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Das Bruckmandl muss in die Werkstatt

Das Bruckmandl wird Anfang Juni 2014 abgebaut und zur Restaurierung in eine Werkstatt gebracht. Grund sind Mängel in der Standsicherheit im Zusammenhang mit den anstehenden Baumaßnahmen.

Ende März 2014 war die unterirdische Verankerung der Skulptur auf der Steinernen Brücke untersucht worden, um die Planung des vierten Bauabschnitts vorzubereiten. In diesem letzten Bauabschnitt der Brückensanierung, der für die Jahre 2016 und 2017 geplant ist, wird genau der Abschnitt der Brücke instand gesetzt, auf dem das Bruckmandl steht. Die Untersuchung sollte klären, ob die Standsicherheit der Skulptur in Gefahr gerät, wenn hier der Fahrbahnbelag und die Brüstungen entfernt werden.

„Dabei hat sich herausgestellt, dass das Fundament des Bruckmandls stark geschädigt ist“, erklärt der Leiter des Tiefbauamts Peter Bächer. „Das Risiko, dass die Skulptur im Zuge der weiteren Bauarbeiten nicht mehr standsicher ist, wäre sehr groß. Wir können das Bruckmandl daher nicht – wie bisher geplant – bis zum Beginn des vierten Bauabschnitts auf der Brücke belassen und dann instandsetzen.“

Aus diesem Grund wird das Bruckmandl Anfang Juni abgebaut und in den folgenden Monaten in einer Steinwerkstatt rundum saniert. Auch der im Dezember 2012 abgefallene rechte Arm wird dabei neu erstellt und ergänzt. „Der Förderbetrag, den der Verein ‚Welterbe Kulturfonds Regensburg – die Förderer e.V.‘ für die Wiedererstellung des Armes gesammelt hat, kommt selbstverständlich diesen Arbeiten zugute“, betont der Tiefbauamtsleiter. „Wir möchten uns bei dem Verein herzlich für sein Engagement bedanken.“

Auf die Steinerne Brücke wird das Bruckmandl erst im Jahr 2017 zurückkehren, wenn der vierte Bauabschnitt – und damit die Instandsetzung der Steinernen Brücke insgesamt – abgeschlossen ist. „Damit vermeiden wir das Risiko, dass die neu sanierte Figur bei den Bauarbeiten beschädigt wird“, so Bächer. Ab 2016 hätten die Regensburgerinnen und Regensburger ohnehin für längere Zeit auf das Bruckmandl verzichten müssen, denn: „Mit dem Beginn des vierten Bauabschnitts wäre die Skulptur unter einer Einhausung verschwunden.“

Hintergrund: Baugeschichte des Bruckmandls

Das heute am höchsten Punkt der Steinernen Brücke aufgestellte Bruckmandl ist bereits die dritte Sandsteinfigur dieses Namens. Die ursprüngliche Skulptur wurde 1579 zerstört und gilt als verschollen. Von der zweiten Ausführung des Bruckmandls ist heute noch der Torso im Historischen Museum vorhanden. Die dritte Ausführung der Figur wurde im 19. Jahrhundert durch den Bildhauer Anton Blank geschaffen und im Jahr 1854 am heutigen Standort auf der Steinernen Brücke aufgestellt.