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Amt für Tagesbetreuung von Kindern: Entwicklung seit 1991

Das Amt für Tagesbetreuung von Kindern der Stadt Regensburg übernimmt insbesondere die Planung, Organisation und Sicherstellung der Kinderbetreuung im Stadtgebiet.

Zentrale Aufgaben

  • Betrieb städtischer Betreuungseinrichtungen
    Amt 52 ist für zahlreiche städtische Kindertagesstätten, Kinderhäuser und Kinderhorte zuständig.
  • Aufsicht und Koordination freier Träger
    Neben den städtischen Einrichtungen koordiniert und beaufsichtigt das Amt 52 auch die Einrichtungen freier Träger in Regensburg.
  • Vermittlung und Organisation der Kindertagespflege
    Dazu gehören die Vermittlung von Tagesmüttern/-vätern und Betreuung der sogenannten Tagespflegenester sowie der Großtagespflege.
  • Bedarfsplanung und Information zur Kinderbetreuung
    Das Amt informiert Eltern über Betreuungsmöglichkeiten und entwickelt die städtische Bedarfsplanung für Kita- und Hortplätze weiter.
  • Anmeldung und Platzvergabe
    Organisation der Anmeldung von Kindern in Betreuungseinrichtungen, unter anderem über den Kita-Planer der Stadt.
  • Verwaltung und Finanzierung
    Bearbeitung von Elternbeiträgen, Zuschüssen und organisatorischen Verwaltungsaufgaben innerhalb der Kinderbetreuung.
  • Beratung und Unterstützung von Familien
    Eltern werden zu Betreuungsformen, Kosten, Fördermöglichkeiten und passenden Einrichtungen beraten.
  • Qualitätssicherung und pädagogische Betreuung
    Sicherstellung der Betreuung nach dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan und Implementierung gesetzlicher Vorgaben.

Entwicklung ab 1991

Karte - städtische Kindertageseinrichtungen im StadtgebietIm Jahr 2026 befinden sich 36 Einrichtungen der Kindertagesbetreuung in städtischer Trägerschaft. © Stadt Regensburg

Im Jahr 2026 betreut das Amt für Tagesbetreuung 36 Kindertageseinrichtungen mit vielfältigen pädagogischen Ausrichtungen und über 600 fachlich qualifizierten Mitarbeitenden. Zusätzlich werden pädagogische Extras, wie die Qualitätsbegleitung und Sprachfachberatung ermöglicht. Daneben gibt es das Angebot der Kindertagespflege sowie die Fachberatung von Trägern und Leitungen in freier und sonstiger Trägerschaft. 


Ausbau der Kinderbetreuung
  • Anfang der 1990er lag der Schwerpunkt noch stark auf klassischen Kindergärten für Kinder ab drei Jahren, wobei die Aussicht auf den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz (ab 01.01.1996) zum Ausbau des Betreuungsangebots führte.
  • Mit steigender Erwerbstätigkeit von Eltern und wachsender Bevölkerung entstand ein deutlich höherer Bedarf an Betreuungsplätzen. Im Jugendhilfeausschuss wurde ein Investitionsprogramm für die Jahre 1991 – 1995 verabschiedet.
  • Die Stadt Regensburg baute neue Einrichtungen, erweiterte bestehende Einrichtungen und schuf zusätzliche Hortplätze.

Reaktion auf gesetzliche Vorgaben
  • Mit Inkrafttreten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII, 1991) wurde Kinderbetreuung stärker als Bildungs-, Erziehungs- und Förderauftrag verstanden.
  • Die Einführung des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG, 2005) brachte Änderungen hinsichtlich der Förderung, des Qualitätsanspruchs, an Dokumentationsaufgaben und der Betreuungsrahmen mit sich.

Ausbau der Betreuungsplätze U3
  • Im Hinblick auf den Rechtanspruch im Jahr 2013 auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr wurde das Angebot an Krippenplätzen ausgeweitet.
  • Der steigenden Nachfrage berufstätiger Eltern und dem Bevölkerungszuwachs wurden Rechnung getragen, indem Neubauten, Interimslösungen, Personalgewinnungskampagnen und hohe Investitionskosten umgesetzt wurden.

Umgang mit Herausforderungen
  • Eine zentrale Besonderheit in den 2010er-Jahren war der Mangel an Fachpersonal. Daher wurden Ausbildungsplätze ausgebaut, vergütete Quereinstiegsmodelle etabliert, die Arbeitsbedingungen verbessert und eine Springerkoordination zum Management bei Personalmangel etabliert.
  • Die Anmeldung für Betreuungsplätze wurde schrittweise digitalisiert, sodass inzwischen eine rein digitale Online-Anmeldung mithilfe des Kita-Planers erfolgt. Elektronische Verwaltungsprozesse wurden etabliert und Wege zur digitalen Kommunikation mit den Eltern geschaffen.
  • Die Covid-Pandemie ab 2020 stellte die Kindertagesbetreuung vor die Aufgabe, Notbetreuungen zu organisieren, Hygienekonzepte umzusetzen, Personalausfälle zu koordinieren sowie die ständig wechselnden Vorgaben der Regierung umzusetzen.
  • Besonderen Schwerpunkt legt das Amt für Tagesbetreuung von Kindern der Stadt Regensburg auf die Inklusionsarbeit. Zahlreiche Betreuungseinrichtungen arbeiten inklusiv und legen Schwerpunkte in den Bereichen der Sprachförderung, Integration von Kindern mit Flucht- oder Migrationsgeschichte und interkultureller Pädagogik.

