Klimaresilienz
beschreibt die Fähigkeit von Menschen, Städten oder Ökosystemen, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen – also sich anzupassen, Schäden zu begrenzen und sich nach Ereignissen wie Überschwemmungen oder Dürre wieder zu erholen.
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Bilddokumentation, Stadt RegensburgHier bekommen Sie einen Überblick über die Organisation und Arbeit des Klimaresilienzmanagements. Für fachliche Informationen, aktuelle Projekte und Veranstaltungen stehen Ihnen die Unterpunkte rechts zur Verfügung.
Das Klimaresilienzmanagement in Regensburg
Die Themen Klimawandel und Klimaresilienz sind schon seit Jahren in der Stadt Regensburg angekommen.
Erste Forschungsprojekte zur Auseinandersetzung mit dem Klimawandel in Regensburg begannen bereits 2009, im Rahmen einer Initiative des Experimentellen Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) zu „Urbanen Strategien zur Anpassung an den Klimawandel“. Viele der bereits damals erarbeiteten Ideen und Ansätze sind auch heute noch aktuell.
Besonders wegweisende Schritte für die Stadt waren die Erabeitung des Leitbildes "Energie und Klima" sowie des Stadtentwicklungsplans "Regensburg-Plan 2040". Beide Konzepte räumen den Themen Klimawandel, Klimaschutz und Klimaanpassung höchste Priorität ein.
"Wer sich auf eine lange Reise begibt, braucht insbesondere zwei Dinge: ein klares Ziel und eine Beschreibung des richtigen Wegs."
(Leitbild "Energie und Klima", 2017, S.8)
Mit einer Klimaanpassungsstrategie und geeigneten Maßnahmen soll den klimatischen Herausforderungen begegnet werden. Seit 2018 beschäftigt sich das Klimaresilienzmanagement mit diesem komplexen Themenfeld und koordiniert in enger Zusammenarbeit mit den Fachämtern, externen Experten und auch unter Beteiligung der Bevölkerung, die Aktivitäten in diesem Bereich.
Um die Klimaaspekte künftig in der Stadtentwicklung zu berücksichtigen, konnten bereits wichtige Beschlüsse gefasst werden:
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Stadt RegensburgFolgende allgemeinverbindliche Grundsätze wurden 2019 von der Politik beschlossen:
- Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe: Die Klimaanpassungsstrategie stellt das zentrale Bindeglied sämtlicher Klimaaktivitäten der Stadt Regensburg dar. Die Fachämter bringen ihre jeweiligen Fachkompetenzen ein. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt unter Federführung der jeweiligen Fachämter.
- Vorrangige Berücksichtigung von Klimafaktoren bei baulichen Entwicklungen auf der Basis vorliegender bzw. künftig vorliegender Konzepte mit klimabezogenem Inhalt (Energienutzungsplan, Stadtklimagutachten, Flächennutzungsplanung, Landschaftsplan, Leitbild Energie und Klima, Freiflächenentwicklungskonzept etc.).
- Generelle und andauernde Prüfung von Klimarelevanz im Rahmen der Siedlungsentwicklung und Bauleitplanung.
- Besondere Beachtung der Themenbereiche Hitze, Starkregen und Durchlüftung. Die künftig entwickelten Maßnahmen und Strategien müssen konsequent in Planungen und Baumaßnahmen einfließen.
- Besondere Anforderungen für die Altstadt: Durch die besondere klimatische Ausprägung der Altstadt als Wärmeinsel, die städtebaulichen Besonderheiten und den Denkmalschutz wurden im Rahmen des ExWoSt-Forschungsprojektes für den Bereich der Altstadt entsprechende Maßnahmen entwickelt und sollen im Prozess weiterhin berücksichtigt werden.
- Berücksichtigung von bisherigen und laufenden Aktivitäten zur Klimaanpassung im Zuge der Klimaanpassungsstrategie.
