Netzwerker für kreative Ideen

Oliver Löscher ist Projektleiter im Degginger.

Porträt: Oliver Löscher © Daniel Ruff

29. April 2026

Wer Oliver Löscher zuhört, merkt schnell: Hier spricht jemand, der seinen Job nicht nur ausübt, sondern lebt. Gebürtig aus Regensburg, zog es ihn zunächst in die Ferne – nach Wien. Dort studierte er Kulturanthropologie und später Sozioökonomie, arbeitete im Kulturmanagement und sammelte internationale Erfahrungen. „Ich fand es total wichtig, mal über den Tellerrand zu schauen“, sagt er rückblickend. Und doch blieb die Verbindung zur Heimat bestehen. Nach über zehn Jahren kehrte er zurück nach Regensburg – für eine Stelle, die seinem Traumjob erstaunlich nahekommt: einen Ort zu gestalten, an dem Kultur, Kreativität und Gesellschaft zusammenfinden. Volltreffer könnte man sagen!

Ein Ort für Begegnung und Zusammenarbeit

Als Projektleiter im Degginger verantwortet Löscher heute genau diesen Raum. Das Haus in der Wahlenstraße versteht sich als Plattform für die Kultur- und Kreativwirtschaft, als Begegnungsort und als zentraler Showroom für Ideen. Hier treffen unterschiedliche Welten aufeinander: Kreativschaffende, Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft.

„Der Verwaltung lastet immer so ein bisschen das Vorurteil an, sie würde nur verwalten. Der Meinung bin ich nicht“, beschreibt Oliver Löscher. „Wir wollen nicht nur verwalten, sondern aktiv mitgestalten. Das ist das Credo der Kreativbehörde Regensburg als Teil des Amts für Wirtschaft und Wissenschaft.“ Für ihn bedeutet Arbeit in der Stadtverwaltung, gemeinsam mit der Stadtgesellschaft, Unternehmen und Akteuren Räume zu schaffen, die echten Mehrwert bieten – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch für das Gemeinwohl.

Ein zentrales Prinzip dabei ist die Kokreation: Angebote entstehen gemeinsam mit den Menschen, die sie später nutzen. „In der Gruppe entstehen die besten Ideen“, ist Löscher überzeugt. Seine Rolle sieht er häufig als Brückenbauer – jemand, der unterschiedliche Perspektiven zusammenbringt, Verbindungen schafft, wachsam neue Trends verfolgt und Impulse setzt.

Das Degginger selbst beschreibt er als lebendige „Community“, die sich über Jahre hinweg entwickelt hat. Das Projekt wurde bewusst ergebnisoffen konzipiert. Von Anfang an zentraler Bestandteil war dabei aber immer auch die Gastronomie: „Das Herz schlägt gewissermaßen hinter der Bar.“ Die schönsten Tage seien für ihn, wenn alle Räume bespielt sind, jeder Platz besetzt ist, Workshops, Ausstellungen und Veranstaltungen parallel stattfinden – und das Haus vor Energie sprüht.

Fotografie: Oliver Löscher präsentiert das Degginger.Das Degginger feiert heuer seinen 10. Geburtstag. © Daniel Ruff

Zwischen kreativer Vielfalt und persönlichem Ausgleich

Der Alltag im Degginger ist abwechslungsreich: neue Formate entwickeln, Veranstaltungen begleiten, Netzwerke knüpfen. Besonders motivierend ist für Löscher der Moment, wenn Ideen Wirkung zeigen. „Wenn mir jemand sagt, dass durch eine Veranstaltung eine Kooperation oder ein Auftrag entstanden ist, dann ist das die beste Bestätigung für unsere Arbeit“, erzählt er.

Dabei setzt er bewusst auf eine Mischung aus frischen Impulsen und bewährten Formaten – denn Innovation brauche ebenso Raum wie Kontinuität.

Den Ausgleich zum lebendigen Arbeitsalltag findet er vor allem in der Natur: auf dem Rennrad oder bei der „Schwammerlsuche“. Ein eher ungewöhnliches Hobby betreibt er zuhause – Aquascaping, das kunstvolle Gestalten von Unterwasserlandschaften. „Das hat fast etwas Meditatives“, sagt er.

Heute fühlt sich Oliver Löscher wieder fest in Regensburg verwurzelt – beruflich wie privat. „Ich bin total happy, wieder hier zu sein“, sagt er. Besonders schätzt er die Möglichkeit, aktiv zur Entwicklung seiner Heimatstadt beizutragen.

Text: Katrin Holzgartner

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Hinweis

Die Porträts der StadtMenschen beziehen sich stets auf den jeweils angegebenen Veröffentlichungstermin. Wenn ein StadtMensch später die Stelle wechselt oder andere Aufgaben übernimmt, wird dies nicht aktualisiert.

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