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1000 Jahre Geschichte am Regen

 

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich eines Empfangs für die Bürgerschaft Reinhausens zum Jubiläum „1000 Jahre Geschichte am Regen“ am 16. Mai 2007, 20 Uhr, Altes Rathaus, Reichssaal


Anrede

Lassen Sie mich zurückdenken:
Man schreibt das Jahr 1007. Heinrich II. marschiert gegen die Polen, die ihrerseits bis zur Elbe gegen das Erzbistum Magdeburg vordringen.

Aus diesem Jahr – für den weiteren Verlauf der Weltgeschichte vielleicht nicht unbedingt bedeutsam, aber für uns in Regensburg durchaus ein großes Ereignis! – datiert auch die erstmalige Erwähnung Reinhausens als Reginhusen – was nichts anderes bedeutet als die „Häuser am Regen“.

Der kriegsführende Kaiser also hatte noch Zeit und Muße gefunden, eine Urkunde auszufertigen. Im Namen der „heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit“ verfügten „Wir Heinrich, durch Gottes Gnade König und Kaiser“, dass „unserem Stift in Bamberg drei Herdstätten nächst der Donau, zwei bei der Brunnleiten und zwei bei Reginhusen geschenkt“ werden. Trotz einer besiegelten Urkunde wurde die Echtheit der Schenkung in späterer Zeit angezweifelt …was aber hier nichts weiter zur Sache tut, gilt es für uns lediglich, die Gründung des heute unzweideutig zu Regensburg zählenden Stadtteils Reinhausen vor 1000 Jahren zu würdigen.

Regensburg und Reinhausen: Der unvergessene Karl Bauer schrieb in seinem Standardwerk, dass hier zwei Welten einander begegnen, ich zitiere: „Kleinstädtische Idylle an den Gestaden des Regens und moderne Großstadt mit ragenden Hochbauten und funkelnden Ladenzeilen.“ Betrachten wir diese Darstellung als Momentaufnahme, denn entlang der Flüsse ist vieles im Fluss und ich bin mir nicht sicher, ob die rund 8800 Reinhausener Bürgerinnen und Bürger etwa in ihren Urlaubsorten erzählten, sie verbrächten die schönsten Wochen des Jahres bevorzugt außerhalb ihrer Kleinstadtidylle.

Die Reinhausener sind seit über 80 Jahren Regensburger, am 1. April 1924 wurde Reinhausen wie auch die damals auch noch selbstständigen Gemeinden Stadtamhof, Sallern, Weichs, Winzer, Keilberg und Schwabelweis eingemeindet. Nicht nur Dialektforscher, sondern alle, denen das bayerische Idiom geläufig ist, können noch heute zwischen einem Regensburger mit Wurzeln etwa in der Altstadt und einem Regensburger mit Vorfahren in Reinhausen unterscheiden. Sprachlich gesehen ist Reinhausen deutlich bayerischer geprägt. Dazu passt auch die Zwiebelkuppel der Pfarrkirche St. Josef als dem Wahrzeichen der alten Flößersiedlung.

Im amtsinternen Gebrauch ist die Rede vom Stadtbezirk 07, der östlich der Einmündung des Regens in die Donau liegt und mit Steinweg am gegenüber liegenden Regenufer durch die Reinhausener Brücke verbunden ist. Die für den Handel mit Böhmen wichtige Brückenverbindung ist schon seit dem Jahre 1194 bezeugt und hat deshalb eine längere Geschichte aufzuweisen als das Regensburger Wahrzeichen, die Steinerne Brücke.

Interessant auch die Tatsache, dass Reinhausen vor der Eingemeindung 1924 mit rund 5000 Einwohnern das größte Dorf der Oberpfalz war. Die dörfliche Siedlungsstruktur ist noch heute erkennbar. Die topografische Lage setzt der Entwicklung der Einwohnerzahl Grenzen. Man kennt sich noch in Reinhausen. Nicht großstädtische Anonymität bestimmt das Lebensgefühl, sondern nachbarschaftlicher Zusammenhalt.

Das Ortsbild des ursprünglich von Winzern, Fischern und Flößern bewohnten Ortes ist entlang des Regenufers noch immer geprägt von Schopfwalm-Giebelhäusern und hat sich damit eine architektonische Unverwechselbarkeit bewahrt.