Die Verwaltung wurde mit dem Beschluss VO/19/15604/D3 beauftragt, eine Klimaanpassungsstrategie basierend auf den fachlichen Grundsätzen für die Stadt Regensburg unter Federführung des Klimaresilienzmanagements zu erarbeiten.
Um das sehr umfangreiche Fachgebiet der Klimaresilienz zu organisieren, wurden drei Themenfelder definiert, welche vorrangig verfolgt werden sollen:
- Hitze
Im Zusammenhang mit dem Klimawandel zählt zunehmende Hitze zu den bekanntesten Erscheinungen. Durch die ansteigende Erwärmung heizen sich auch die Oberflächen in der Stadt immer stärker auf und kühlen in länger andauernden Hitzeperioden nächtlich nur langsam ab. In besonders stark verdichteten Gebieten mit großen Baumassen, fehlender Vegetation und geringen Möglichkeiten zur Wasserspeicherung entsteht ein hohes Überwärmungsrisiko. Betroffen sind hier vor allem die Altstadt sowie Gewerbegebiete und Industriestandorte.
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Stadt RegensburgIm Frühjahr 2021 wurde ein partizipativer Hitzemanagementprozess unter Federführung des Klimaresilienzmanagements durchgeführt, mit dem Ziel die Stadt im Hinblick auf das Klimarisiko Hitze langfristig zukunftsfähig zu machen. Dieser umfassende Beteiligungsprozess wurde unter aktiver Mitwirkung von Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung sowie von Regensburger Vereinen, Verbänden und Initiativen durchgeführt. Um ein Stimmungsbild und inhaltliche Impulse aus der Bürgerschaft ableiten zu können, wurde begleitend zum Beteiligungsprozess eine Online-Umfrage durchgeführt.
Im Ergebnis wurden insgesamt zehn Schlüsselmaßnahmen erarbeitet, deren Umsetzung der Stadtrat im Juli 2022 zugestimmt hat. Neben dem Aufstellen von Trinkbrunnen und Wasserspendern in stark frequentierten Bereichen der Stadt– wie zum Beispiel am Schwanen- und am Bismarckplatz – sollen bei der Planung und dem Bau neuer Wohngebiete sowie im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen weitere Standorte künftig mitgedacht werden. Darüber hinaus soll ein Hitzeaktionsplan erstellt sowie ein Leitfaden zum Hitzeschutz für vulnerable Einrichtungen und ihre Bewohnerinnen und Bewohner erarbeitet werden. Um die Akzeptanz und die Umsetzungsbereitschaft für klimarelevante Maßnahmen rund um Gebäude, wie zum Beispiel Dach- und Fassadenbegrünungen, zu erhöhen, soll als weitere Maßnahme eine Informations- und Beratungskampagne durchgeführt werden. Sie soll sich dabei vor allem an lokale Unternehmen, Privateigentümerinnen und -eigentümer sowie Wohnungsbaugesellschaften richten.
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Stadt RegensburgIm Rahmen des Hitzeaktionsplans hat die Stabsstelle Klimaschutz und Klimaresilienz eine zentrale Anlaufstelle für alle Informationen und Anwendungen zum Thema Hitze geschaffen: Der Regensburger HitzeHelfer
Informieren Sie sich, welche Gefahren bei Hitze drohen, wie Sie sich davor schützen können oder wo Sie den nächsten Trinkwasserbrunnen finden. Auf der Seite werden außerdem die Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes tagesaktuell dargestellt, damit Sie sich auf mögliche Hitzewellen vorbereiten können. Anwendungen wie die "Karte der kühlen Orte" zeigen Ihnen, wo Sie an heißen Tagen Abkühlung finden können.
Außerdem ging aus dem Hitzemanagement eine städtische Förderung zur Klimaanpassung hervor. Um die Klimaresilienz zu stärken, unterstützt die Stadt Regensburg Sie mit bis zu 4.000 € bei nachträglichen Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen.
