Frictions on Landscapes

Grafik – Sujet für das Projekt Frictions on Landscapes © Miriam König

Perspektiven auf Stadt, Natur und Mensch

Frictions on Landscapes lädt zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit der Landschaft ein.

Im Zentrum stehen die Spannungen „Frictions“ zwischen Mensch, Natur und Ressourcennutzung der Gegenwart. Die Ausstellung verbindet künstlerische Positionen mit wissenschaftlicher Forschung und fragt danach, wie Landschaften historisch geformt und als kultureller, politischer und ökologisch geprägter Raum genutzt werden.

Dabei geht es um das Nachdenken über Verantwortung, die sich daraus für einen nachhaltigen Umgang mit unserem Lebensraum ergibt.

Frictions on Landscapes bietet drei Formatebenen: eine Hauptausstellung, ein Laboratorium, ein wissenschaftliches Symposium sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Ziel ist es, einen generationenübergreifenden Dialog anzuregen, wissenschaftliche Inhalte sinnlich erfahrbar zu machen und neue Formen transdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft zu entwickeln.

Vernissage 19. Juni 2026 in der Städtischen Galerie Leerer Beutel

19 bis 20 Uhr Eröffnung der Ausstellung im Leeren Beutel mit Grußworten von Prof. Dr. Anna Steigemann, der Vizepräsidentin der Universität Regensburg Prof. Dr. Jenny Oesterle-El Nabbout und dem Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger

20.30 bis 22 Uhr Eröffnungsparty im M26 mit DJ Jonas Krokuss zwischen Blumen und Gewächs


Hauptausstellung in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel 20. Juni bis 6. September 2026
Fotografie – Treibhaus mit künstlichen Pflanzen © Barbara Bühler

Alltag, Umwelt und globale Veränderungen. Von Regensburg über die Alpen bis Portugal und Iran.

Viele Landschaften, die wir als „Natur“ wahrnehmen, wurden über Jahrhunderte durch menschliche Nutzung verändert. Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder Pflege haben sie geformt. Dadurch entsteht Spannung zwischen Bewahrung, Folgen menschlicher Eingriffe und Ressourcenausbeutung. Die geschützte Landschaft wird zum Sehnsuchtsort, touristisch verwertet, auf Social Media vermarktet und vermittelt ein romantisches Bild, das schwere Folgen für die Stadtgesellschaft und die Ökosysteme selbst mit sich bringt.

Die Ausstellung im Leeren Beutel findet auf zwei Etagen statt:

Der Ausstellungsraum im 2. Obergeschoss zeichnet sich durch einen analytischen Blick auf gesellschaftliche Reibungen aus. Die künstlerischen Positionen von Caterina Rossato (Italien), Mahroo Mohavedi (Iran) und Barbara Wimmer-Bulin (Deutschland) reflektieren Spannungen aus unterschiedlichen Perspektiven.

Gemeinsam eröffnen sie eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage, wie Landschaft entsteht – materiell, sozial, kulturell und visuell.

Im Ausstellungsraum im 3. Obergeschoss inszeniert Andrina Jörg (Schweiz) einen poetischen und atmosphärischen Naturraum. Mit “Paranatur” verschieben sich Wahrnehmungsebenen, sie bietet Raum für Spekulation. Gleichzeitig ermöglichen ihre großräumigen Installationen einen kritischen Blick auf die Mensch-Umwelt-Beziehung.

Performance von Mahroo Mohavedi – The Forgotten Tree

Mahroo Movahedis Performance The Forgotten Tree (2015) beschäftigt sich mit den Themen Erinnerung, Heimat und Zugehörigkeit. Ausgangspunkt der Arbeit ist der Kontrast zwischen der grünen Landschaft ihrer neuen Umgebung in der Schweiz und einem vertrockneten Baum in ihrer Heimatstadt Isfahan im Iran. In einer Video- und Performanceinstallation verbindet Movahedi persönliche Migrationserfahrungen mit Fragen nach Identität und emotionaler Bindung an Orte. Der „vergessene Baum“ wird dabei zur Metapher für Verlust, Wandel und das Leben zwischen unterschiedlichen kulturellen Räumen.

Führungen im Leeren Beutel

An jedem zweiten Sonntag lädt die Städtische Galerie im Leeren Beutel gemeinsam mit Amina Poss (Kunsthistorikerin) zur Entdeckung der Ausstellung Frictions of Landscapes" ein.

Termine 28.6. / 12.7. / 26.7./ 9.8. / 23.8.

