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Gedenk- und Erinnerungskultur

Gedenk- und Erinnerungskultur ist kein bloßer Blick zurück. Es ist eine demokratische Verantwortung der Gegenwart.

In vielen Teilen Europas zeichnet sich ein bedenklicher Umgang mit der eigenen Geschichte und der Erinnerung daran ab. Rechtspopulistische Narrative gewinnen an Einfluss, während kritische Perspektiven und Stimmen von Opfergruppen zunehmend in den Hintergrund geraten. Heroisierung und ein wiedererstarkender Nationalstolz verdrängen die Erinnerung an die Gefahren einer egozentrischen Nation - eine Entwicklung, welche die demokratischen Grundwerte gefährdet.

Gerade in der vierten Nachkriegsgeneration verschwinden die Berührungspunkte mit den Schrecken der NS-Zeit zunehmend. Doch es gibt gewichtige Gründe, die Geschichte nicht ruhen zu lassen. Schließlich ist sie "niemals nur Vergangenheit, denn sie wirkt auf vielfache Weise fort. Alles, was einmal geschah, kann sich wiederholen" (Benz 2025). Die Bemühungen rechter Akteure, alte Parolen der Spaltung wieder salonfähig zu machen und die Tendenz, dunkle Kapitel der deutschen Geschichte zu verharmlosen oder umzudeuten, unterstreichen die Relevanz einer lebhaften Erinnerungskultur.

Aus der Vergangenheit zu lernen bedeutet, faktenbasierte Aufklärung mit Empathie gegenüber den Opfern zu verbinden. Nur so kann eine offene, demokratische Gesellschaft bestehen. Dieser Aufgabe fühlt sich die Stabstelle für Gedenk- und Erinnerungsarbeit sowie Extremismusprävention verpflichtet. Ihr Ziel ist es, durch die Konzeption und Durchführung von Gedenkveranstaltungen sowie durch zeitgemäße Formen des öffentlichen Erinnerns an die vielfältigen Schicksale der NS-Zeit, aber auch an jüngere denkwürdige Ereignis, zu erinnern und für deren Bedeutung zu sensibilisieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der politischen Bildung sowie der Vermittlung geschichtssensibler Inhalte.

Erinnern heißt, den Stimmen der Opfer Raum zu geben und Verantwortung über die Zukunft zu übernehmen.