- Starkregen
Starkregenereignisse sind nur schwer vorhersehbar und treten lokal stark begrenzt auf. In kürzester Zeit fallen große Mengen an Niederschlag. Da die Kanalisation für solche Ereignisse nicht ausgelegt ist und auch der Boden das Wasser irgendwann nicht mehr aufnehmen kann, fließt das Wasser oberflächlich ab und kann dadurch starke bauliche Schäden anrichten oder sogar zu einer Gefahr für Leib und Leben werden.
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Stadt RegensburgNach einem umfassenden Auftakt mit allen relevanten Fachstellen im Mai 2019 wurden in vier Arbeitsgruppen die Themen "Grundlagendaten", "Kommunikation", "Maßnahmen" und "Verwaltungshandeln" vertieft betrachtet.
Aus dieser interdisziplinären Zusammenarbeit ergaben sich folgende Grundsätze, die Anfang 2020 von der Politik beschlossen wurden:
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Wir nehmen uns des Themas Starkregen in Regensburg an.
Es ist davon auszugehen, dass Starkregenereignisse in Zukunft wahrscheinlich häufiger und intensiver auftreten als bisher. Um die Bürgerinnen und Bürger zu schützen und infrastrukturelle Schäden zu begrenzen, befasst sich die Stadt Regensburg im Rahmen eines Starkregenmanagements verstärkt mit entsprechenden Vorsorgemöglichkeiten. -
Wir stellen den Bürgerinnen und Bürgern sowie Fachleuten entsprechende Informationen für eine Starkregenvorsorge zur Verfügung.
Informationen über Starkregen und Möglichkeiten zum Schutz stellt die Stadt Regensburg über eine Homepage bereit. Zudem wird ein Flyer mit allgemeinen Hinweisen erstellt und digital auf der Homepage zur Verfügung gestellt. Durch eine Checkliste können Bürgerinnen und Bürger prüfen, ob ihr Grundstück gefährdet ist und sich in einer Broschüre über Möglichkeiten zum Objektschutz informieren. -
Durch eigene Maßstäbe wird das Starkregenmanagement in der Bauleitplanung gestärkt.
Um eine nachhaltige Stadtentwicklung zu stärken, wurden verschiedene Maßnahmen zur Starkregenvorsorge in einer Planungshilfe zusammengestellt. Diese wird sowohl intern im Rahmen der Bauleitplanverfahren genutzt als auch externen Fachleuten zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurde ein Leitfaden zur wassersensiblen Stadt- und Freiraumgestaltung in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz erstellt. -
Wir schaffen für die Stadt Regensburg eine bestmögliche Grundlage zur Beurteilung von Gefährdungen durch Starkregen und vertiefen die weitere Arbeit dazu.
Zur Beurteilung von Gefährdungen ist eine Starkregengefahrenkarte eine wichtige Grundlage. Die Bedingungen zur Erstellung einer solchen Karte werden weiter ausgearbeitet und mit bayerischen Standards abgeglichen. Zudem werden Fördermöglichkeiten geprüft. -
Das Thema Starkregen wird im Verwaltungshandeln berücksichtigt und die Zusammenarbeit ämterübergreifend weiter vertieft.
Die Informationsflüsse zwischen den Fachämtern zum Thema Starkregen werden eruiert. Bei Bedarf wird weitere Unterstützung zur Implementierung des Themas durch die Projektgruppen und Projektkoordination gewährleistet. Dazu werden den Fachämtern u.a. die geplanten Veröffentlichungen zur Verwendung bereitgestellt.
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Maria Ernst DesignsAnalog zum HitzeHelfer erstellt die Stabsstelle Klimaschutz und Klimaresilienz derzeit eine zentrale Informationsplattform rund um das Thema Starkregen: Der Regensburger RegenRetter
Den Link zur Plattform finden Sie in Kürze hier!