Diese Unverwechselbarkeit rührt daher, dass die vom Bayerischen Wald bis hierher angeschwemmten Stämme von den Flößern aus dem Wasser gezogen und verarbeitet wurden. Mit diesem Berufsstand in Verbindung steht auch das Wappen Reinhausens, das den Heiligen Nikolaus mit Axt und Seil zeigt, den Schutzpatron der Flößer und Schiffer.

Meine Damen und Herren, ich nehme an, die wenigsten von Ihnen werden wissen – und ich gebe zu, dass ich es bis vor kurzem auch nicht wusste -, dass Reinhausen nicht immer Reinhausen hieß, obwohl die Zuordnung zum Regen über die Jahrhunderte hinweg völlig eindeutig war. Seit dem Spätmittelalter sind Schreibweisen mit ay, mit ä, mit ai oder auch nur mir a, also Ranhausen, überliefert. Der Reinhausener Lehrer und spätere Rektor der Sonderschule, Hermann Plank, wandte sich an Karl Bauer  mit folgender Darlegung: „Die Gemeinde wollte eine Post haben. Die damalige Postdirektion bezeichnete die Schreibweise mit ai als nicht richtig.“ So lange man sich nicht an der ursprünglichen Ortsbezeichnung „Reginhusen“ orientiere, werde in Reinhausen erst dann wieder Post zugestellt, wenn die Adresse mit ei angegeben werde.

Wir nehmen zur Kenntnis, dass wir uns dem Diktat der damaligen Bundesbehörde unterwarfen. Die Schreibweise ist seither und wohl für alle Zukunft geklärt – und hat sich weltweit durchgesetzt. Ich mache an dieser Stelle durchaus keinen Scherz, denn eines der führenden Wirtschaftsunternehmen Regensburgs und Ostbayerns, die Maschinenfabrik trägt den Namen des Stadtteils, der in diesem Jahr auf eine tausendjährige Siedlungsgeschichte zurückblickt. Die MR ist mit 1100 Arbeitsplätzen nicht nur einer der größten Arbeitgeber der Region, sondern auch ein weltweit erfolgreiches Label und ein Synonym für Erfindergeist, erfolgreicher unternehmerischer Initiative und Qualität.

Doch die 1000-jährige Geschichte Reinhausens hat nicht nur von Erfolgen und glücklichen Fügungen zu berichten. Schwer zu leiden hatte Reinhausen in der Zeit des 30-jährigen Krieges; noch verheerender jedoch wirkten die Folgen des österreichischen Rückzugs über die Regenbrücke 1809 vor den Truppen Napoleons. Beim Abbrennen der Regenbrücke gingen auch 20 Häuser in Flammen auf. Aber schon wenige Jahre später standen 14 neue Häuser im Holzgarten.

Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte Reinhausen zum kurfürstlich bayerischen Pfleggericht und Kastenamt Stadtamhof; 1810 teilte der bayerische Staat Reinhausen dem königlichen Landgericht Regenstauf zu. 50 Jahre später schuf das Königreich Bayern die Bezirksämter. Stadtamhof wurde Sitz einer solchen Behörde, die sich zusammen setzte aus dem ehemaligen Landgerichten Stadtamhof und Regenstauf. Reinhausen kam somit nach Stadtamhof und rückte folglich verwaltungstechnisch ein Stück näher an Regensburg heran.

In dieser Zeit verdient die Sozialstruktur des Ortes besondere Beachtung. Dass damals der Weinbau noch eine große Rolle spielte, beweist die große Zahl von „Weinzierln“. Im Holzgarten mit seinem ertragreichen Schwemmland fanden relativ viele Gärtner ihr auskommen. Regensburg-Forscher Karl Bauer hat eine Liste der ausgeübten Berufe zusammengestellt, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. 1836 gab es in Reinhausen jeweils einen, zwei oder drei Vertreter fast aller Handwerksberufe. Es gab, Fassbinder, Sattler, Sackler, Gärtner, Händler, Maurer, Weber, Hutmacher, Schreiner, Schuhmacher, aber auch einen Gürtler, einen Haffner, einen Kaminkehrer und einen Schmied.
Das Flößerdorf hatte sogar einen Zillenführer.
Um das leibliche Wohl kümmerten sich drei Bäcker und vier Metzger. Zwei Fischer und zehn Gärtner sorgten dafür, dass die zehn Wirte in ihren Küchen Schmackhaftes zubereiten konnten. Die Liste der Berufe beweist auch, dass es dazu das Passende zu trinken gab. Dafür sorgten ein Bierbrauer mit seinen Gesellen und zwei Schnapsbrenner. Dass es aber sage und schreibe 21 Weinzierl gab, lässt erkennen, dass der Weinbau damals noch eine große Rolle spielte.

