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Koordinierungsrunde zieht positive Zwischenbilanz

Das Lenkungsgremium trifft klare inhaltliche und zeitliche Absprachen, mit welchen Maßnahmen das Verkehrsproblem der Region gelöst werden soll

Die Zukunftsfähigkeit der Region Regensburg hängt in hohem Maße davon ab, wie es gelingt, Antworten auf die großen Herausforderungen im Verkehrsbereich zu finden. Sowohl bei den aktuell laufenden Projekten als auch bei der Entwicklung mittel- und langfristiger Lösungsansätze bedarf es einer engen Abstimmung nicht nur zwischen den Behörden, sondern auch übergreifend zwischen den verschiedenen Mobilitätsformen – also Straßenverkehr, Öffentlicher Personennahverkehr, Schienenpersonennah- und Schienenpersonenfernverkehr. Diese Steuerungsfunktion nimmt im Raum Regensburg die regelmäßig tagende „Koordinierungsrunde Verkehrsentwicklung Großraum Regensburg“ wahr, die alle für die Region bedeutenden Verkehrsmaßnahmen abstimmt. Im jährlichen Wechsel zwischen Stadt und Landkreis hat sich die Koordinierungsrunde diesmal auf Einladung von Landrätin Tanja Schweiger im Landratsamt Regensburg zu ihrer vierten Sitzung getroffen. Die hochkarätig besetzte Runde besprach die Projektfortschritte seit ihrer letzten Zusammenkunft vor einem Jahr und traf eine Reihe wichtiger Absprachen. Sie verständigte sich auf ein straffes Arbeitsprogramm, bei welchen Projekten welche inhaltlichen und zeitlichen Verfahrensschritte realisiert werden sollen.

Neben Landrätin Tanja Schweiger, Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Ministerialdirigent  Karl Wiebel nahmen weitere Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, der Regierung der Oberpfalz, der Dienststelle Regensburg der Autobahndirektion Südbayern, des Staatlichen Bauamts Regensburg, der Stadt Regensburg, des Landratsamtes Regensburg sowie des  Regensburger Verkehrsverbunds teil.

Bei der Sitzung konnten folgende Projektfortschritte berichtet werden und das Gremium verständigte sich auf folgende Absprachen und Zielsetzungen:

  1. Die Autobahndirektion konnte den Baubeginn des sechsstreifigen Ausbaus der Autobahn A 3 zwischen Autobahnkreuz Regensburg und Anschlussstelle Rosenhof im März 2018 vermelden. Die Baumaßnahme kommt gut voran, und der Verkehrsfluss ist weitgehend gewährleistet. Im Jahr 2019 werden weitere Brücken erneuert, und der Streckenbau wird beginnen.

  2. Das Staatliche Bauamt konnte von der Fertigstellung des Ausbaus der Kreuzung am südlichen Ortsrand von Barbing (St 2660/St 2145) berichten. Auch der Ausbau der Einmündung an der St 2660 (ehemals B 8) östlich von Barbing konnte im Oktober 2018 begonnen werden.

  3. Die Autobahndirektion konnte die Fertigstellung der Streckenbeeinflussungsanlage auf der A 93 zwischen der Anschlussstelle Regensburg-Nord und der Anschlussstelle Regensburg-Süd vermelden. Insgesamt hat der Bund hier rund 12 Millionen Euro investiert.

  4. Die Autobahndirektion berichtete von ersten Planungsüberlegungen zum Ausbau der A 3 Richtung Nittendorf. Priorität hat hier die Erneuerung der über 900 m langen Donaubrücke Sinzing. Auf der A 93 haben auch die Untersuchungen zur baulichen Instandsetzung des Pfaffensteiner Tunnels begonnen. Hier sind erste Ergebnisse bis Mitte 2019 zu erwarten. Sobald diese vorliegen, können mögliche Verbesserungen an der Anschlussstelle Pfaffenstein in die Überlegungen mit einbezogen werden.

  5. Im Zusammenhang mit dem sechsstreifigen A 3-Ausbau untersucht das Staatliche Bauamt den Ausbau der St 2660 (vormals B 8) an der Anschlussstelle Nittendorf und östlich davon. Die Stadt Regensburg wird mit den staatlichen Stellen nochmals untersuchen, ob Verbesserungen an der Anschlussstelle Pfaffenstein möglich sind.

  6. Nachdem der Planfeststellungsbeschluss rechtsbeständig ist, wird die B 16 östlich Gonnersdorf in den Jahren 2019 bis 2022 dreistreifig ausgebaut werden, so das Staatliche Bauamt.

  7. Das Staatliche Bauamt hat mit der Planung des zweibahnigen Ausbaus der B 16 Gallingkofen – Haslbach begonnen. Im Zuge dessen wird auch die Anschlussstelle Haslbach umgeplant. Es werden erste Pläne für den Umbauvorschlag mit einer übersichtlichen, kompakten Anschlussstellenform vorgelegt, die nach Übergabe der detaillierten Unterlagen an die Stadt zeitnah im Stadtrat vorgestellt werden sollen.
  8. Bei dem Großprojekt Sallerner Regenbrücke/Lappersdorfer Kreisel/Nordgaustraße werden die Unterlagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung voraussichtlich im ersten Quartal 2019 zusammengestellt sein. Daran wird sich die öffentliche Auslegung anschließen.

  9. Der Landkreis Regensburg konnte berichten, dass das gemeinsam mit der Stadt Regensburg und dem Staatlichen Bauamt erarbeitete Verkehrsgutachten Regensburg Nord im Sommer 2018 abgeschlossen werden konnte. Insgesamt wurden 20 Planfälle vom Gutachter Prof. Dr. Harald Kurzak aus München untersucht, bewertet und priorisiert. Für den am besten bewerteten Fall, die bessere Anbindung der Osttangente (Pilsen-Allee / R 6) an die B 16 läuft eine Machbarkeitsuntersuchung.

  10. Ebenfalls vorangekommen ist das Projekt Südspange R 30 Poign – Köfering. Hier hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am 26. September 2018 die Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Regensburg zugelassen, das die Einstufung des Projekts als Kreisstraße für falsch erklärt hatte.

  11. Der Landkreis Regensburg hat eine Parkplatzinitiative gestartet. Im gesamten Verkehrsraum sollen mit einem einheitlichen System alle Parkplätze, die z.B. für Pendler geeignet sind, erfasst und dargestellt werden. Dies erleichtert die Information der Verkehrsteilnehmer und stellt die Grundlage eines weiteren Ausbaus dar. Bis Februar 2019 soll das System konfiguriert sein.

  12. Auch aus dem Bereich des öffentlichen Verkehrs gab es positive Nachrichten: Die Stadt Regensburg berichtete vom Grundsatzbeschluss des Stadtrates vom Juli 2018 zugunsten einer Stadtbahn. Nach Abschluss der Konzeptstudie können nun die weiteren Schritte zur Planung einer Stadtbahn auf den Linien des Kernnetzes angegangen werden.

  13. Im Bereich der Bayerischen Eisenbahngesellschaft war erfreulicherweise zu vermelden, dass Anfang Dezember 2019 der Flughafenexpress (ÜFEX) seinen Betrieb aufnimmt. Dann besteht eine stündliche Direktverbindung zum Flughafen München aus Regensburg Hbf, Obertraubling, Köfering, Hagelstadt und Eggmühl.

  14. Verabredet wurde auch, eine neue Verkehrsuntersuchung (Mobilität im Raum Regensburg) in Auftrag zu geben, die zusammenhängend und übergreifend die künftige Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur und des Verkehrsangebotes aufzeigen soll.