Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht 1938

Am 8. November 2012 fand an der Städtischen Berufsschule II Regensburg mit Fachakademie für Hauswirtschaft in der Aula eine Veranstaltung zur Erinnerung an die Reichspogromnacht/Reichs­kristallnacht am 9. November 1938 statt.

 

Stadtheimatpfleger Dr. Chrobak brachte den Schülerinnen und Schülern die Ereignisse der nationalsozialistisch geprägten Zeit näher. Nach der Darstellung einiger wichtiger Daten, wie  der Versuch der Machtübernahme Hitlers 1923 (Marsch zur Feldherrnhalle in München) sowie der Machtergreifung Hitlers 1933, schilderte Dr. Chrobak ausführlich die schrecklichen Geschehnisse in der Reichspogromnacht. Dabei wies er auch darauf hin, dass es Pogrome (Verfolgungen) gegen die  Juden im Laufe der Geschichte immer wieder gab, so beispielsweise im Mittelalter.

 

Zur Beantwortung der Frage, warum es gerade am 9. November 1938 zu diesen fürchterlichen Ausschreitungen gegen die Juden, ihre Kirchen, Geschäfte und Wohnungen in Deutschland kam, berichtete er vom Mord des deutschen Legationsrates Ernst von Rath in Paris. Diesen Mord verübte ein deutscher Jude, der auf die tragische Situation der Juden in Deutschland, so auch seiner Familie, aufmerksam machen wollte. Für die Nationalsozialisten ein willkommener Anlass das Volk gegen die Juden aufzuhetzen.

 

Dr. Chrobak veranschaulichte seinen Vortrag über die furchtbaren Geschehnisse am 9. November 1938 und die Zeit danach vor allem mit Bildern aus Regensburg, so z.B. von der niedergebrannten Synagoge und von betroffenen Familien. Die Geschichte in der eigenen Stadt mit namentlich genannten Schicksalen und Fotos von spielenden jüdischen Kindern, die in Konzentrationslager abtransportiert und dort umgebracht wurden, machte betroffen.

 

Er schilderte auch ausführlich das Verhalten der damaligen nationalsozialistischen Stadtspitze, die diese Ausschreitungen zuließ, die Menschen hinderte, den Juden zu helfen, und die einen deutschlandweit einmaligen "Schandmarsch" durchführte, bei dem willkürlich festgenommene Juden durch die Maximilianstraße geführt wurden.

Der Schulleiter, Herr OStD Nenning, rief in seiner Schlussansprache dazu auf, immer wieder zu überlegen und wahrzunehmen, wie wir alle heute mit anderen Menschen, vor allem aus anderen Nationen, mit anderer Hautfarbe und Religion umgehen.

 

Dr. Chrobak, SL Nenning          Schüler

 

Synagoge 1938                                       zerstörte Synagoge

 

> Bericht der Mittelbayerischen Zeitung vom 10.11.2012

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