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50. Geburtstag Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss

-Es gilt das gesprochene Wort-

Ansprache von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich des Empfangs zum 50. Geburtstag von Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss am Samstag, 30. Juni 2007

Anrede

„Wer im zwanzigsten Jahr nicht schön, im dreißigsten nicht stark, im vierzigsten nicht klug, im fünfzigsten nicht reich ist, der darf danach nicht hoffen.“

Diese Worte, sehr verehrter Herr Regionalbischof, stammen nicht von mir, sondern von einem Mann, der sie sicherlich täglich begleitet, wenn Sie Ihr Amt ausüben, dem sie sich aber vermutlich auch persönlich sehr verbunden fühlen, nämlich von Martin Luther.

Was der große deutsche Kirchenreformer gesagt hat, erscheint mir bedenkenswert. Wer seinen fünfzigsten Geburtstag feiert, sollte Reichtum angehäuft haben. Möglicherweise auch im materiellen Sinn, ganz sicher aber im geistigen. Er sollte auf einen Schatz an Erfahrungen zurückgreifen, Besonnenheit und Umsicht sein Handeln bestimmen lassen können und Entschlüsse mit Weisheit fassen.

All dies ist nicht allein mit äußerlicher Schönheit oder körperlicher Kraft zu schaffen – dazu braucht es innere Werte. Sie, sehr verehrter Herr Regionalbischof, dürfen hoffen, denn alles, was Sie sich bis zum 40. Lebensjahr erworben haben, konnten Sie in den vergangenen zehn Jahren mehren und durch viele Erfahrungen anreichern.

Aus diesem Grund ist es mir nicht nur eine große Freude, sondern zugleich auch eine besondere Ehre, dass ich Ihnen die Glück- und Segenswünsche der Stadt Regensburg zu Ihrem 50. Geburtstag überbringen darf.

Runde Geburtstage sind bekanntlich immer ein Grund zum Feiern. Mit dem 50. Geburtstag, den Sie heute begehen, können Sie auf ein halbes Jahrhundert an Lebenserfahrungen zurückgreifen.

Und damit können Sie, sehr geehrter Herr Regionalbischof Dr. Weiss, auch zufrieden auf beachtliche Leistungen und erfolgreiches Wirken zurückblicken.

Sie stehen voll im Leben und haben vor drei Jahren eine neue Herausforderung angenommen, die Sie hier zu uns in das schöne Regensburg geführt hat.

Mit dem Amt des Regionalbischofs ist Ihnen eine verantwortungsvolle Aufgabe übertragen worden, die Sie auch in Zukunft besonders in Anspruch nehmen wird und Ihnen die Möglichkeit gibt, dem lutherischen Wort weiterhin getreulich zu folgen

Ihnen untersteht ein riesiger Kirchenkreis, der ein Drittel des Freistaates Bayern einnimmt und sich von der Nordoberpfalz bis Schrobenhausen im Süden und von Simbach am Inn im Osten bis kurz vor Eichstätt im Westen erstreckt.

Auf diesem Gebiet leben rund 310 000 evangelische Christen, die aber im katholischsten Teil Bayerns nur einen Anteil von unter 20 Prozent ausmachen. Eine Tatsache, die Sie, sehr geehrter Herr Regionalbischof Dr. Weiss aber als Herausforderung für die Zukunft angenommen haben.

Angesichts der Größe des Kirchenkreises Regensburg, der auch bedeutende Städte wie Passau, Landshut oder Ingolstadt umfasst, ist und bleibt es für die ehemals protestantische freie Reichsstadt Regensburg etwas Besonderes, dass sich der Sitz des Regionalbischofs hier bei uns befindet.

Wir sehen darin eine Fortsetzung ihrer reichsstädtischen Tradition.

Mit Ihrer Präsenz üben Sie, sehr geehrter Herr Regionalbischof Dr. Weiss, eine wichtige Funktion in der Stadt Regensburg aus. Nicht nur der ökumenische Dialog zwischen den Kirchen, sondern auch die Zusammenarbeit der Kirchen mit den weltlichen Institutionen ist heute von besonderer Bedeutung.

Der gemeinsame christliche Glaube ist Grundlage unserer westlichen Kultur. In einer Zeit des Pluralismus, der Auflösung der Werte und der zunehmenden Orientierungslosigkeit, geben die Kirchen den Menschen den Halt und stiften Werte und Werthaltungen, die der Staat braucht, aber selbst nicht schöpfen kann.

Gerade darauf haben Sie, sehr geehrter Herr Regionalbischof, Ihren Schwerpunkt gelegt. Es ist Ihnen ein besonderes Anliegen, im ökumenischen Gespräch und Kontakt das Profil der evangelischen Kirche sichtbar und verständlich zu machen und an der Vertiefung der Ökumene mitzuarbeiten.
Sie nähern sich aber auch mit besonderem Gespür dem Lebensgefühl der Menschen in unserer modernen Zeit.

Sehr geehrter Herr Regionalbischof Dr. Weiss, viele Menschen – evangelische und nicht evangelische - schätzen und achten nicht nur Ihre Arbeit, sondern insbesondere Sie als Menschen. Hierzu möchte ich ein weiteres Zitat von Martin Luther anführen:

„Soll das Werk gut gelingen, so muss zuerst der Mann gut sein, der das Werk tut. Wo nichts Gutes inne ist, da geht nichts Gutes aus.“

Von Ihnen, sehr geehrter Herr Regionalbischof Dr. Weiss, ist bereits sehr viel Gutes ausgegangen. Wir hoffen alle, dass Sie auch in Zukunft noch viel Gutes bewirken können.

Somit wünsche ich Ihnen für Ihr neues Lebensjahr und Lebensjahrzehnt – auch im Namen der Stadt Regensburg – Gesundheit, weiterhin viel Kraft in Ihrem Amt, aber auch Freude am Leben, mit der Familie und vor allem Gottes Segen.