrontiert.

Zu den Herausforderungen unserer Zeit gehört u.a. auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Und weil die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für viele nicht selten von
existenzieller Bedeutung ist, beschloss der Stadtrat vor zwei Jahren, u.a. auch am AMG für eine schon vorhandene Nachmittagsbetreuung und das zwischenzeitlich eingeführte G8 die dafür erforderlichen Räume zu schaffen.

Der Verein der Freunde des AMG hatte die Zeichen der Zeit schon früh erkannt und bereits 1999 in Kooperation mit dem benachbarten Don-Bosco-Zentrum für die Schülerinnen und Schüler eine Betreuung nach dem Unterricht eingerichtet.

Sie umfasste einen Mittagstisch, Sport und Spiel in der Mittagspause, Hilfe bei den Hausaufgaben durch Schülertutoren sowie Ergänzungsunterricht in verschiedenen Fächern.

Damit war das AMG (wiederum) das erste öffentliche Gymnasium in Regensburg, das Alleinerziehenden oder Eltern, die aus anderen Gründen darauf angewiesen waren, ein solches Angebot gemacht hat.

Dass der Schule nun allerdings erst als zweiter - nach dem Albrecht-Altdorfer-Gymnasium - die neuen Räume für „Nachmittagsbetreuung und G8“ übergeben werden, liegt nicht etwa an der Prioritätensetzung der Stadt, sondern daran, dass die Baumaßnahme noch etwas umfangreicher war und darum auch länger gedauert hat.

Ich freue mich deshalb umso mehr, heute bei Ihnen zu sein und die neuen Räume nun auch offiziell ihrer Bestimmung übergeben zu können.

Die Stadt Regensburg bekennt sich auch mit dieser Baumaßnahme ausdrücklich zu ihrer Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen. Und sie macht damit erneut deutlich, dass sie einem optimalen Zustand und einer bestmöglichen Ausstattung „ihrer“ Schulen hohe Priorität einräumt.
Nach Fertigstellung unserer zweiten „G8-Maßnahme“ ist nun auch das Albertus-Magnus-Gymnasium - wie ich meine - für die Zukunft gut gerüstet.

Wir können uns heute über ein Ergebnis freuen, das den Ansprüchen an ein modernes G8 mit Nachmittagsbetreuung gerecht wird.

Bis zum eigentlichen Baubeginn, Anfang Juni 2006, waren allerdings etliche Umplanungen erforderlich, die - wie beim AAG - nicht zuletzt ihre Ursache darin hatten, dass vom Kultusministerium im Juli 2005 die Förderung nach dem IZBB-Programm nochmals „modifiziert“ wurde.

Dies hatte zur Folge, dass - im Gegensatz zur vorherigen Planung - drei Klassenzimmer im Westtrakt nicht verlegt werden konnten, ein Mehrzweckraum ganz entfiel und die neu zu errichtenden Lern- und Aufenthaltsräume für das Betreuungsangebot im Osttrakt eingeplant werden mussten.

Dennoch - so meine ich - können wir und kann die Schule mit dem Resultat durchaus zufrieden sein, auch wenn es „ein bisschen mehr“ hätte sein dürfen.

Entstanden sind nun im Westtrakt eine Versorgungsküche mit einem kombinierten Speisesaal- und Aufenthaltsbereich, die durch Umbau und Erweiterung der ohnehin zu kleinen Pausenhalle geschaffen wurden.

Darin können insgesamt 120 Schülerinnen und Schüler (in zwei Schichten zu jeweils 60) mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden.

Die im Westtrakt aufgelöste Pausenhalle hat man nun im Osttrakt durch den Umbau des ehemaligen Mehrzweckraums, des Windfangs und des Hausmeisterdienstzimmers sowie durch eine Erweiterung zur Hans-Sachs-Straße hin als „Aula“ neu gestaltet.

Den drei neuen Räumen für die Nachmittagsbetreuung musste die in diesem Bereich ebenfalls einmal angesiedelte staatliche Schulberatung weichen.
Sie ist in der Zwischenzeit im Gebäude am Weinweg bestens untergebracht.

Hervorzuheben ist, dass der umgebaute Mehrzweckraum um 90° gedreht wurde und nun auch als Bühne genutzt werden kann.

