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Jüdische Geschichte und Kultur Regensburgs vom Mittelalter bis zur Moderne

Vortragsreihe zum Jahresthema 2019 geht am 31. Januar in die nächste Runde

„Das Novemberpogrom und die Folgejahre“: Unter diesem Titel hält Prof. Dr. Iris Ritzmann, Titularprofessorin an der Universität Zürich, am Donnerstag, 31. Januar 2019, den zweiten Vortrag in der Reihe „Jüdische Geschichte und Kultur Regensburgs vom Mittelalter bis zur Moderne“. Die Veranstaltung findet um 19 Uhr im Großen Runtingersaal (Keplerstraße 1) statt. Der Eintritt ist frei.

Mit dem Novemberpogrom 1938 vor achtzig Jahren erreichte die Brutalität der Nationalsozialisten einen bis dahin unvorstellbaren Höhepunkt. Zu diesem Zeitpunkt setzen die Briefe ein, die Frieda Sämann ihrer Tochter in Palästina sandte. Die Regensburger Viehhändlerin schreibt von ihrer Hoffnung, die Tochter wiederzusehen, von den Versuchen, wenigstens für ihren Jungen einen Weg aus der Hölle zu finden, von der Verzweiflung über die Ausweglosigkeit ihrer Lage.

Ausgehend von diesen und weiteren Dokumenten versucht der Vortrag, die Marginalisierung und Vernichtung des jüdischen Lebens in Regensburg fragmentarisch zu umreißen. Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Soroptimist Club Regensburg statt.

  

Informationen zur Vortragsreihe

Vor 500 Jahren, am 21. Februar 1519, beschloss der Rat die Vertreibung der Juden aus der Reichsstadt Regensburg. Innerhalb weniger Tage musste die jüdische Bevölkerung ihre Heimat verlassen, anschließend wurde deren Viertel auf dem heutigen Neupfarrplatz dem Erdboden gleichgemacht. Das bedeutete das abrupte Ende einer Gemeinde, die im Mittelalter zu den größten und wichtigsten im gesamten Heiligen Römischen Reich gezählt hatte.

Dieses dunkle Kapitel der Stadtgeschichte ist der historische Anlass für das kulturelle Jahresthema 2019 „Stadt und Gesellschaft“, das deshalb einen besonderen Fokus auf die jüdische Vergangenheit Regensburgs legt. Herzstück eines umfangreichen Veranstaltungsprogramms ist die von Januar bis November stattfindende öffentliche Vortragsreihe „Jüdische Geschichte und Kultur Regensburgs vom Mittelalter bis zur Moderne“, die gemeinsam vom Kulturreferat und der Jüdischen Gemeinde organisiert wird. Die Vorträge spannen einen zeitlichen Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, in der mit der Eröffnung der neuen Synagoge am Brixener Hof auch ein neues Kapitel jüdischen Lebens in Regensburg aufgeschlagen wird. Sowohl ausgewiesene lokale Experten wie auch renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – national und international – werden dabei neue Erkenntnisse zu verschiedenen Aspekten der wechselvollen jüdischen Stadtgeschichte präsentieren.

 

Die nächsten Vorträge der Reihe

Nach einer kurzen Pause im Februar wird die Vortragsreihe im März gleich mit drei Vorträgen fortgesetzt.

Der Vortrag von Dr. Veronika Nickel (Salomon Ludwig Steinheim-Institut, Universität Duisburg-Essen) am 10. März 2019 befasst sich mit dem eigentlichen historischen Anlass des Jahresthemas, der Vertreibung der Regensburger Juden 1519. Anhand zeitgenössischer Gerichtsakten zeigt die Referentin, wie die jüdische Gemeinde der jahrelangen Drangsalierung durch die Stadt im Rahmen eines Gerichtsverfahrens Widerstand entgegensetzte.

Am 19. März 2019 steht im Doppelvortrag von Professor Dr. Bernd Päffgen und Peter Müller-Reinholz M.A. (beide Ludwig-Maximilians-Universität München) das mittelalterliche Judenviertel in Regensburg im Mittelpunkt. Am 28. März 2019 referiert Prof. Dr. Wolfgang Benz (Zentrum für Antisemitismusforschung, Berlin) über die historischen Wurzeln und die aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus.

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Vortragsreihe und zum Jahresthema 2019 gibt es unter www.regensburg.de/kultur.

Zum Schwerpunkt „Jüdisches Regensburg“ im Rahmen des Jahresthemas 2019 ist eine gleichnamige Broschüre erschienen, die neben der kompletten Vortragsreihe auch weitere Termine wie Konzerte, Ausstellungen und Führungen enthält. Die kostenlose Broschüre ist ab sofort an zahlreichen zentralen Auslagestellen in der Stadt erhältlich und auch online unter www.regensburg.de/kultur nachzulesen und herunterzuladen.