Handlungsfähig in Krisenzeiten
Stromausfall, Unwetter oder andere Krisensituationen – eine gute Vorbereitung hilft, auch in außergewöhnlichen Lagen handlungsfähig zu bleiben. Die Stadt Regensburg stärkt deshalb ihre Krisenvorsorge. Doch auch jeder Einzelne kann dazu beitragen, im Ernstfall gut vorbereitet zu sein.
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7106108800 / 123RF.COM22. Juni 2026
Die sicherheitspolitische Lage in Europa hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, zunehmende Cyberangriffe auf staatliche Einrichtungen und Unternehmen sowie die Erfahrungen aus Pandemie, Extremwetterereignissen und Energiekrisen haben deutlich gemacht: Staat, Gesellschaft und Verwaltung müssen sich auf unterschiedliche Krisenszenarien vorbereiten. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Sicherheitsvorsorge wieder an Bedeutung. Bund, Länder und Kommunen arbeiten enger zusammen, um die Handlungsfähigkeit Deutschlands auch in außergewöhnlichen Lagen sicherzustellen. Ein zentrales Element dieser Bemühungen ist der sogenannte Operationsplan Deutschland (OPLAN DEU) der Bundeswehr.
Mehr als ein militärischer Plan
Der Operationsplan Deutschland beschreibt Maßnahmen, mit denen im Krisen-, Spannungs- oder Verteidigungsfall wichtige staatliche und gesellschaftliche Funktionen aufrechterhalten werden können. Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich dabei nicht ausschließlich um ein militärisches Konzept. Vielmehr geht es um das Zusammenspiel zahlreicher Akteure: Behörden, Kommunen, Hilfsorganisationen, Energieversorger, Gesundheitswesen und Betreiber kritischer Infrastrukturen sollen im Ernstfall eng kooperieren. Damit rückt auch die kommunale Ebene stärker in den Fokus. Städte und Gemeinden sind für viele Bereiche der Daseinsvorsorge verantwortlich und stehen in direktem Kontakt mit der Bevölkerung. Ob Wasserversorgung, Katastrophenschutz, Verwaltungsleistungen oder die Betreuung von Betroffenen – viele Aufgaben, die für das Funktionieren des Gemeinwesens unverzichtbar sind, werden vor Ort wahrgenommen.
Kommunen als wichtiger Teil der Resilienz
Die Stadt Regensburg verfügt bereits heute über bewährte Strukturen für Krisen- und Katastrophenlagen. Alarmierungs- und Einsatzpläne, Krisenstäbe, Notfallkommunikation sowie die enge Zusammenarbeit mit freiwilligen Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Sicherheitsbehörden bilden die Grundlage für ein koordiniertes Handeln. Im Zuge der aktuellen Entwicklungen werden diese Strukturen weiter überprüft und fortentwickelt.
Vorbereitung statt Beunruhigung
Die verstärkte Beschäftigung mit Krisenvorsorge bedeutet jedoch nicht, dass eine akute Gefahr bevorsteht. Vielmehr geht es darum, aus Erfahrungen der vergangenen Jahre zu lernen und die Widerstandsfähigkeit von Staat und Gesellschaft zu stärken. Viele Maßnahmen, die im Zusammenhang mit der Gesamtverteidigung diskutiert werden, helfen ebenso bei Naturkatastrophen, längeren Stromausfällen, Cybervorfällen oder anderen Großschadenslagen. Gute Vorbereitung schafft Handlungssicherheit – unabhängig davon, welches Ereignis eintritt.
Was jeder selbst tun kann
Zur Krisenvorsorge gehört nicht nur das Handeln von Behörden und Organisationen. Auch Bürgerinnen und Bürger können mit einfachen Maßnahmen dazu beitragen, in außergewöhnlichen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt daher unter anderem, sich einen kleinen Vorrat an Lebensmitteln und Trinkwasser aufzubauen, der einige Tage überbrücken kann. Ebenso sinnvoll sind eine Taschenlampe, geladene Akkus oder Powerbanks, eine gut ausgestattete Hausapotheke sowie die griffbereite Aufbewahrung wichtiger Dokumente. Familien, Verwandte und Freunde sollten zudem besprechen, wie sie sich im Notfall verständigen und gegenseitig unterstützen können.