Das klingt ein wenig nach guter, alter Zeit, dunklem Bier und honoriger Handwerkerschaft. Führt man sich einen Beitrag zur Reinhausener Heimatkunde des schon zitierte Lehrers Plank zu Gemüte, wird dieser Eindruck verstärkt. Plank schrieb 1921: „Die Gemeindeflur ist nicht groß; sie umfasst nur Gartenland, Wiesen und Felder im Regental, keinen Wald… Durch unseren Ort führt die Walhalla-Bahn von Stadtamhof nach Donaustauf (Walhalla) und Wörth a.d. Donau. Die Gemeinde Reinhausen gehört zum Bezirksamt Stadtamhof. An der Spitze steht Herr Bürgermeister Max Dauer. Für die Aufrechterhaltung der Ordnung sorgt die Gendarmierie… Im Dorf ist eine öffentliche Telefonstelle. Unsere Gemeinde sorgt für eine gute elektrische Straßenbeleuchtung. Wasserleitung und Volksbad hat unser Dorf nicht…“ Ende des Zitats.

Vier Jahre nach dieser Plankschen Bilanz kam Reinhausen per Eingemeindung nach Regensburg; seither – Sie wissen es – hat sich einiges verändert.

Denn auch die Reichsstädter waren aus ihrer Lethargie gerissen; unter Oberbürgermeister Dr. Otto Hipp wurde in der Stadtentwicklung ein Neuanfang gemacht. Der Mangel an freien Flächen war während des 19. Jahrhunderts die Hauptursache für die recht zaghafte Stadtentwicklung in Regensburg. Deshalb zeigten sich auch die Finanzen nicht gerade in rosigem Licht. Während andere deutsche Städte dank der industriellen Entwicklung der sogenannten Gründerzeit bravouröse Wachstumsperioden und - damit verbunden - einen reichen finanziellen Aufschwung erlebten, ging Regensburg über hundert Jahre leer aus.

Ähnlich ging es den nördlich der Donau liegenden Nachbargemeinden. Dazu gehörte auch Reinhausen. Dort gab es zwar ausreichend Flächen, aber nicht die erforderlichen finanziellen und schon gar nicht die verwaltungstechnischen Möglichkeiten, um Anschluss an das industrielle Zeitalter zu finden.

Obwohl den betroffenen Kommunen glasklar war, dass etwas passieren muss, war der Weg bis hin zur Eingemeindung bezeichnenderweise eher von vornehmer Zurückhaltung gesäumt als mit ungestümer Entschlossenheit gepflastert.

Man tat, was zeitweise auch heute noch manche Entwicklungen hemmt: Man dachte zwar ausgiebig über die Vor- und Nachteile nach, aber nicht daran, sich zu entscheiden.

Stadtamhof war die erste Nachbargemeinde, die bereits 1810, dann 1868 das Interesse an eine Vereinigung mit Regensburg bekundete. Mit ähnlichen Anträgen meldeten sich 1904 Steinweg und 1908 Winzer zu Wort. Da Regensburg nicht reagierte, brachten 1910 und 1911 dann die Gemeinden Weichs, erneut Winzer und Stadtamhof und zusammen mit Steinweg und Reinhausen, den Wunsch nach Eingemeindung recht nachdrücklich und fast zeitgleich zum Ausdruck. Diesmal verzögerte nicht allein das Nachdenken den Beschluss, vielmehr brachte der 1. Weltkrieg das Gefüge der allgemeinen Verhältnisse empfindlich durcheinander.

