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Der Salzstadel

Regensburg und der Salzhandel sind untrennbar miteinander verbunden. Da die Flüsse immer schon die wichtigsten Verkehrswege für den Salzhandel waren, war es nur logisch, dass auch in Regensburg - die Stadt entstand am Schnittpunkt vorgeschichtlicher Handelswege - dieser "Wirtschaftszweig" immer mehr an Bedeutung gewann.

Salzstadel bei Sonne  (C) Stadt Regensburg Peter Ferstl

Bereits in der Römerzeit erfolgte der Transport über Regensburg. Das Salz wurde in der Saline Reichenhall gewonnen und gelangte über Passau nach Regensburg, wo es dann weiter ins Schwäbische oder in die nördliche Oberpfalz verfrachtet wurde.

Das Salzmonopol fällt

Das Monopol des Handels lag bis ins 16. Jahrhundert bei den so genannten Salzherren. Dann aber zog die Stadt selbst die Organisation an sich, und die Blütezeit der Treidelzüge von Passau nach Regensburg, wo das Ladegut - meist noch in Fässern - ent- und umgeladen wurde, begann.

Der Versuch, den Handel durch den Einstieg in das Salzgeschäft wiederzubeleben, war wenig erfolgreich, zumal die Freie Reichstadt in direkter Konkurrenz zum bayerischen Stadtamhof am gegenüberliegenden Donauufer stand. Symbolisch für den Wettbewerb zwischen den beiden Städten sind der 1616 bis 20 errichtete reichsstädtische Salzstadel und sein bayerisches Gegenstück, der Andreasstadel.

Salzstadel versus Andreasstadel

Der Bau des reichsstädtischen Salzstadels (1616-1620) war notwendig geworden, da die Stadt 1614 neue Speicherkapazitäten brauchte. Doch kurz nach der Fertigstellung stürzte der Stadel 1619 wegen Fundamentierungsschwierigkeiten in seinem Mittelteil ein, da die Konstruktion der Belastung nicht gewachsen war. Bei der Instandsetzung im Jahr 1620 stützte man im Untergeschoss die Unterzüge noch durch zusätzliche Steinpfeiler ab. Diese statische Verbesserung lässt sich noch an den unterschiedlichen alten und neuen Pfeilern ablesen.

Von1988 bis 1991 wurde der Salzstadel saniert und bietet heute Ausstellungs- und Veranstaltungsräume, die von der Stadt Regensburg genutzt werden. Seit Mai 2011 befindet sich das Besucherzentrum Welterbe Regensburg in den Räumen dieses geschichtsträchtigen Gebäudes.