Die Kosten für die reine G8-Maßnahme belaufen sich auf insgesamt rd. 790.000 €. Dieser Betrag wird aufgrund des in der Verfassung verankerten Konnexitätsprinzips in voller Höhe zur Erstattung beim Freistaat Bayern beantragt.

Nach Abzug weiterer Fördermittel (u.a. für die Räume der Nachmittags-betreuung) verbleiben von den Gesamtkosten in Höhe von rd. 2,6 Mio. € - einschließlich Einrichtung und Ausstattung - vorläufig noch rd. 1 Mio. € bei der Stadt Regensburg selbst.

Nach der Vollendung dieser Baumaßnahme darf ich nun all denjenigen danken, die an ihrer Umsetzung mitgewirkt haben: dem Stadtrat für den Beschluss und die Bereitstellung der Mittel, der Regierung der Oberpfalz bzw. dem Freistaat Bayern für die Genehmigungen und die finanzielle Unterstützung,dem Architekturbüro Stürzl für die gelungene Planung sowie allen bauausführenden Firmen und allen beteiligten städtischen Ämtern.

Danken möchte ich aber auch der Schulleitung, dem Lehrerkollegium und den Schülerinnen und Schüler des AMG, dass sie die unvermeidbaren Beeinträchtigungen des Schulbetriebs während der Bauzeit ohne Klagen in Kauf genommen haben und schließlich danke ich auch den beiden Geistlichen für die nachfolgende Segnung der Räume.

Die neuen Räume bieten allen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ein warmes Mittagessen einzunehmen und den Teilnehmern an der Nachmittagsbetreuung steht jetzt ein eigener Bereich im Schulgebäude zur Verfügung.

Mit dieser zweiten „Mensa“ leistet die Stadt Regensburg nun einen weiteren Beitrag für die Mittagsversorgung von Schülerinnen und Schülern an einem ihrer vier staatlichen Gymnasien.

Der Schule selbst bietet sich damit aber auch eine pädagogische Chance, nämlich das Thema „gesunde Ernährung“ noch gezielter in den Schulalltag zu integrieren.

Neben einer gesunden Kost im Elternhaus gehört - aus meiner Sicht – eine vollwertige und attraktive Verpflegung auch unabdingbar zu einem schulischen Ganztagsangebot.

Bei einer Anhörung vor dem Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags zum „G8“ fasste, einem Bericht der SZ vom 9. Juli zufolge, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes, Max Schmidt, die Erfahrungsberichte der Experten so zusammen:
„Das G8 funktioniert dort, wo die Rahmenbedingungen stimmen."

Von „gigantische Unterschieden" zwischen den Gymnasien berichtete z.B. die Vorsitzende der Landesschülervertretung.

Sie konnte nur staunen, als sie von einzelnen Schulen hörte, in denen Mittagsbetreuung und -verpflegung im Sinne der Schüler geregelt, der Unterricht rhythmisiert oder die Integration von Hausaufgaben in den Unterricht standardisiert sei.

Sie selbst und viele ihrer Schülersprecherkollegen in ganz Bayern erlebten das G8 dagegen als „Schule mit mehr Stunden, höherem Leistungsdruck und weniger Freizeit".

Nach Max Schmidt, dem bereits zitierten Vorsitzenden des Bayerischen Philologenverbandes, sei die neue Schulform „noch immer eine Baustelle".

Gemeinsam mit den Vertretern der kommunalen Spitzenverbände kritisierte Schmidt durch das G8 neu entstandene Probleme bei der Schülerbeförderung im ländlichen Raum und zu knapp bemessene Landesmittel für G8-bedingte Umbaumaßnahmen an den Schulen.

Dieser Kritik, meine sehr geehrten Damen und Herren, habe ich nichts hinzuzufügen.

Die Stadt Regensburg hat jedenfalls ihre „Hausaufgaben“ gemacht und sie zum Wohle der Schülerinnen und Schüler auch gern gemacht.

Ich hoffe deshalb, dass die dem AMG nun zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ebenfalls gern und rege genutzt werden und dadurch auch manche der mit dem G8 verbundenen Schwierigkeiten leichter zu meistern sind. Die äußeren Rahmenbedingungen dafür sind jedenfalls geschaffen. Die „innere Umsetzung“ liegt nicht in unseren Händen.

Ich wünsche der Schulleitung und ihren Lehrkräften darum viel Erfolg bei ihren weiteren Bemühungen und der gesamten Schulgemeinschaft Freude an den neuen Räumen.