Besondere Angebote der Stadt Regensburg als Träger

Kindertagespflege

Die Kindertagespflege bietet insbesondere für Kinder im frühen Alter eine familiennahe und individuelle Betreuungsform. In einer kleinen Gruppe können Kinder in einer vertrauensvollen Umgebung begleitet, gefördert und in ihrer Entwicklung unterstützt werden. Die enge Beziehung zwischen Tagespflegeperson, Kind und Familie schafft Sicherheit und Geborgenheit und ermöglicht eine flexible sowie bedürfnisorientierte Betreuung. Damit leistet die Kindertagespflege einen wichtigen Beitrag zur frühkindlichen Bildung und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Sprachfachberatung

Die Sprachfachberatung unterstützt die städtischen Einrichtungen dabei, Sprachbildung und sprachliche Förderung gezielt in den Alltag zu integrieren. Durch fachliche Beratung, praxisnahe Impulse und die Begleitung von Teams trägt die Sprachfachberatung dazu bei, Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung individuell und alltagsintegriert zu fördern. Ziel, seit Projektstart 2016 ist es, die pädagogische Qualität im Bereich sprachliche Bildung und Interaktion in den Sprach-Kitas weiterzuentwickeln bzw. zu verstetigen. 

Pädagogische Qualitätsbegleitung (PQB)

Die Pädagogische Qualitätsbegleitung (PQB) unterstützt Kindertageseinrichtungen dabei, ihre pädagogische Arbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu reflektieren. Im Mittelpunkt stehen die Qualität der Bildungs- und Betreuungsarbeit sowie eine wertschätzende Zusammenarbeit im Team. Durch fachliche Beratung, gemeinsame Reflexion und individuelle Begleitung werden neue Impulse gesetzt, die den Alltag in der Einrichtung nachhaltig stärken und Kindern bestmögliche Entwicklungs- und Bildungschancen eröffnen.

Ausbildungsbeauftragtenstelle

Das Team der Ausbildungsbeauftragtenstelle übernimmt eine zentrale Rolle in der Begleitung und Förderung von Auszubildenden und Praktikantinnen bzw. Praktikanten. Sie sind wichtige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner während der Ausbildung, unterstützen bei fachlichen Fragen und begleiten die persönliche sowie berufliche Entwicklung. Durch ihre Anleitung und ihr Engagement schaffen sie eine lernfördernde Atmosphäre und tragen wesentlich zur Vernetzung der angehenden pädagogischen Fachkräfte bei der Stadt Regensburg bei. 


Ausbildungsmöglichkeiten

Das Amt für Tagesbetreuung von Kindern bietet vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten an: 

  • Praxisorientierte Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin / zum staatlich anerkannten Erzieher (PiA)
  • Kinderpflegeausbildung mit erhöhtem Praxisanteil (KiPrax)
  • Berufspraktikum (BP)
  • Sozialpädagogisches Einführungsseminar (SEJ)
  • Praktikum für Erziehende und pädagogische Fachkräfte in der Grundschulkindbetreuung
  •  Schulbegleitendes Praktikum für Kinderpflegekräfte
  • Modulare Ausbildung zur Assistenz-, Ergänzungs- und Fachkraft

Vernetzung von Akteuren der Kindertagesbetreuung

Regelmäßig lädt das Amt für Tagesbetreuung von Kindern zu Konferenzen für Einrichtungsleitungen städtischer Einrichtungen, sowie für Vertreterinnen und Vertreter von Einrichtungen in freier und sonstiger Trägerschaft ein.

In einer Leitungskonferenz der freien und städtischen Einrichtungsleitungen und Trägervertreter im März 2026 wurden alle Teilnehmenden (ca. 110 Personen) gebeten, die – für Sie individuell – bedeutsamsten Veränderungen der Kindertagesbetreuung in den letzten Jahrzehnten auf Karteikarten festzuhalten. Die Ergebnisse wurden kategorisiert und zusammengefasst. 

Die Kindertagesbetreuung befindet sich in einem stetigen Wandel. Besonders deutlich werden Veränderungen in den Bereichen Pädagogik, Recht, Fachpersonal und Verwaltung. Der Fokus liegt zunehmend auf Individualität, Inklusion, Partizipation und einer professionellen pädagogischen Haltung.

Grafik - Schaubild zum Wandel in der KindertagesbetreuungSchaubild - Veränderungen der Kindertagesbetreuung in den letzten Jahrzehnten © Stadt Regensburg

Standorte

Standorte vom Amt für Tagesbetreuung von Kindern

Von 1991 - 2023 war das Amt für Tagesbetreuung von Kindern in Räumlichkeiten am Domplatz 3, 93047 Regensburg. Seit 2023 befindet sich der Dienstsitz im zweiten Stock der Kastenmaierstraße 1, 93055 Regensburg.

Standorte von Betreuungseinrichtungen

Im Jahr 2026 befinden sich 36 Einrichtungen der Kindertagesbetreuung in städtischer Trägerschaft und das Angebot wird stetig ausgeweitet. Die nachfolgende Übersicht zeigt alle derzeitigen Einrichtungen:

Karte - städtische Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet Karte - Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet

Personal des Amts für Tagesbetreuung von Kindern

Leitungen:

  • von 1991 bis 2016: Frau Sieglinde Kolbinger-Preißer
  • von 2016 bis 2024: Frau Eleonore Hartl-Grötsch
  • seit Oktober 2024: Herr Oliver Nowak
Fotografie - Sieglinde Kolbinger-Preißer, ehemalige Amtsleitung Fotografie - Eleonore Hartl-Grötsch, ehemalige Amtsleitung Fotografie - Oliver Nowak, Amtsleiltung