UNESCO-Welterbetag 2026 in Regensburg: Ein Fest des Erbes, der Begegnung und des Friedens
Zehntausende Besucherinnen und Besucher feiern das Welterbe
Blick auf die Welterbemeile am Marc-Aurel-Ufer - Welterbetag 2026 am 7. Juni
©
Stadt Regensburg - Stefan EffenhauserMit einem vielfältigen Programm und großem Publikumsinteresse hat Regensburg am Sonntag, den 7. Juni die bundesweite Eröffnung des UNESCO-Welterbetages 2026 gefeiert. Gleichzeitig stand das 20-jährige Jubiläum der UNESCO-Welterbestätte „Altstadt Regensburg mit Stadtamhof“ im Mittelpunkt. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie Welterbe lebendig, zugänglich und verbindend gestaltet werden kann. Herzstücke des Aktionstages waren die Welterbe-Meile am Marc-Aurel-Ufer und der Markt der Welterbestätten am Haidplatz. Zahlreiche Mitmachangebote luden an der Meile dazu ein, das Welterbe auf vielfältige Weise zu entdecken.
Besucheransturm an der Welterbemeile
Besucherinnen und Besucher konnten bei einer Zeitreise durch das mittelalterliche Regensburg Geschichte hautnah erleben, mit historischen Darstellern ins Gespräch kommen, an Bastel- und Malaktionen teilnehmen oder das interaktive Spiel „Salzsammler“ ausprobieren. Die Jugendbauhütte präsentierte traditionelle Handwerkstechniken und stellte gleichzeitig das immaterielle Kulturerbe des Bauhüttenwesens vor. Auf dem an diesem Tag kostenlos geöffneten Museumsschiff wurde das immaterielle Kulturerbe der Flößerei thematisiert.
Zahlreiche weitere Angebote wie das Mikroskopieren des Donauwasser, eine Duftreise durch die Altstadt, Welterbe-Collagen, ein Stand der Regensburger Partnerstädte, spannenden Geschichten aus Stadtamhof, ein Sprach-Café sowie Einblicke in die Arbeit des Klimamanagements der Stadt präsentierten, wie Welterbe nicht nur bewahrt, sondern vermittelt und weitergedacht wird.
Mit einer Friedenstauben-Aktion für die ukrainische Partner- und Welterbestadt Odessa wurde dem offiziellen Motto des UNESCO-Welterbetages 2026 „Gemeinsam für Frieden und Verständigung“ Rechnung getragen. Auch der zweite Regensburger Welterbetitel, der Donaulimes, wurde an einem gemeinsamen Stand des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und des Historischen Museums Regensburg vorgestellt. Wie Welterbe inklusiv erlebbar wird, zeigte der Phoenix e.V.; zahlreiche weitere Initiativen boten ein buntes Angebot für Groß und Klein.
Markt der Welterbestätten zeigte die Welterbe-Vielfalt
Der zweite Veranstaltungsort, der Markt der Welterbestätten auf dem Haidplatz, lud die Gäste der Altstadt bereits am Samstag 6. Juni zu einer Reise durch die vielfältige Welterbelandschaft Deutschlands ein. Dort präsentierten sich zahlreiche UNESCO-Welterbestätten und begeisterten mit ihrem individuellen Erbe. Vor Ort konnte man an einem Tag das UNESCO-Welterbe in Sachsen-Anhalt kennenlernen, die Wallfahrtskirche „Die Wies“ erkunden, einen Abstecher zum jüdischen Erbe in Erfurt machen und sich am Ende über das Welterbe in Bremen, Bayreuth oder Quedlinburg informieren. Der Markt wurde ergänzt durch die Präsentation der Schum-Städte, des Oberen Mittelrheintals, der Wartburg, Hildesheim, Weimar, Würzburg, der Deutschen-Limes-Straße, der Schlösser Brühl sowie der Montanregion Erzgebirge und der Stätten in Rheinland-Pfalz. Zudem waren die beiden Mitveranstalter, die Deutsche UNESCO-Kommission und der UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V., vertreten.
