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Goldener Hingucker am Donaumarkt

Der Goldene Waller ist da und funkelt ab sofort im Sonnenlicht. Das neue Kunstobjekt am Donaumarkt ist Schlusspunkt der städtebaulichen Neugestaltung des Areals. Der große Neuankömmling wird sicher für Gesprächsstoff sorgen.

Goldener Waller - Aufstellung 1

16. Oktober 2019

8 Meter 60 lang, mehr als zwei Meter hoch und fast 800 Kilo schwer – der Waller, der am 16. Oktober 2019 am Donaumarkt an Land ging, hat kapitale Ausmaße. Das Ungewöhnliche ist jedoch nicht nur seine Größe, sondern auch seine Oberfläche: 23 3/4 Karat Gold, Farbton Rosenobel-Doppelgold. Das edle Metall stammt aus einer bayerischen Blattgoldfabrik. Für die Skulptur wurden rund 6 000 hauchdünne Plättchen Blattgold verwendet – um genau zu sein ist jedes Plättchen nur ein 4 000stel Millimeter dünn. Dicker wurde der Waller dadurch also schon mal nicht, aber etwas wertvoller.
Seine strahlend goldene Oberfläche hebt den Riesenfisch deutlich von der grauen Fassade des Museums des Hauses der Bayerischen Geschichte ab, das im Juni 2019 eröffnet wurde.
Der Waller ist das Siegermodell eines deutschlandweiten Kunstwettbewerbs, der 2014 im Rahmen der Neugestaltung des Donaumarkts von der Stadt Regensburg durchgeführt worden war. Auf dem neu gestalteten Platz ist eine vielseitig nutzbare Fläche inmitten der historischen Altstadt und zwischen den neuen Gebäuden entstanden. Jetzt - zum Abschluss der langjährigen Baumaßnahmen – wurde auch das Kunstobjekt aufgestellt.

Goldener Waller - Künstlerpaar
Das Berliner Künstlerpaar Cisca Bogman und Oliver Störmer © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Das Berliner Künstlerpaar Cisca Bogman und Oliver Störmer hat den goldenen Waller entworfen und den langen Herstellungsprozess, der auch sehr viel handwerkliches Arbeiten beinhaltete, in allen Phasen begleitet. Nach digitalen Entwürfen haben die Künstler zunächst ein hölzernes Formmodell des Fisches erarbeitet und erstellen lassen. Dieses diente als Vorlage für die Herstellung von mehreren Sandgussformen für die spätere Skulptur aus Aluminium. In einer Straubinger Kunstgießerei wurden nach dem Guss die 13 großformatigen Alu-Gussteile geschliffen, verschweißt und 2016 zu einer ganzen Form zusammengefügt. In ihrem Innern befindet sich eine aufwändige Tragwerkskonstruktion, welche die gewagte Auskragung der Figur auch technisch gewährleistet.

Im Juli 2019 schließlich machte sich gewissermaßen ein noch „nackiger“ Waller auf die Reise von Straubing nach Regensburg. Hier bekam er in einem erfahrenen Betrieb für Metallrestaurierungen sein jetziges Aussehen. Drei Wochen hat die Vergoldung des Aluminiumfisches gedauert – jedes Blättchen wurde ganz behutsam einzeln aufgebracht.

Zu Besuch beim Vergolden des Wallers

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Der goldene Waller steht nun an der Donau, an der Schnittstelle zwischen Stadt und Fluss, auf einem eigens geschaffenen Betonfundament, verblendet mit dem gleichen Naturstein, mit dem auch Donaumarkt gestaltet wurde.
Das Berliner Künstlerpaar stoebo versteht sein Werk als weithin sichtbare, topographische Landmarke, mit spezifischem Ortsbezug: „Sie ist ein künstlerischer Beitrag, der der gesellschaftlichen Identitätsstiftung dienlich ist und der auf historische Bezüge anspielt. Der Goldene Waller ist Sinnbild für die geistige und kulturelle Offenheit einer selbstbewussten Stadt, die sich ihrer Geschichte verpflichtet fühlt.“ Details wie Flossen und Barteln haben die beiden Künstler zu Gunsten der Idee der Bewegung und der Gesamtform vernachlässigt. Der Waller wurde bewusst mit dem Kopf in Richtung der Gebäude ausgerichtet: „Mit dieser Setzung entsteht ein weithin sichtbares Merk- und Orientierungszeichen für Stadtbesucher und Stadtöffentlichkeit, welches je nach Annäherungsrichtung unterschiedlich zu wirken vermag.“  

Das neue Raumgefüge, bestehend aus Donaumarkt, Museum des Hauses der Bayerischen Geschichte und neuem Stadtquartier wird mit dem Waller um einen Hingucker  ergänzt. In die künstlerische Ausgestaltung des neuen Platzes investierte die Stadt Regensburg 200 000 Euro.

Text: Claudia Biermann