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donumenta ClimArt - Artists for a Resilient Future 2026

Regensburger Wasserader Vitusbach – fließend verflossen

Regensburger Wasserader Vitusbach – mit dem Projekt der Künstlerin Ulrika Eller-Rüter wird eine Regensburger Lebensader wieder sichtbar, die den baulichen Überformungen der Zivilisation zum Opfer gefallen ist. Mit Vitusbach startet der donumenta e.V. für zeitgenössische Kunst sein Projekt ClimArt – Artists for a Resilient Future.

 

Vernissage: 21.06.2026 11:00 - 13:00 Uhr
Öffnungszeiten: 21.06. – 15.07.2026 (tägl. 10.00 – 18.00 Uhr)  

Ort: Besucherzentrum Welterbe im Salzstadel | Steinerne Brücke/Weiße-Lamm-Gasse 1 | 93047 Regensburg

Regensburger Wasserader Vitusbach – fließend verflossen © donumenta e.V.

„Regensburg ist durch die geografische Lage direkt an der Donau und die hier mündenden Flüsse Regen und Naab eine echte Wasserstadt“, findet die Künstlerin Ulrika Eller-Rüter. „Dass Infrastrukturmaßnahmen seit Erfindung der Kanalisation unterirdisch verlaufende Wasseradern gebändigt und in Rohrsysteme gezwängt haben, ist dem kollektiven Gedächtnis heute nicht mehr gegenwärtig. Diese Erkenntnis war für uns ausschlaggebend für die Realisierung des Projekts Vitusbach“, sagt donumenta-Kuratorin Regina Hellwig-Schmid.

Der Vitusbach entspringt im Umfeld des Klosters Prüll bei St. Vitus im Süden der Stadt, verläuft über den ehemaligen Standort einer Getreidemühle im heutigen Stadtteil Kumpfmühl und speist dort den Teich neben der St.-Theresienkirche ebenso wie weiter nördlich den Ententeich der Parkanlage beim Schloss Thurn und Taxis. Der Vitusbach fließt unterhalb des Kopfsteinpflasters der UNESCO Weltkulturerbestadt weiter als die zentrale Wasserader der Stadt. Straßennamen wie Am Vitusbach, Obere und Untere Bachstraße, Am Mühlbach und Fischmarkt künden von dieser Lebensader.

In einer Art „Röntgenblick“ unter die Oberfläche der gepflasterten Stadt macht das Kunstprojekt von Ulrika Eller-Rüter auf die größtenteils verborgene einstige Lebensader aufmerksam. Künstlerische Interventionen an historischen „Wasser-Stationen“ markieren den Bachverlauf.

In ihren Sea-Level-Labs beschäftigt sich die international und multimedial arbeitende Künstlerin Ulrika Eller-Rüter mit dem Wasser. Ihr Projekt Vitusbach hat sie explizit für Regensburg entwickelt. Ein besonderer Schwerpunkt ihres Konzepts sind die langen Wege des Vitusbachs bis zur Mündung in die Donau. Maßstabsgetreu zeichnet die Künstlerin den Weg des Bachs durch den Stadtraum nach. Außerdem spürt sie dem Klang des Bachs nach, Kleingartensiedlung „Am Vitusbach“ seine lange Reise ins Rohrsystem antritt.

Seit 2019 schöpft Ulrika Eller-Rüter auf ihren Reisen an verschiedensten Orten in der Welt Wasserproben aus Flüssen, Meeren, Brunnen und sonstigen Quellen, archiviert und mikroskopiert diese. Im Mikroskop zeigt sich eine Fülle von Bildern“ und Codes, die Auskunft zu geben scheinen über Zivilisation, Landschaft, Naturprozesse und Universum. Jedes Gewässer hat eine auffallende „Physiognomie“, wie eine eigene „Signatur“.

Im Besucherzentrum Welterbe sind Regensburger Wassertropfen aus Donau, Regen und Vitusbach als mikroskopierte Bildwelten zentrale Elemente ortsspezifischer Licht- und Sound-Installationen. 

 

Über die Künstlerin:

Ulrika Eller-Rüter arbeitet multidisziplinär in den Grenzbereichen zwischen Malerei, Installation, Performance und Musik (u.a. Gesang), wie auch in partizipativen Kunstformen im öffentlichen Raum. In ihrer multidisziplinären Herangehensweise untersucht sie die Spuren der menschlichen Existenz, ihre Fragilität, das Latente und Subkutane, das „unter der Haut“ Verborgene. Bildgebende Verfahren, wie sie in den Naturwissenschaften zur Anwendung kommen, werden dabei zur künstlerischen Strategie einer kunstbasierten Forschung.

Einzel- und Gruppenausstellungen, Performances und Interventionen im gesellschaftlichen Kontext führten sie u.a. nach Polen, Litauen, Rumänien, Italien, Frankreich, Portugal, Schweden, Palästina/Israel, China, Russland, Iran, Nicaragua, Südafrika.

Für Gastprofessuren wurde sie u.a. entsandt an die Akademie der Künste in Krakau/Polen, das Visual Arts Department der Stellenbosch-Uni/Südafrika, das Fine Arts Department der Al Quds Universität in Abu Dis/Palästina, das Visual Arts Department der Sichuan China University in Chengdu/China, die Akademie der Künste in Vilnius/Litauen, Fine Arts Department der Dalian University, Dalian/China.