Breites Angebot an allen Veranstaltungorten
Im Salzstadel erwartete die Gäste ein abwechslungsreiches Indoor-Programm. Künstlerinnen und Künstler aus dem Andreasstadel, Marion Abate, Christina Friedl und Florian Hauer, gestalteten Mitmachaktionen, die an die Ausstellungsreihe „Stadel x Stadel – Dialog über die Donau“ anknüpfen. Ein Welterbe-Kino lud zu einer filmischen Zeitreise ein und an der Videostation „Gesichter des Welterbes“ konnten Gedanken, Ideen und Wünsche zum Welterbe geteilt werden. An der Infotheke des Besucherzentrums konnten zudem eigene Welterbe-Buttons gestaltet werden. Die interaktive XR-Bodeninstallation „Salzsammler“ lud Kinder und Jugendliche dazu ein, spielerisch in die mittelalterliche Handelsmetropole Regensburg einzutauchen.
Das Jubiläumswochenende wurde zusätzlich durch weitere Programmpunkte ergänzt. Am Freitag- und Samstagabend wurde der Salzstadel durch eine Lichtinstallation von Holger Dollinger erleuchtet, die das 20-jährige Jubiläum mit historischen Aufnahmen in Szene setzte. Für Regensburgerinnen und Regensburger boten die Schifffahrtsgesellschaften am Welterbetag vergünstigte Strudelfahrten an. Eine Altstadt-Rallye in Kooperation mit Faszination Alstadt e.V. lud bereits ab dem 30. Mai dazu ein, Stempel bei verschiedenen Altstadthändlern zu sammeln und an einer Verlosung attraktiver Preise teilzunehmen.
Auf der Bühne im Thon-Dittmer-Palais rundeten ein Welterbestätten-Speed-Dating, ein öffentlicher Auftritt des Mädchenchors der Domspatzen und eine Vorführung historischer Musikinstrumente die weiteren Programmpunkte den UNESCO-Welterbetag ab. Bei einer Podiumsdiskussion mit Teilnehmenden des Auswärtigen Amtes, des UNESCO-Büros Paris, ICOMOS Österreich, der Deutschen UNESCO-Kommission und der Welterbekoordination sowie dem Amt für kulturelles Erbe vertieften das Thema Welterbe inhaltlich.
Festakt und Bedeutung des Welterbetags für Regensburg
Höhepunkt des Tages war der Festakt im Historischen Reichssaal. Die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Dr. Maria Böhmer, und Bayerns Staatsminister Albert Füracker würdigten in ihren Ansprachen die Bedeutung des Welterbes für Frieden, Verständigung und den internationalen Austausch. Fritz Ahrberg vom UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. betonte zudem die Bedeutung des Welterbes für den Tourismus. Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger betonte in seiner Rede, dass das Welterbe in Regensburg identitätsstiftend sei, und griff das Jubiläumsmotto „20 Jahre Welterbe Regensburg – Geschichte, die verbindet“ auf. Musikalisch gestaltet wurde der Festakt vom Mädchenchor der Regensburger Domspatzen, der ebenfalls zum immateriellen Kulturerbe zählt. Die Plätze im Reichssaal waren vollständig belegt; das für Bürgerinnen und Bürger bereitgestellte Kartenkontingent war innerhalb kurzer Zeit vergriffen.
Welche Bedeutung der UNESCO-Welterbetag für Regensburg, Bayern und ganz Deutschland hat, betonte Albert Füracker, bayerischer Finanz- und Heimatminister: „Der UNESCO-Welterbetag 2026 macht in ganz Deutschland das Erbe der Menschheit sichtbar. Mit der Eröffnung des Welterbetags für Bayern im Herzen der Welterbestätte ‚Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof‘ rückt Regensburg als lebendiger Kulturerbe-Hotspot besonders in den Fokus. Von hier aus richtet sich heute der Blick auf alle elf bayerischen Welterbestätten, die die außergewöhnliche Vielfalt des Natur- und Kulturerbes im Freistaat verdeutlichen. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos ‚Gemeinsam für Frieden und Verständigung‘ werden die Welterbestätten zu lebendigen Orten der Begegnung, an denen Geschichte erlebbar wird – getragen von all jenen, die sich mit großer Leidenschaft für ihren Erhalt einsetzen.“
DANKE an alle Mitwirkenden
©
Valentum Kommunikation GmbHDas Team der Welterbekoordination im Amt für kulturelles Erbe sagt DANKE an alle Projektpartner, Unterstützer, Mitwirkende und Welterbe-Begeisterten in Regensburg. Es war ein wunderbares Fest durch die Hilfe vieler Hände!











































