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Zukünftige Berücksichtigung und Planung von Freiräumen

Ende 2016 hat der Stadtrat den Startschuss für die Erstellung eines Freiraumentwicklungskonzepts sowie einer Freiflächengestaltungssatzung gegeben. Mittlerweile liegt die grundlegende Bestandsanalyse vor.

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3. Juli 2019

Die Wohnraumsituation in Regensburg ist nach wie vor angespannt. In den vergangenen fünf Jahren wurden im Durchschnitt über 1 200 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt. Häufig geäußerte Kritik aus der Bevölkerung: Regensburg würde zubetoniert und jegliches Grün müsse weichen. Das stimmt jedoch nicht. Fakt ist: Die Stadt muss einen Spagat schaffen, zwischen der hohen Nachfrage an bezahlbarem Wohnraum und dem Bedürfnis, Erholungs- und Aufenthaltsflächen bereitzustellen. Auch die Interessen der Wirtschaft wollen berücksichtigt werden, da auch sie Flächen für potenzielle Firmenneugründungen und -erweiterungen benötigt. Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist eine große Herausforderung. Das Freiraumentwicklungskonzept und eine entsprechende Freiflächengestaltungssatzung sollen nun helfen, bei der zukünftigen Stadtentwicklung qualifizierte Freiräume in größerem Maße zu berücksichtigen bzw. einzuplanen.

Freiraumentwicklungskonzept und -plan sowie die Freiflächengestaltungssatzung

Das Freiraumentwicklungskonzept samt eines dazugehörenden -plans sind Instrumente der informellen Planung. Ähnlich wie ein Rahmenplan stellt ein solches Konzept lediglich eine Orientierungshilfe für weitere Planungen dar. Es besitzt dabei keine Rechtsverbindlichkeit. Was beinhalten die beiden Begriffe im Groben?

  • Das Freiraumentwicklungskonzept formuliert auf gesamtstädtischer Ebene Leitziele für die Entwicklung von Frei- und Grünräumen. Es soll in zukünftigen Baugebieten erholungsrelevante Freiräume sichergestellen. Dabei müssen diese Freiräume einen gewissen Mindeststandard bezüglich der Ausstattung einhalten.
  • Im Freiraumentwicklungsplan können freiräumliche Entwicklungsziele genauer gefasst und räumlich fixiert werden. Letztlich lassen sich hieraus Handlungsempfehlungen auf Quartiersebene – genauer gesagt bei der Erstellung neuer B-Pläne – formulieren.

Die noch zu erarbeitende Freiflächengestaltungssatzung hingegen ist rechtlich bindend. Sie befasst sich mit den quantitativen und qualitativen Mindeststandards für die Planung zukünftiger Freiflächen. Diese dienen als Gestaltungsgrundlage bei allen Bauanfragen und werden in der Bauleitplanung entsprechend ergänzt.

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Der Stadtpark Regensburg ist für viele eine Oase der Naherholung © Bilddokumentation, Stadt Regensburg

Hauptergebnis der Bestandsanalyse

Bisher wird bei der Ausweisung von neuen Baugebieten ein Kennwert von 12 Quadratmeter pro Einwohner angewendet. Das bedeutet: Bauwillige verpflichten sich 12 Quadratmeter öffentliche Grünfläche pro Einwohner herzustellen. Die Analyse durch das beauftragte Münchner Planungsbüro hat ergeben, dass in Regensburg derzeit 20 Quadratmeter erholungsrelevante öffentliche Grünfläche pro Einwohner zur Verfügung stehen. Das ist grundsätzlich ein gutes Niveau und zeigt, dass kleinere Grünflächen in den aktuellen Bauvorhaben mitgedacht werden. Die Empfehlung aus der Analyse lautet – insbesondere in den heute unterversorgten Stadtteilen – mehr in der Kategorie „Park“ und „großer Park“ zu tun, um eine vielseitige Freizeitnutzung zu ermöglichen und Oasen der Naherholung in der Stadt zu schaffen. Zur Orientierung, welche Größen damit gemeint sind: Als „Park“ gilt beispielsweise der Stadtpark. Der Donaupark und der Aubach-Park hingegen gelten bereits als „großer Park“.

Weitere Schritte

Die zuständigen Fachstellen werden sich zunächst über potenzielle Flächen austauschen und offene Fragen zu rechtlichen Themen wie Sicherung, Anrechenbarkeit und Kombination von Grün- und Ausgleichsflächen diskutieren. Bevor die Planungen konkreter werden, wird im Herbst dann die Öffentlichkeit mit ins Boot geholt: Bei einer Auftaktveranstaltung wird das Beteiligungsformat vorgestellt. In einer Online-Umfrage werden die Bürgerinnen und Bürger mindestens drei Wochen die Möglichkeit haben, ihre Wünsche zur zukünftigen Ausstattung, Vernetzung, Barrierefreiheit und Pflegestandard der Grün- und Freiräume einzubringen. Parallel dazu führt die Stadt mit entsprechenden Interessens- und Fachverbänden Workshops durch, in denen Handlungsfelder vertieft werden. Die eingereichten Vorschläge und entwickelten Ideen werden anschließend geprüft und für die weitere Planung entsprechend berücksichtigt.

Text: Tatjana Setz