Uhrzeit 14.30 – 15.15 Uhr

Teilnahme kostenfrei.


Wissenschaftliches Symposium vom 19. bis 20. Juni 2026

Wissensgenerierung und künstlerische Forschung von Mensch-Umwelt-Beziehungen

Das internationale, interdisziplinäre Symposium widmet sich der Landschaftskonfliktforschung und beleuchtet Landschaft als vielschichtiges Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Ökonomie, Eigentum und Ressourcennutzung.

Renommierte Expertinnen und Experten aus Anthropologie, Geographie, Kunst und Medienwissenschaft diskutieren methodische Zugänge wie künstlerische Forschung, experimentelle Ethnographie und ästhetische Praktiken. Ziel ist es, neue Perspektiven zu entwickeln und transdisziplinäre Kooperationen anzustoßen.

Das Symposium steht allen Interessierten offen. Nehmen Sie teil und reden sie mit. Es ist keine Anmeldung erforderlich.


19. Juni 2026 Städtische Galerie im Leeren Beutel, 3. Obergeschoss

  • 13 Uhr Check- In
  • 13.30 Uhr Welcoming Remarks - Prof. Dr. Anna Steigemann (University of Regensburg)
  • 13.45 – 14.30 Uhr Keynote Doing Friction: Experimentelle Ethnographie und künstlerische Forschung als Erkenntnisformen von Landschaft - Prof. Dr. Michaela Schäuble (Universität Bern, CH)
  • 14.30 – 15 Uhr Landschaftliche Kontingenzen und ihre Darstellung – ein neopragmatistischer Zugang - Prof. Dr. Olaf Kühne (Universität Tübingen)
  • 15 – 15.30 Uhr Future Ecologies. Wie künstlerische Forschung das Bild der Zukunft prägt - Dr. Christina Landbrecht (Schering Stiftung, Berlin)
  • 15.30 – 16 Uhr Kaffeepause
  • 16 – 16.30 Uhr Verwundete Landschaften - Prof. Dr. Christiane Heibach (Universität Regensburg)
  • 16.30 – 17 Uhr Zoning Politics. Extraktivistische Landschaften und feministischer Widerstand - Prof. Dr. Julia Bee (Ruhr Universität Bochum)
  • 17.30 – 18 Uhr Eine artenübergreifende Spekulation über (erinnernde) Wälder und Felder des Zweiten Weltkriegs - Monika Gabriela Dorniak (Artist & PhD candidate at HfK Bremen / HDK-Valand Gothenburg)

20. Juni 2026 im M26

  • 9 – 10 Uhr Keynote Warum ist Landschaft schön? – Die Spaziergangswissenschaft von Lucius Burckhardt Prof. Martin Schmitz (Kunsthochschule in Kassel)
  • 10 – 12 Uhr Walk-lab: Frictional Walk. Den Stadtraum anders erkunden, um ihn neu zu erzählen. - Dr. Lorenza Manfredi (Universität Regensburg) & Kathrin Dröppelmann (Künstlerin. Berlin)
  • 12.30 – 13 Uhr Closing Remarks
  • 13 – 13.30 Uhr Mittagspause - self pay
  • 13.30 – 15.30 Uhr Workshop by Caterina Rossato (english) (Iuav School of Doctorate, Venice, IT) Each Person creates a collage that blends images of local and distant landscapes with images from their own lived experience and that of the other participants. In this way, different temporalities and spatialities can coexist within the same image, creating a landscape that is at once familiar and unfamiliar. Teilnahme begrenzt. Anmeldung unter: ZWQuZ3J1YnNuZWdlci1lcGFjc2RuYWwkb2ZuaQ==
  • 13.30 – 15.30 Uhr Workshop Landschaft, Kultur, Sprache Arati Uttur (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) Wie sprechen wir eigentlich über die Landschaft? Und meinen wir wirklich alle dasselbe, wenn wir Begriffe wie „Umwelt“, „Natur“, „Stadt“ oder „öffentlicher Raum“ verwenden? Teilnahme begrenzt. Anmeldung unter: ZWQuZ3J1YnNuZWdlci1lcGFjc2RuYWwkb2ZuaQ==

Laboratorium im M26 vom 20. Juni bis 5. Juli 2026
Fotografie – Künstlichen Pflanzen © Hasenfratz

Zukunft verhandeln

Das M26 versteht sich als sorgender Kulturort und öffnet im Rahmen von Frictions on Landscapes einen experimentellen Laborraum, der Ausstellung, Forschung und gesellschaftlichen Austausch verbindet. Im Mittelpunkt steht nicht die fertige Präsentation, sondern ein offener Prozess, in dem Kunst, Wissenschaft und Öffentlichkeit gemeinsam Fragen zu Stadt, Natur und Zusammenleben verhandeln.

