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Chef des Stadtplanungsamts Andreas Burr – Radfahren in Regensburg

Andreas Burr, der neue Leiter des Regensburger Stadtplanungsamts, äußerst sich zu den Verkehrsanforderungen, die das Miteinander aller Verkehrsteilnehmer betreffen. Im Fokus: Radfahren in Regensburg.

Porträt Andreas Burr hoch
Der Leiter des Stadtplanungsamts Andreas Burr © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Verkehrssicherheit geht vor Flüssigkeit des Verkehrs – dieser Grundsatz steht seit 2013 in der Straßenverkehrsordnung. Damit sind die Straßenverkehrsbehörde und auch die Stadt Regensburg in der Pflicht, bei allen Abwägungen und Entscheidungen zum Straßenverkehrsrecht die Sicherheit vor die Geschwindigkeit beziehungsweise Leistungsfähigkeit zu stellen.

Die Einwohnerzahl Regensburgs steigt seit Jahren kontinuierlich. Gleichzeitig nimmt nicht nur der Verkehr, sondern leider auch die Zahl verletzter Radler zu. Unsere bestehende Infrastruktur ist nicht überall zeitgemäß – auch Städte wie Münster oder Erlangen kennen diese Problematik. Wir können jedoch nicht alle Straßen und Kreuzungen mit Radwegen von jetzt auf gleich umbauen. Was die Stadt aber tun kann – und auch tut – ist, an verschiedenen Stellen durch geänderte Ampelschaltungen die Situation zu verbessern –  wie zuletzt an der Kreuzung Kumpfmühler Straße / Fritz-Fend-Straße. Hier haben Radfahrer nun eine eigene Grünphase. Solche Maßnahmen sind jedoch nicht für jeden Kreuzungsbereich geeignet. Zu berücksichtigen ist die konkrete straßenbauliche Situation, z.B. ausreichend lange Abbiegespuren, bestehende Busbeschleunigungen sowie ausreichend langes Fußgängergrün. Separate Grünphasen führen außerdem zu längeren Wartezeiten für alle Verkehrsteilnehmer – auch für Radfahrer. Dieser Effekt wiederum wirkt sich negativ auf die Förderung des Radverkehrs aus und sollte daher möglichst vermieden werden.

Wir müssen Angebote abseits der Hauptverkehrsstraßen schaffen. Solche Radrouten helfen, Konflikte an stark befahrenen Knoten zu vermeiden – wie zum Beispiel die Routen im Candis-Viertel und am Tech-Campus. Einen weiteren Radweg planen wir im Dörnberg-Areal. Auch in der Prüfeninger Straße, einer wichtigen Pendlerachse, wird im Zuge der Sanierung die Situation für Radfahrer verbessert: Stadteinwärts wird ein gesonderter Fahrradstreifen ausgewiesen und stadtauswärts wird der Höhenversatz zum Gehweg beseitigt.

Ungeachtet dieser städtischen Maßnahmen kann und muss aber auch jeder Verkehrsteilnehmer – egal ob Fußgänger, Rad- oder Autofahrer – selbst einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. Daher appelliere ich an jeden Einzelnen: Bitte seien Sie aufmerksam und nehmen Sie auf Ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger Rücksicht. Nachsicht ist manchmal besser als Vorfahrt.

Ihr Andreas Burr

im Mai 2019