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Jahresthema 2027: Mind the gap!

Grafik – Übergangslogo für das kulturelle Jahresthema 2027 „Mind the gap!“ © Kulturamt Stadt Regensburg

„Mind the gap!“ – so lautet der weltweit bekannte Sicherheitshinweis der Londoner U-Bahn. Eine explizite Warnung an alle Passagiere vor der Lücke zwischen Zug und Bahnsteigkante. Neben dieser konkreten Bedeutung, die ikonografischen Kultstatus genießt, hat die Phrase als geflügeltes Wort eine eigene Bedeutung entwickelt. So gibt es zahlreiche politische, gesellschaftliche, kulturelle oder psychologische Interpretationen. 

Das kulturelle Jahresthema 2027 möchte sich mit dem Begriff „Mind the gap!“ auf vielfältige, offene und kreative Art und Weise künstlerisch auseinandersetzen. Neben der wörtlichen Bedeutung, die vor einem Abstand, Spalt oder Leere warnt, kann die Lücke (der Gap) als spannungsgeladener Raum der Begegnung oder als Zwischenraum interpretiert werden. Es ist ausdrücklich gewünscht, den Passus bewusst als offene Metapher zu verwenden und dabei sowohl die negativen als auch die positiven Seiten des Themas auszuloten. Dabei können unter anderem verschiedene Lücken, Leerstellen, Leerstände, ungesehene Orte, Zäsuren, Übergänge oder Schwellen in den Mittelpunkt der künstlerischen Projekte rücken.


Informationen zur Antragstellung

Die Deadline für die Einreichung der Anträge für das kulturelle Jahresthema 2027 ist am Sonntag, den 8. November 2026 um 23:59 Uhr. 

Es gibt kein offizielles Antragsformular, die Form ist frei wählbar.


Der Antrag muss enthalten:

  • Projektbeschreibung
  • Erklärung des inhaltlichen Bezugs zum Jahresthema
  • Finanzplan (Projektausgaben und -einnahmen)

Hinweise für die Antragstellung:

  • Es gibt keine feste Förderquote, der Zuschuss liegt in der Regel bei 30 bis 70 Prozent der Gesamtausgaben.
  • Es wird ein gewisser Eigenanteil erwartet, z. B. in Form von Eigenleistung, Eintrittsgeldern, weiteren Fördertöpfen, Sponsoren, Kooperationspartnern o. ä.
  • Es können maximal 5.000 Euro pro Projekt beantragt werden. 
  • Es ist möglich, mehrere Projekte einzureichen.

Die Anträge sind vorzugsweise per E-Mail an ZWQuZ3J1YnNuZWdlciRhbmFoLmF2b2tsamVi zu schicken. Sollten die Anhänge mehr als 10 MB haben, bitte über WeTransfer o. ä. schicken, Nachrichten mit mehr als 10 MB gehen in der Regel nicht durch. Jeder eingereichte Antrag wird innerhalb von 1-2 Arbeitstagen bestätigt, damit Sie wissen, dass die Nachricht angekommen ist. Alternativ, falls eine Online-Einreichung nicht möglich ist, kann der Antrag per Post ans Kulturamt gesendet werden.


Bewertungsgrundlagen

Über die Projektanträge wird Anfang Dezember 2026 entschieden. Die Antragstellerinnen und Antragsteller werden im Anschluss umgehend benachrichtigt, ob Ihr Projekt genehmigt wurde und falls ja, wie hoch der zugesagte Zuschuss ist.


Folgende Kriterien müssen erfüllt werden:

  • ein neues Projekt / Format / Programmbaustein, das für das Jahresthema entwickelt wurde
  • ein nachvollziehbarer inhaltlicher Zusammenhang mit dem Jahresthema – der Projektvorschlag greift das Jahresthema auf eigenständige / neue Weise auf
  • ein kulturelles Projekt mit künstlerischer Qualität, das in Regensburg stattfindet

Folgende Kriterien wirken sich positiv auf die Entscheidung aus:

  • ein spartenübergreifendes Projekt / ein Kooperationsprojekt
  • Einbindung von Jugendlichen, Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Beeinträchtigungen, sozial benachteiligten Personen usw. als Teilnehmende und/der Zielgruppe des Projekts
  • das Projekt findet in einem Stadtteil, also nicht in der Altstadt, statt oder beschäftigt sich mit einem Stadtteil
  • Projektvorschläge, die besonders beispielhaft, innovativ, kreativ, experimentell oder nachhaltig im Sinne einer Strahlkraft / Übertragbarkeit / Grundlage für weitere Projekte sind

