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21. Oberpfälzer Zahnärztetag

 

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Eröffnungsveranstaltung des  21. Oberpfälzer Zahnärztetages am Donnerstag, 5. Juli 2007, 18.30 Uhr, im Historischen Reichssaal des Alten Rathauses


Anrede

Als ich die Mitteilung erhielt, dass ich die Ehre habe, anlässlich der Eröffnung des 21. Oberpfälzer Zahnärztetags ein Grußwort an Sie zu richten, habe ich – Sie werden es mir verzeihen – automatisch an meinen letzten Zahnarztbesuch gedacht und irgendwie habe ich sogar auf dem Weg hierher ein ähnliches Gefühl gehabt, wie beim Gang ins Sprechzimmer. Üblicherweise heißt es dann dort:
„Bitte den Mund schön weit aufmachen“  . . . allerdings weniger zum Reden.

Deshalb ist es mir nicht nur eine große Ehre, sondern – gerade unter diesem Aspekt – heute zugleich eine besondere Freude, dass ich Sie hier bei uns in Regensburg, und zwar im Historischen Reichssaal, begrüßen und recht herzlich willkommen heißen darf. Schließlich ist es viel angenehmer, hier zu stehen, als auf dem Behandlungsstuhl zu sitzen.

Obwohl ein jeder weiß, dass Zahngesundheit ein sehr komplexer Begriff ist, der weit über die kosmetische oder ästhetische Bedeutung hinaus geht, der sogar psychosoziale Aspekte aufweist, geht man doch eher ungern zum Zahnarzt.

Trotzdem entscheidet gerade Ihr Berufsstand täglich über das Wohl und Wehe von Menschen. Oft haben sekundenschnelle Entscheidungen jahrzehntelange Konsequenzen. Kaum jemand sonst hat so oft so viel unmittelbare Verantwortung - im wahrsten Sinne des Wortes - in seinen Händen. 
 
Merkwürdig ist nur, dass Zahnschmerzen, besonders die ganz unerträglichen, zumeist dann auftreten, wenn das Wochenende vor der Tür steht...

Gesunde Zähne sind von elementarer Wichtigkeit – das macht uns schon der Volksmund mit seinen sinnbildlichen Redewendungen für alle Lebenslagen deutlich.

Schließlich können nur diejenigen

  • „den richtigen Biss haben“,
  • „jemandem die Zähne zeigen“ oder
  • „mit den Zähnen knirschen“,

die auch intakte Zähne im Mund haben.

Eben solche sind aber gleichermaßen notwendig, wenn ich ein schönes Lächeln zeigen will. Spontan fallen mir dazu Sprichworte ein, wie

  • „der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist das Lächeln“ oder
  • „Lächeln ist die eleganteste Art, dem Gegner die Zähne zu zeigen.“

Wie wichtig gesunde Zähne im Leben eines Menschen sind und welch wichtiges Standbein die Zahnheilkunde im Gesundheitswesen hat, wird am Beispiel Regensburg deutlich. Von den in Regensburg niedergelassenen Ärzten – es sind rund 450 – praktiziert rund ein Viertel im Fachbereich Zahnheilkunde. Ich denke, diese Zahlen machen auch deutlich, dass wir in unserer Stadt über eine ausgewogene medizinische Versorgung verfügen.

Das wiederum deckt sich mit dem Anliegen und der Aufgabe der Kommunalpolitik, für das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt zu sorgen. Dieses Wohlergehen, meine sehr geehrte Damen und Herren, stand für Regensburg zu allen Zeiten stets an erster Stelle.

Über Jahrtausende hinweg von großen Zerstörungen weitgehend verschont, spürt man hier in allen Winkeln der Altstadt den Charme von zwei Jahrtausenden, aber ebenso das pulsierende Leben der Gegenwart.
 
Wir sind zugegebenermaßen eine steinalte Stadt, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Schon im frühen Mittelalter hat die Bürgerschaft hier ihre Stadthäuser und die Geschlechtertürme aus Stein mauern können, so dass diese noch heute existieren.

Das war zu jenen Zeiten nur möglich, weil in Regensburg schon im
12. Jahrhundert der Wohlstand zuhause war. Nur wer reich war, konnte mit Stein bauen. Und wir Regensburger waren eben "steinreich".

Aber „steinern“ und „steinalt“ ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit „starr“ und „unbeweglich“.

In Regensburg konnten Freiheits- und Bürgerrechte ebenso gedeihen, wie Wirtschaft und Forschung. Und trotz unserer lebendigen Vergangenheit und reichen Tradition ist das Regensburg von heute – mit seinem unverwechselbaren Stadtbild – keine Museumsstadt.

Mit weit über 150 000 Einwohnern sind wir das Zentrum Ostbayerns. Eine junge Universitätsstadt und ein moderner Wirtschaftsstandort mit gesunden Entwicklungsmöglichkeiten.

Der Kommunalpolitik fällt dabei die besondere Aufgabe zu, diese Lebensqualität weiter zu entwickeln. Eine besondere Rolle kommt dabei – wie gesagt – dem System der gesundheitlichen Versorgung zu. Aber nur gemeinsam können wir die Voraussetzungen für unser Gesundheitswesen schaffen zum Nutzen und zum Wohl der Menschen, die davon abhängig sind.

Dem 21. Oberpfälzer Zahnärztetag wünsche ich von ganzem Herzen einen guten und effektiven Verlauf mit guten und vielen Impulsen für die tägliche Arbeit. Gleichzeitig hoffe ich, dass Ihnen trotz Ihrer Arbeit noch ausreichend
Zeit bleibt, unsere Stadt ein wenig kennen zu lernen.

Genießen Sie die Regensburger Gastfreundschaft.
Und - behalten sie unsere Stadt in guter Erinnerung.

Auf Wiedersehen in Regensburg.