Gleich nach Kriegsende wurden die Fäden für die Bestrebungen einer Eingemeindung seitens der Stadt Regensburg allerdings schnell wieder aufgenommen. Dass es 1924 tatsächlich zur Eingemeindung kam, ist mit dem damaligen Regensburger Stadtoberhaupt zu verdanken. Dr. Otto Hipp, der seit 1920 im Amt war, hielt noch vor der Unterzeichnung der Eingemeindungsverträge seine Überlegungen dazu in einer Stellungnahme fest. Er schrieb, dass „es natürlich verfehlt wäre, die ganze Frage ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der finanziellen Belastung der Stadt Regensburg zu betrachten ...“

Auch die Entwicklung von Kultur und Wirtschaft hielt er für maßgeblich und folgerte: Zitat: „Schließlich ist auch nicht außer Acht zu lassen, dass jede, in vernünftiger Form vorgenommene Eingemeindung eine moderne staatspolitische Forderung erfüllt, da die Sparsamkeit im Behörden-Organismus, zu der wir infolge unserer gesamten wirtschaftlichen Lage gezwungen sind, die Zusammenlegung von wirtschaftlich ohnehin zusammengehörenden Gemeinden in ein einheitliches Verwaltungsgebiet ohnehin dringend verlangt.“ Ende des Zitats.

Am 1. April, dem Geburtstag Ottos von Bismarck, Vater der deutschen Einigkeit, vollzogen sich 1924 dann die Feierlichkeiten zur Eingemeindung und leiteten damit die Entwicklung der Stadt Regensburg zur Großstadt ein. Das Regensburger Stadtgebiet erfuhr eine Erweiterung auf mehr als das Doppelte, nämlich von 2002 auf 4404 Hektar, und die Einwohnerzahl stieg von 56 000 auf 76 000 an. Trotz der vielen Vorteile, die dieses Groß-Regensburg von da an für sich beanspruchen konnte, sagte Oberbürgermeister Dr. Hipp in seiner Festansprache sehr deutlich:

„Ich bin mir wohl bewusst, dass hüben wie drüben Leute sind, die mit dieser Lösung nicht einverstanden sind. Sie dürfen überzeugt sein, dass die Zeit zeigen wird, dass es notwendig war, diese Einigung zu erzielen.“

Heute können wir mit Fug und Recht sagen: Er hat die Zeichen seiner Zeit klar und deutlich verstanden. Keine der anderen Eingemeindungen, ganz gleich, ob sie bereits vorher oder später in den Jahren 1938, 1972 und 1976/77 erfolgt sind, haben unserer Stadt einen vergleichbar hohen Zuwachs gebracht, einen Zuwachs nicht nur in jeder Hinsicht, sondern für alle.

Ausschlaggebend für die beschleunigte Entwicklung war zunächst vor allem der Zuwachs an unbebauten Flächen. Sie ließen sowohl die Ansiedlung und Niederlassung gewerblicher Betriebe zu, als auch die Ausbreitung der Wohngebiete. Dementsprechend setzte sich in den darauffolgenden Jahren auch unser Einwohnerzuwachs kontinuierlich fort.

Regensburg hat rund 150 000 Einwohner, ist das Zentrum Ostbayerns, ist Universitätsstadt UNESCO-Welterbe geworden und ein über die Grenzen des Freistaats hinaus beispielhafter Wirtschaftsstandort. Rankings bescheinigen der Stadt Spitzenplätze, was Zukunftsfähigkeit, Innovation und Arbeitsplatzbesatz und Wohnungsbau anbelangt.

Heute liegen wir im Herzen Europas. Mit den neuen EU-Länder stehen wir in gutem Kontakt. Die Donau ist seit Jahrhunderten auch ein verbindender Fluss.
Haben wir mit all dem nun ausgesorgt? Können wir uns gemütlich zurücklehnen und kommunalpolitisch Däumchen drehen?

Ein klares NEIN!. „Wer morgen sicher leben will, muss heute für den Wandel kämpfen“, sagte einmal Willy Brandt, und zumindest in diesem Punkt stimme ich ihm vorbehaltlos zu.

Ausschließlich der Wandel bestimmt Veränderungen und die Veränderung ist in jeder Entwicklung die einzige Konstante. Sie sprengt Grenzen, erzwingt neues Denken, planiert den Weg für den Aufbruch - jedoch nicht auf Knopfdruck und nicht von selbst.

