Navigation und Service

Neubau der Regensburger Synagoge erhält Bundespreis

Regensburg hatte die sich noch im Bau befindliche neue Synagoge eingereicht und erzielte damit den 3. Platz in der Kategorie „Stadtgebäude“

Anlässlich des Europäischen Kulturerbejahrs 2018 hatte das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat in Partnerschaft mit den Ländern und kommunalen Spitzenverbänden den Bundeswettbewerb „Europäische Stadt: Wandel und Werte – Erfolgreiche Entwicklung aus dem Bestand“ ausgelobt. Die Stadt Regensburg hatte hierfür die sich noch im Bau befindliche neue Synagoge eingereicht und erzielte damit den 3. Platz in der Kategorie „Stadtgebäude“. Das Preisgeld beträgt 10 000 Euro.

Anton Sedlmeier, Leiter des Amts für Stadtentwicklung, spricht von einer gerechtfertigten Auszeichnung: „Die neue Synagoge setzt einen wichtigen architektonischen Akzent für das gesamte städtebauliche Umfeld. Der Neubau leistet damit einen bedeutsamen Beitrag zur Stadtreparatur an diesem Ort.“ Auch Ilse Danziger, Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Regensburg, und Dieter Weber, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Neue Regensburger Synagoge e.V., zeigten sich hoch erfreut. „Ich finde es ein ausgezeichnetes Signal, dass der Auslober mit diesem Preis ausdrücklich auch den Beitrag unseres Projekts für die Revitalisierung des jüdischen Lebens in Regensburg und seine Impulse auf die gesamte Stadtgesellschaft gewürdigt hat“, so Ilse Danziger. Das Preisgeld will der Förderverein für die geplanten Feierlichkeiten im Rahmen der Eröffnung des Gemeindezentrums und der Synagoge sowie der 500-Jahr-Feier einsetzen. „Rund um die Einweihung der neuen Synagoge 2019 ist ein breites Programm mit ganz verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen vorgesehen. Auch finanziell gesehen ist die Auszeichnung daher eine äußerst willkommene Unterstützung“, freut sich Dieter Weber.

Der Wettbewerb rückte die europäische Stadt und den Umgang mit deren baukulturellem Erbe in den Fokus. Es wurden herausragende Konzepte und Projekte, die für einen zukunftsweisenden und innovativen Umgang mit dem baukulturellen Erbe stehen, sowie bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet. In den vier Wettbewerbskategorien Stadtgebäude, Stadtraum, Stadtleben und Stadtbürger wurden bundesweit über 200 Teilnehmerbeiträge eingereicht. Die Auswahl der zu prämierenden Projekte nahm eine vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat berufene, unabhängige und interdisziplinär besetzte Jury vor.

 

Hintergrundinformationen zur neuen Regensburger Synagoge

Die 1912 eingeweihte Regensburger Synagoge wurde in der sogenannten „Reichskristallnacht“ vom 9. auf den 10. November 1938 abgebrannt. Die jüdische Bevölkerung musste im Anschluss den Schutt selbst beseitigen. Sie wurde auf die Straße getrieben und ihre Geschäfte wurden demoliert und geplündert. Seit dieser Zerstörung gibt es in Regensburg keine Synagoge mehr. Im Frühjahr 2015 hatte die jüdische Gemeinde einen Architekturwettbewerb für ein neues Gemeindezentrum mit Synagoge am historischen Ort ausgelobt. Gewonnen hat ihn das Büro Staab Architekten aus Berlin. Der Bau des Gemeindezentrums und der neuen Synagoge wird im Programm Nationale Projekte des Städtebaus gefördert. Die Eröffnung ist für Februar 2019 geplant.