Unterschiedliche Perspektiven, Methoden und Wissensformen werden bewusst in produktive Reibung gebracht, um neue Denk- und Erfahrungsräume zu schaffen. Das Projekt reagiert auf aktuelle sozial-ökologische Konflikte und untersucht, wie Lebensräume gerechter und solidarischer gestaltet werden können. Das M26 dient dabei als temporäre Infrastruktur für kollektives Lernen, Zuhören, Verlernen und gemeinsames Entwickeln von Zukunftsentwürfen. Das Forschungslabor von Andrina Jörg bietet die Möglichkeit sich mit spekulativen Pflanzenarten auseinanderzusetzen während bei Milos Durovic seine ethnographische Feldforschung zu Extraktivistischen Praktiken im Zentrum stehen. Ein extra konzipierter Walklab von Kathrin Dröppelmann und Dr. Loranz Manfredi ermöglicht Mikroprozesse in der Stadt explorativ zu erforschen. Die Installation von Barbara Wimmer-Bulin hinterfragt auch: wieviel Natur braucht die Stadt. Alle Installationen sind zum Mitmachen angelegt.


Begleitprogramm

24. Juni und 1. Juli 2026 um 17 Uhr: In d’Stod nei – Urban Storyworlds 

Sebastian R. Richter und Studierende laden Dich ein, die im Rahmen des Seminars entstandenen Projekte im Stadtraum zu erleben. Im Zentrum des Seminars stand das experimentelle Arbeiten mit virtueller Kunst und digitalen Erzählformen. Dabei setzten sich die Teilnehmenden künstlerisch mit der Idee auseinander, wie die Natur urbane Räume zurückerobert. Die Arbeiten sind während der gesamten Ausstellungsdauer im m26 öffentlich zugänglich und eröffnen neue Perspektiven auf das Zusammenspiel von Stadt, Natur und digitaler Imagination.

Buchbare Workshops für Schulklassen im M26

Pflanzenwelt der Zukunft: Was soll bei uns wachsen?

Das Vermittlungsangebot ist angelehnt an das Kunstprojekt „Paranatur Forschungslaboratorium” von Andrina Jörg und befasst sich mit der (Para-)Pflanzenwelt der Gegenwart und der Zukunft im Spannungsfeld von Natur und Konsum. Während des Workshops kreieren und erforschen Kinder und Jugendliche ihre eigene Paranatur-Pflanze und setzen sich mit Fragen der nachhaltigen Entwicklung auseinander. Die entstandenen Para-Pflanzen werden in der Ausstellung als Beitrag zur wachsenden Paranatur-Taxonomie im M26 präsentiert.

Frictional Walk. Den Stadtraum anders erkunden, um ihn neu zu erzählen.

Wir gehen gemeinsam durch die Regensburger Altstadt, beobachten, tauschen uns aus und verändern unseren Blick auf die Stadt. Unterwegs treffen touristische Bilder auf Überwachung, Sicherheitsarchitekturen und soziale Zuschreibungen. Wir fragen: Wer bewegt sich hier wie selbstverständlich – und wer nicht? Wie prägt die Stadt unsere Wahrnehmung, und wie verändert sie sich, wenn wir uns anders durch sie bewegen? Der Spaziergang lädt dazu ein, Reibungen sichtbar zu machen und neue Wege durch die Stadt zu erproben.

Für Buchungen und weitere Informationen wende Dich an: ZWQuZ3J1YnNuZWdlci1lcGFjc2RuYWwkb2ZuaQ==


Projektverantwortliche:

„Frictions on Landscapes“ ist ein Projekt von Barbara Wimmer-Bulin (Universität Regensburg). Veranstaltet wird das Projekt vom Kulturamt der Stadt Regensburg mit der Städtischen Galerie im Leeren Beutel, Dr. Caroline-Sophie Ebeling und dem M26, Carolin Binder.

In Kooperation mit der Regensburger Nachhaltigkeitswoche; Studies in the Arts (SINTA) an der Universität Bern; Fakultät für Landschaftsarchitektur an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf; Universitätsstiftung Hans Vielberth; Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung.

Kurationsassistenz: Licia Soldavini, Sebastian R. Richter