Individuelle Beratungstermine

Im Oktober besteht die Möglichkeit, einen telefonischen oder persönlichen Termin im Kulturamt auszumachen. Aufgrund der aktuellen Bürosituation (Renovierungsarbeiten) werden telefonische Termine bevorzugt.
Bitte melden Sie sich rechtzeitig (Kontaktdaten siehe weiter unten), um einen Termin zu finden. Es ist hilfreich, wenn Sie bei diesem Termin bereits eine erste Version des Antrags oder zumindest das Konzept und eine grobe Vorstellung vom Finanzplan haben.
Insbesondere den Erstantragstellerinnen und Erstantragstellern wird empfohlen, vor der Einreichung der Unterlagen Kontakt aufzunehmen und sich beraten zu lassen.


„Mind the gap!“ – Hintergrundinformationen

„Mind the gap!“ – so lautet der weltweit bekannte Sicherheitshinweis der Londoner U-Bahn. Eine explizite Warnung an alle Passagiere vor der Lücke zwischen Zug und Bahnsteigkante. 

Neben dieser konkreten Bedeutung, die ikonografischen Kultstatus genießt, hat die Phrase als geflügeltes Wort eine eigene Bedeutung entwickelt. So gibt es zahlreiche politische und gesellschaftliche Interpretationen. Denn mit „Gap“ werden gemeinhin Spaltungen bezeichnet, wie sie in westlichen Demokratien zunehmend zutage treten. Der Begriff wird außerdem oft genutzt, um auf gesellschaftliche Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten wie den „Gender Pay Gap“ (Lohnlücke zwischen Männern und Frauen) oder den „Gender Data Gap“ (fehlende Daten über Frauen) hinzuweisen. Im Coaching hingegen beschreibt das Konzept den Potenzialraum zwischen Gegenwart und Ziel, wo es Hindernisse, Ängste oder fehlende Kompetenzen aus dem Weg zu räumen gilt, um die Lücke zwischen Ist und Soll zu überbrücken. Und noch ein Blick in die Welt der Politik: In der Schweiz bezeichnet die „Mind-the-gap-Strategie“ vor allem das diplomatische Vorgehen, ihre bilateralen Beziehungen zum Vereinigten Königreich nach dem Brexit lückenlos fortzuführen. 

In der Kultur und Kunst hat sich „Mind the gap!“ von einer alltäglichen U-Bahn-Durchsage zu einer tiefgründigen, vielschichtigen Metapher für Abstände, Leerstellen und Barrieren in unserer Gesellschaft entwickelt. Kunstschaffende nutzen den Begriff auf unterschiedliche Weise: Einige Kulturprojekte greifen es als Motto auf, um auf das Fehlen bestimmter Perspektiven in historischen Kunstsammlungen aufmerksam zu machen, zum Beispiel unterrepräsentierte Künstlerinnen und ihre vergessenen Werke in den großen Museen. In der Kulturpolitik beschreibt „Mind the gap!“ oft die Kluft zwischen den Institutionen, wie Theater oder Opernhäuser, und dem Publikum und stellt damit die Frage nach der kulturellen Teilhabe und dem Zugang zu Kunst und Kultur in den Mittelpunkt. 

Das kulturelle Jahresthema 2027 möchte sich mit dem Begriff „Mind the gap!“ auf vielfältige, offene und kreative Art und Weise künstlerisch auseinandersetzen. Neben der wörtlichen Bedeutung, die vor einem Abstand, Spalt oder Leere warnt, kann die Lücke (der Gap) als spannungsgeladener Raum der Begegnung oder als Zwischenraum interpretiert werden. Es ist ausdrücklich gewünscht, den Passus bewusst als offene Metapher zu verwenden und dabei sowohl die negativen als auch die positiven Seiten des Themas auszuloten. Dabei können unter anderem verschiedene Lücken, Leerstellen, Leerstände, ungesehene Orte, Zäsuren, Übergänge oder Schwellen in den Mittelpunkt der künstlerischen Projekte rücken. 

Auch bei den kulturellen Jahresthemen entsteht mit „Mind the gap!“ ein Übergang zwischen den bisherigen und den zukünftigen Themen. Die etablierten Trilogie-Reihen werden mit diesem Thema für ein Jahr ausgesetzt beziehungsweise überbrückt, bevor die nächste Trilogie für die Jahre 2028 bis 2030 festgelegt wird.


Hana Bejlková

Kontakt

Kulturamt
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