Gerade bei länger andauernden Stromausfällen oder extremen Wetterlagen kann eine gute Vorbereitung den Alltag deutlich erleichtern. Wer einen Notfall-Vorrat zuhause hat, muss nicht kurzfristig Geschäfte aufsuchen oder Notrufstellen kontaktieren. Auch ältere Angehörige oder Nachbarn profitieren oft von Menschen im Umfeld, die vorbereitet sind und ihnen helfen können. Wer im Krisenfall für einige Zeit eigenständig zurechtkommt, entlastet gleichzeitig Einsatzkräfte und Hilfsorganisationen, die sich dann auf besonders hilfebedürftige Menschen konzentrieren können. Auch im beruflichen Umfeld kann persönliche Vorsorge einen wichtigen Beitrag leisten. Mitarbeitende, die sich mit möglichen Krisensituationen auseinandergesetzt haben, können ruhiger reagieren, Informationen besser einordnen und ihr Umfeld unterstützen.
Informationen aus erster Hand
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Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)Hilfreiche Hinweise und Checklisten bietet das BBK in seinem Ratgeber „Vorsorge für Krisen und Katastrophen“. Die Broschüre kann über das Amt für Brand- und Katastrophenschutz angefordert werden und steht auch online zur Verfügung. Empfehlenswert ist außerdem die Warn-App NINA. Sie informiert über aktuelle Gefahrenlagen, Unwetterwarnungen und behördliche Warnmeldungen direkt auf dem Smartphone.
Krisenvorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Bund, Länder, Kommunen, Hilfsorganisationen und Bürgerinnen und Bürger tragen jeweils ihren Teil dazu bei, dass unsere Gesellschaft auch in schwierigen Situationen handlungsfähig bleibt. Für die Stadt Regensburg bedeutet dies, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und auf neue Herausforderungen vorbereitet zu sein. Für jeden Einzelnen bedeutet es, mit einfachen Maßnahmen Vorsorge zu treffen und Verantwortung für sich selbst und sein Umfeld zu übernehmen. Denn gute Vorbereitung beginnt nicht erst in der Krise – sondern lange davor.
Text: Kristina Kraus
Sie sollten sich für möglichst zehn Tage selbst versorgen können. Aber auch ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft schon sehr.
- Trinkwasser und Lebensmittel bevorraten
Ein kleiner Vorrat an haltbaren Lebensmitteln und Getränken hilft, einige Tage unabhängig versorgt zu sein. Pro Person pro Tag sollten zwei Liter Wasser eingeplant werden, da dieses unter Umständen auch zum Kochen verwendet werden muss. Lebensmittel sollten möglichst lange ungekühlt haltbar und auch kalt genießbar sein. - Licht- und Stromversorgung sichern
Taschenlampen, Kerzen, Batterien, geladene Akkus oder Powerbanks können bei Stromausfällen wichtige Dienste leisten. - Hausapotheke überprüfen
Wichtige Medikamente und Verbandsmaterial sollten turnusmäßig kontrolliert und ergänzt werden. Besonders auch persönliche Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen, sollten in einem angemessenen Vorrat griffbereit sein. - Dokumente griffbereit aufbewahren
Personalausweis, Führerschein, Stammbuch, Impfpass, Versicherungsunterlagen und andere wichtige Dokumente sollten in einer Mappe zusammengestellt verfügbar sein. Für den Notfall sollten alle Familienmitglieder über den Standort der Mappe Bescheid wissen. Außerdem ist es sinnvoll, Kopien wichtiger Dokumente digital zu sichern. - Notfallplan in der Familie besprechen
Wer informiert wen? Wo trifft man sich? Klare Absprachen helfen, auch in unübersichtlichen Situationen handlungsfähig zu bleiben.

