Die Welterbe-Familie in Deutschland ist gewachsen!

Welterbe "Siedlungen der Moderne" - Waldsiedlung ZehlendorfWelterbe "Siedlungen der Moderne" - Waldsiedlung Zehlendorf © Landesdenkmalamt Berlin

Das UNESCO-Welterbekomitee beschloss auf seiner Sitzung in Busan die Erweiterung der „Siedlungen der Berliner Moderne“. Somit gehören nun sieben Berliner Siedlungen zur Welterbestätte, die seit 2008 auf der Liste des UNESCO-Welterbes steht.

Die Waldsiedlung Zehlendorf wurde zwischen 1926 und 1932 nach Entwürfen von Bruno Taut, in Zusammenarbeit mit Hugo Häring und Otto Rudolf Salvisberg errichtet. Sie ist ein prägnantes Beispiel der Berliner Moderne und des Neuen Bauens, das Gesundheit, Gemeinschaft und Lebensqualität in den Mittelpunkt der Architektur stellt. Charakteristisch sind dabei bunte Fassaden, funktionale Reihenhäuser und großzügige Grünflächen. So verfügt jede Wohnung über einen Balkon oder einen Garten, das Tauts Konzept des „Außenwohnraums“ unterstreicht.

Ihre Aufnahme in das UNESCO‑Welterbe würdigt diesen wegweisenden Beitrag zur modernen Architektur, die neue Maßstäbe für gesundes und bezahlbares Wohnen setzte. Die deutsche UNESCO-Botschafterin Kerstin Pürschel betont: „Mit ihrer einzigartigen Verbindung von Architektur, Waldlandschaft und urbaner Infrastruktur erweitert die Waldsiedlung Zehlendorf das bestehende Welterbe um eine ganz eigene Facette. Diese Anerkennung durch das Welterbekomitee in Busan unterstreicht die internationale Bedeutung der Berliner Moderne und würdigt ausdrücklich den Beitrag der Waldsiedlung Zehlendorf.“

UNESCO Welterbekomitee

Die 48. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees tagte von 19. bis 29. Juli im südkoreanischen Busan. In der Busan-Erklärung wurden die UNESCO-Leitlinien um den Aufruf zur internationalen Zusammenarbeit ergänzt. Diese ist aufgrund von aktuellen Herausforderungen wie bewaffnete Konflikte, Klimawandel oder der verantwortungsvolle Einsatz digitaler Technologien, von großer Bedeutung, um Welterbestätten zu schützen und sie angemessen zu koordinieren. Somit werden die bisherigen strategischen Ziele, die fünf „Cs“ Conservation, Credibility, Capacity-buidling, Communication und Communities das erste mal wieder, seit 2007 um ein sechstes C – Collaboration – ergänzt.

25 Neue Welterbe-Stätten wurden in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen, darunter sechs europäische Weltkulturerbestätten: Werke Aaltos (Finnland), Die königlichen Festungen der Kapetinger im Languedoc (Frankreich), Landungsstrände der Allierten, Normandie, 1944 (Frankreich), Die weitere Umgebung des Olymps (Griechenland), Das System der italienischen Condominio-Theater des 18. und 19. Jahrhunderts in Mittelitalien (Italien) und Modernistisches Zentrum von Gdynia (Polen).

Die nächste Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees findet vom 27. Juni bis zum 7. Juli 2027 in Istanbul statt.