Die Generation, die den Eingemeindungsvertrag realisierte, hat uns gezeigt, dass die Zukunft nur gewinnt, wer Prozesse in Gang setzt. Das müssen auch wir tun,

  • heute
  • und selbst.

Selten hat es so viele Herausforderungen gegeben, aber auch selten so viele Chancen wie in diesem ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends.

Während es nämlich auf der einen Seite gilt, mit den Erfordernissen der Globalisierung Schritt zu halten, sich der neuen Ordnung der Informations- und Wissensgesellschaft zu stellen, steigt auf der anderen Seite das Bedürfnis nach überschaubaren Feldern. Hier liegen auch die Zukunftschancen für eine Stadt wie Regensburg, denn unsere Stadt ist mehr als ein Wohn- und Lebensraum.

Regensburg ist mehr als die Summe aller Einwohner, aber Regensburg wird zunächst von Menschen gebildet. Sie prägen die Stadt und die Stadt prägt sie. Das ist der Ausgangspunkt weiter zu denken, gesellschaftliche und politische Blockaden aufzubrechen. Kommunalpolitik muss mehr sein als nur der Versuch ausschließlich über Finanzen und Zahlen zu reden. Wir brauchen Perspektiven, manchmal auch Verzicht, aber nicht nur. Wir müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren, nicht auf Nebenkriegsschauplätzen verzetteln.

Ich bin sicher, es ist eine unserer zentralen Zukunftsaufgaben, unsere Bürgerschaft zu mehr Eigenverantwortung und Flexibilität zu ermutigen. Ich halte es sogar für eine Forderung. Was wir brauchen, ist ein neugefasstes Verständnis vom und für den Sozialstaat. Wir können gerade als Stadt nur im globalen Wettbewerb bestehen, wenn Gesellschaft und  Bürgersinn funktionieren.

Wenn wir also nicht wie vor knapp einem Jahrhundert ein Ort des Stillstands sein wollen oder hinter Wortvorhängen verborgen bleiben wollen, müssen wir uns den anstehenden Herausforderungen stellen, so, wie vor 83 Jahren.

Ebenso wie damals, liegen auch heute riesige Aufgabenfelder vor uns. Die Zukunft steckt voller Möglichkeiten. Die Kernfrage ist, ob wir, wie damals Oberbürgermeister Dr. Hipp, die Chancen des Wandels begreifen, aufgreifen, auch gegen Nörgler, Zauderer und Schwarzseher.

Es gilt, die Kräfte des Wandels zu verstehen, wenn man die Zukunft gestalten will. Insofern sind Städte wie Regensburg und damit auch Stadtteile wie Reinhausen in ihrem Wandel die Spiegel der Nation und das Sprungbrett in die Zukunft.

Aber was soll sich denn ändern? werden viele von Ihnen fragen. „Sollen wir größer werden? Schöner? Reicher?“ Ich denke, wir sollten auf dem Teppich des Machbaren bleiben. Die Zeiten des Wachstum und der Wirtschaftswunder bleiben auch künftig wechselhaft, trotz der sich seit kurzem abzeichnenden Trendwende in Deutschland. Das gilt viceversa auch für die öffentlichen Kassen. Damit ist zumeist auch schon der Wunsch nach Schönheit geregelt. Wenn wir also nicht nur höher oder weiter kommen müssen, haben wir die unendliche Chance, einander wieder ein Stück näher zu kommen. Das jedoch braucht Identifikation mit dem Umfeld, ist aber auch abhängig von dessen Wertschätzung.

Wo kann sich das besser ergeben als in Strukturen, die sich ihre Identität noch bewahren konnten, wo sich der ursprüngliche Charakter des Gemeinwesens, die Ehre des Dazugehörens und das Heimatbewusstsein noch bewahrt hat. Dafür steht auch heute noch die Bürgerschaft von Reinhausen noch als Beispiel. Reinhausen steht aber ebenso als Beispiel dafür, dass sich dieser Stolz ohne Probleme mit dem Gefühl kombinieren lässt, ein Teil von Regensburg zu sein, Teil einer Stadt, die ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen braucht.

Mit diesem Schulterschluss kann unsere Stadt unbesorgt den Weg in die Zukunft antreten. Dafür wünsche ich uns alles Gute und Gottes Segen.