- Durchlüftung
Mit Durchlüftung ist eine thermische Ausgleichsströmung gemeint, die zwischen Gebieten unterschiedlicher Temperatur entsteht. Da das ländliche Umland mit Agrar- und Waldflächen kühler ist als die Wärmeinsel der Stadt, sind Durchlüftungsachsen wichtig, um die heiße Luft im Sommer besser aus dem Stadtgebiet abzuführen. Vor allem im Rahmen der Bauleitplanung gilt es, wichtige Frischluftschneisen freizuhalten.
Die in den genannten Beschlüssen erarbeiteten Maßnahmen wurden teilweise bereits abgeschlossen und werden weiterhin Stück für Stück von der Verwaltung umgesetzt.
Alle öffentlichen Beschlüsse der Stadt Regensburg können über den Regensburger Sitzungsdienst eingesehen werden:
Die Stabsstelle Klimaschutz und Klimaresilienz
Zur Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an bereits sichtbare Folgen wurden sowohl ein Klimaschutz- als auch ein Klimaresilienzmanagement eingerichtet und in einer Stabsstelle zusammengefasst. Die Stabsstelle entwickelt und koordiniert in enger Zusammenarbeit mit den Fachämtern Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungsstrategien für die Stadt Regensburg.
Zu den Aufgaben der Stabsstelle gehören:
- Erstellung von Datengrundlagen:
Um Maßnahmen effizient planen und umsetzen zu können, muss bekannt sein, welche Bereiche besonders anfällig und gefährdet sind - hierfür müssen verlässliche Daten vorliegen. Demzufolge wurden bereits wichtige Grundlagenanalysen, wie zum Beispiel eine neue Stadtklimaanalyse, eine Thermalbefliegung, Profilmessfahrten zu Temperaturunterschieden innerhalb des Stadtgebietes, Mikroklimaanalysen und -simulationen zu einzelnen Plätzen oder die Einrichtung einer zusätzlichen Stadtklimastation zur Analyse des städtischen Wärmeinseleffekts in die Wege geleitet. Die Stabsstelle arbeitet stets daran die Datengrundlagen zu verbessern und Lücken in der Datenversorgung zu schließen. - Kooperationen:
Bei Projekten, Maßnahmen und Prozessen werden verschiedene Beteiligte, wie zum Beispiel Fachleute und Fachämter, Institute, Hochschulen, die Presse, aber auch andere Kommunen oder staatliche Einrichtungen eingebunden. Zudem beteiligt sich das Klimaresilienzmanagement regelmäßig an Initiativen und Forschungsprojekten.
- Sensibilisierung und Information:
Informationsmaterial wird sowohl digital, als auch in Form von Flyern und Broschüren für Fachleute und die Bevölkerung bereitgestellt. Veröffentlichungen zu den Themenbereichen Hitze und Starkregen finden Sie auf den passenden Seiten des HitzeHelfers beziehungsweise des RegenRetters. - Bürgerbeteiligung
Die Bevölkerung wird unter anderem durch Umfragen, wie zum Beispiel beim Hitzemanagementprozess, oder bei Workshops zu Forschungsprojekten (KlaR) eingebunden. Auch im Rahmen des Hitzeaktionsplans findet 2026 eine Beteiligung für die Öffentlichkeit statt, um zum Beispiel Geheimtipps für kühle Orte aus der Bevölkerung zu bekommen.
- Kommunikation:
Die tägliche Kommunikation geschieht auf Arbeitsebene. Mittels eines verwaltungsinternen Newsletters werden den Fachämtern außerdem aktuelle Informationen in regelmäßigen Abständen bereitgestellt. - Maßnahmenentwicklung:
In Arbeitsgruppen und Fachaustauschen werden gemeinsam Maßnahmen entwickelt und bei Bedarf durch externe Fachbüros unterstützt. - Bildung:
Durch Vorträge und Fortbildungen sowie die Unterstützung wissenschaftlicher Arbeiten wird Wissen weitergegeben.
Weitere Informationen
Ansprechpartner
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