Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht

Am Donnerstag, 18.11.2010 fand in der Aula eine Gedenkveranstaltung zum 9. November 1938 (Reichspogromnacht) statt. Herr Dr. Angerstorfer, Uni Regensburg, erläuterte den Schülern/-innen die Folgen für die jüdische Bevölkerung in Regensburg.  

 

Nach der Begrüßung durch den Schulleiter der BS II, Herrn OStD Günther Prem, und einer kurzen Einführung durch Herrn D. Staude von der Friedrich-Ebert-Stiftung beginnt diese Gedenkveranstaltung mit der Videoanimation

„Die Regensburger Synagoge, 1912 - 1938“.

 

Diese Visualisierung, digital mit modernster Computertechnik von Studentinnen der FH Regensburg erstellt, zeigt die „wiederhergestellte“ Synagoge der jüdischen Gemeinde. An einem schwarzen Tag deutscher Geschichte wurde sie in der Nacht zum 10. November 1938, der sogenannten Reichspogromnacht, zerstört.

 

Mit der Kommentierung dieses Filmes beginnt Dr. Angerstorfer seinen interessanten Vortrag. Äußerst sachkundig und in für die Schüler/-innen verständlicher Weise schildert er die Schikanen, unter denen die jüdische Bevölkerung aufgrund mehrerer Reichssondergesetze auch in Regensburg zu leiden hatte. Er berichtet wie die Nationalsozialisten in den Novemberpogromen 1938 die Zerstörung von Einrichtungen und Geschäften jüdischer Bürger organisierten und lenkten. Etwa 400 Menschen wurden ermordet oder in den Selbstmord getrieben.

 

Betroffene Stille herrscht in der Aula als Dr. Angerstorfer die Zerstörung der Synagoge schildert. Den Befehl zum Niederbrennen gab der NSKK-Gruppenführer Wilhelm Müller-Seyffert. Mitglieder der NS-Motersportschule zertrümmerten die Einrichtung und setzten das Gebäude in Flammen. Der damalige Oberbürgermeister Dr. Otto Schottenheim wies die Feuerwehr an, lediglich angrenzende Häuser zu schützen.

 

Veranschaulicht durch Originalaufnahmen und Zeitungsdokumente der Regensburger Ereignisse, die der Fachbetreuer für Sozialkunde, Herr StD Werner Ulsamer im Archiv der Stadt Regensburg besorgte, vergrößerte und in der Aula anbrachte, berichtet Dr. Angerstorfer vom sogenannten Schandmarsch der Juden. SS- und SA-Trupps setzten sich in dieser Nacht in Marsch. Im Auftrag der Kreisleitung der NSDAP demolierten sie jüdische Geschäfte und Wohnungen und verhafteten alle jüdischen Männer. Juden wurden auf menschenverachtendste Weise schikaniert und mussten am 10. November in einem Schandmarsch durch Regensburg ziehen. Auf den Bildern sieht man auch den damals 16.jährigen Paul Öttinger, der die Tafel mit der Aufschrift “Auszug der Juden“ tragen musste. Viele Bürger standen auf den Gehsteigen und schauten zu. Dr. Angerstorfer zeigt auf die Lastwägen, die die Juden abtransportierten. Er bittet die Schüler, sich nach der Veranstaltung noch genauer mit den Bildern und Textdokumenten zu beschäftigen.

 

Am Ende der Veranstaltung bedankt sich der Schulleiterstellvertreter, Herr StD Anton Nenning mit einem kleinen Geschenk bei Herrn Dr. Angerstorfer für den Vortrag, bei Herrn Staude für die finanzielle Unterstützung durch die Friedrich-Ebert-Stiftung und bei Herrn StD Ulsamer für die Initiative und für die Organisation.

 

Herr Nenning fordert abschließend die Schüler auf, wachsam zu sein und sich gegen rechtes Gedankengut zu wehren. Sie sollen sich aktiv für Menschenwürde, Demokratie und Freiheit einsetzen, damit solch schreckliche Ereignisse nie wieder vorkommen können.

 

Schüler                                         
                                                Dr. Angerstorfer

 

Werner Ulsamer, Fachbetreuer Sk      

 

Folgende pdf-Dateien zum Download stehen Ihnen zur Verfügung:

Programm

Auswertungsborgen für Schüler/-innen zu dieser Veranstaltung

Fragebogen für Infopost der Friedrich-Ebert-Stiftung

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