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Regensburg – gestern und heute

Eine Zeitreise durch die Stadt Regensburg: Wie und wo hat sich Regensburg verändert? Hier zeigen wir immer wieder neue alte Bilder und erzählen etwas dazu.

Holzlände - damals und heute

Unsere beiden Fotos wurden an exakt derselben Stelle an der Holzlände aufgenommen – allerdings im Abstand von rund 114 Jahren! Das Schwarz-Weiß-Bild stammt aus dem Jahr 1905, das andere Bild hingegen ist im Oktober 2019 entstanden. Während man auf dem historischen Foto einen uneingeschränkten Blick auf Regensburg hat, ist die Stadtsilhouette auf dem aktuellen Foto hinter einer Reihe von prächtigen Bäumen versteckt. Bäume – oder besser gesagt Holz – spielten aber auch schon zur damaligen Zeit eine sehr große Rolle: 

Holzlände - damals und heute

Vor Entwicklung und Ausbau der Eisenbahn und dem damit verbundenen billigen Transport von Kohle war in unserer Gegend Holz das ausschließliche Brennmaterial. Dem Brennholz kam daher eine sehr große wirtschaftliche Bedeutung zu. Beachtliche Mengen Holz wurden per Schiff aus dem Bayerischen Wald den Regen herabgeflößt oder kamen aus den Forsten um Kelheim und Hienheim donauabwärts zur Lände. An der Holzlände herrschte also reges Treiben. Mit zweiräderigen Karren wurden die Holzscheite vom Schiff zum Stapelplatz befördert. Viele Stapel von Scheiten lehnten entlang der Stadtmauer (so auch auf unserem Foto aus dem Jahr 1905). Weil die Lände stadteigenes Gebiet war, mussten die Holzhändler Stapelgebühren entrichten. Die Höhe der Gebühren wurde anhand der Menge des gelagerten Scheitholzes errechnet. Der Holzländeschreiber hatte darüber Buch zu führen. Nicht selten kam es vor, dass so manches Scheit bei Hochwasser davon schwamm oder im Schutz der Dunkelheit von Holzdieben geklaut wurde. 

Das alte Regensburger Gaswerk, das im Dezember 1857 in Betrieb genommen wurde, versorgte die Straßen mit Gas-Beleuchtung. Das Werk produzierte das Gas ursprünglich aus Holz (Holzgas). Weil es nicht über einen Gleisanschluss verfügte, mussten die Holzscheite von der Holzlände an der Donau mit Pferdefuhrwerken herangekarrt werden. Erst 1870/71 erfolgte die Umstellung auf Kohle.

(Quelle: Bauer, Karl: Regensburg. Kunst-, Kultur- und Alltagsgeschichten, S. 423, 575/576)


Hinter dem Thon-Dittmer-Palais - damals und heute

Scheugäßchen: Heute befindet sich hier ein beliebter Spielplatz. Früher sah es dort nicht nur ganz anders aus, die Gasse hieß auch anders: Im Drießl lautete lange die Anschrift. Es war eine Adresse, an der manch vermögender Regensburger bis in die 1960er Jahre nicht einmal gerne vorbeigehen wollte. Danach entstand dort, wo einige Häuser abgerissen worden waren, zunächst ein Parkplatz. Als 1971 das Städtebauförderungsgesetz in Kraft trat, begann sich auch diese Ecke in der Mitte der Altstadt sichtlich zu mausern. 

Scheugäßchen - gestern und heute

In den beiden Gebäuden mit den Türmen befanden sich im 16. und 17. Jahrhundert übrigens einmal Gaststätten: Der "Blaue Hecht" und der Gasthof "Zum goldenen Falken".


Donau als Sommer-Spielplatz - damals und heute

Die Donau ist im Juli 2018 so niedrig, dass sie uns einen äußerst seltenen breiten Kiesstrand am Wöhrd beschert. Unterhalb der Eisernen Brücke lädt er ein zum Baden und Entspannen. 

Tiefstände Donau - damals und heute

Im Spätsommer 1951 führte die Donau jedoch noch viel weniger Wasser. Man konnte auf Steinen sogar hinüber bis zum Beschlächt hüpfen. Grund für diese Unterschiede im Wasserstand sind nicht etwa Temperaturen und Niederschläge, sondern vor allem das Stauwehr bei Geisling. Es gewährleistet heute einen Mindest-Wasserstand, damit Schiffe gefahrlos fahren können.  


Männer - damals und heute

Das Aussehen und die Bevölkerungsstruktur der Stadt Regensburg haben sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Die Stadt ist stark gewachsen: Heute leben 40 000 Menschen mehr in Regensburg als vor 30 Jahren.

Hipster damals

Gestern

Vor der Ansiedlung der Universität in den 1960er-Jahren galt Regensburg als eine der verschnarchtesten und ältesten Städte Bayerns. 1962 begegneten einem daher viele Männer mit Hut, einem dunklen, dreiteiligen Anzug und einer schmalen Aktentasche. Sie waren mittleren Alters, etwas steif und gemächlich unterwegs. Viele von ihnen sind Beamte oder Angestellte im öffentlichen Dienst. In der Altstadt wollen diese Regensburger lieber nicht wohnen, denn die meist heruntergekommenen Häuser liegen ganz klar unter dem Niveau dieser Lohngruppe. Man wohnt lieber in den neu gebauten Eigenheimsiedlungen oder in den als schick geltenden Geschossbauten außerhalb der Altstadt als in den mittelalterlichen Bruchbuden im Zentrum.

Heute

Heute ist Regensburg eine junge Stadt. Auf der Straße trifft man häufig hipp gekleidete junge Männer mit Mütze und Jeans. Viele sind zwischen 18 und 25 Jahre alt und Studenten, die gerne in der Welt und viel am Abend unterwegs sind. Sie leben gerne in der Altstadt. Die meisten Häuser sind zwischenzeitlich saniert worden. Wahrscheinlich leben sie in einer WG mit zwei, drei weiteren Studenten. Familien oder ältere Menschen leben heute häufig außerhalb der Altstadt – häufig in genau diesen Hochhäusern, die in den 1970er-Jahren bei den Besserverdienern so „in“ gewesen waren. Die Altstadt ist inzwischen ein eher teures Pflaster. 


Hinter der Grieb - damals und heute

Ein Blick hinter die Grieb im Jahr 1942 und heute. Die Perspektive des früheren Fotografen Christof Lang hinzubekommen, war alles andere als leicht. Aber es hat geklappt! Noch heute stehen in der Straße Hinter der Grieb stattliche und denkmalgeschützte Häuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Das älteste ist wohl die Nummer 8, das so genannte Haus der Begegnung (rechts im Bild). Hier befand sich eine Hauskapelle, die Dorothea-Kapelle. Der Ostturm stammt sogar aus dem Jahr 1250.

Hinter der Grieb  - damals und heute