Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht 1938

Gegen das Vergessen unbesungener Helden – Emilie, Oskar Schindler und seine unbekannten Helfer und Gegner

 

Am 15. Oktober 2014 fand an der Städtischen Berufsschule II Regensburg mit Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement in der Aula die diesjährige Veranstaltung zur Erinnerung an die Reichspogromnacht / Reichskristallnacht am 9. November 1938 statt.

 

Frau Prof. Erika Rosenberg-Band ist es durch ihre persönlichen und engagierten Erzählungen hervorragend gelungen, uns ein Stück der deutschen Geschichte näher zu bringen und uns das Leben und Wirken einiger mutiger Menschen der damaligen Zeit, v.a. das des Ehepaars Oskar und Emilie Schindler, näher zu bringen.

 


Zu Beginn der gut 90-minütigen Veranstaltung berichtete Frau Prof. Erika Rosenberg-Band von ihrer eigenen Geschichte. Ihre Eltern waren Juden und wanderten in der schrecklichen Zeit des Nationalsozialismus nach Südamerika aus. Als Kind wunderte sie sich immer wieder, dass sie nur eine kleine Familie hatte, nur Vater, Mutter und Schwester, keine Oma und keinen Opa. Die Eltern sprachen jedoch nie darüber. Das Thema Holocaust wurde in ihrer Familie verdrängt. Erst nachdem beide Eltern verstorben waren, verspürte Frau Prof. Erika Rosenberg-Band den innerlichen Drang, sich mit ihrer Geschichte auseinanderzusetzen.

Bei ihren Recherchen lernte Frau Prof. Erika Rosenberg-Band Emilie Schindler kennen, die Frau von Oskar Schindler, der aus dem Film „Schindlers Liste“ bekannt ist. Frau Prof. Erika Rosenberg-Band und Emilie Schindler wurden gute Freundinnen und sie hatten bis zum Tod Emilie Schindlers im Jahre 2001 engen Kontakt.

 

Frau Prof. Erika Rosenberg-Band konnte durch die Bekanntschaft mit Emilie Schindler in intensiver und beeindruckender Weise vom Leben des Ehepaares Emilie und Oskar Schindler erzählen: Von der Herkunft der Schindlers aus dem Sudetenland, der Geheimdienstarbeit von Oskar Schindler, dem Aufbau der Fabriken ab 1939, der Rettung von insgesamt 1200 Juden, der Flucht vor den Russen Richtung Westen mit Aufenthalten in Regensburg und München, der Auswanderung 1949 nach Argentinien, der Rückkehr Oskar Schindlers 1957 nach Deutschland für den Lastenausgleich, der mehr als enttäuschend war, sowie dem letzten getrennten Lebensabschnitt von Emilie Schindler in Argentinien und Oskar Schindler in Deutschland, wo er 1974 verarmt starb und danach in Jerusalem beerdigt wurde.

 

Bei allen Schilderungen war es Frau Prof. Erika Rosenberg-Band immer wieder ein Anliegen, die wichtige Rolle der starken Frau Emilie Schindler hervorzuheben. Leider wird der Film „Schindlers Liste“ von Spielberg nicht der Bedeutung Emilie Schindlers gerecht.

 

1965 wurde Oskar Schindler vom damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.  Emilie Schindler erhielt 1995 von Roman Herzog das Bundesverdienstkreuz, was als Verdienst von Frau Prof. Erika Rosenberg-Band gesehen werden kann.

 

 

 

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