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Grenzüberschreitender Austausch bei der Internationalen Jugendkonferenz in Brixen: „Better Together“ – Gemeinsam sind wir stark

Bei der internationalen Jugendkonferenz, die vom 7. bis 11. August in unserer Partnerstadt Brixen stattfand, trafen sich Jugendliche aus Regensburg, Brixen, Bled, Terracina, Havlíčkův Brod und Bernkastel-Kues, um gemeinsam über aktuelle Brennpunkte zu diskutieren.

Internationale Jugendkonferenz in Brixen - Regensburger Teilnehmer
Die Regensburger Teilnehmerinnen und Teilnehmer © Lea Stangl und Patrick Faller

26. September 2019

„Better Together – Let’s talk about…“ war das Motto der diesjährigen International Youth Convention, an der unter anderem sechs Jugendliche aus Regensburg teilnahmen. Auch dieses Jahr waren die Workshops vielseitig und behandelten kulturübergreifende Themen. Die Veranstalter orientierten sich bei dieser Auswahl an aktuellen Brennpunkten, die den Jugendlichen besonders am Herzen liegen. Plastic Waste und Clothing Upcycling standen ganz im Sinne der aktuellen Klimabewegung der jungen Generation. Ergänzend dazu konnten sich die Jugendlichen in Workshops zu Theater, Film, Musik und Graffiti künstlerisch austoben.

Gemeinsam Grenzen überwinden

Bereits in den ersten Minuten des Zusammentreffens wurden die Jugendlichen ins kalte Wasser geworfen. Durch die  Zimmeraufteilung waren sie von Anfang an „gezwungen“ mit ihren Zimmernachbarn auf Englisch zu sprechen. Doch die Jugendlichen gingen von der ersten Sekunde an offen aufeinander zu. Die Teilnehmerin Bernadette Falk erinnert sich an die gute Stimmung, die von Anfang an herrschte: „Einmal wieder hat sich gezeigt, dass Sprache und Herkunft kein Hindernis sind.“  Vor allem bei den vielseitigen Freizeitaktivitäten, wie Mountainbiken, Riversurfen oder Grillen, verschwanden jegliche Berührungsängste. Wie bei den vorherigen Jugendkonferenzen, kam dieses Programm bei den Jugendlichen sehr gut an. Die 18-jährige Luca Seng berichtet begeistert: „Die diesjährige Jugend Convention hat mir sehr gut gefallen. Für mich war es eine Zeit in der ich neue Leute kennenlernen konnte und einer meiner größten Freuden nachkommen konnte, dem Theaterspielen. In Erinnerung werden mir viele kleine Momente bleiben, wie das Singen am Lagerfeuer und die tolle Zeit, die ich mit den anderen Teilnehmern verbringen durfte. Es war eine tolle Erfahrung und ich kann jedem nur empfehlen, solche Chancen zu nutzen und seinen Horizont zu erweitern.“

Fünf Tage lang haben die Jugendlichen zusammen gearbeitet, diskutiert und gelacht. Gemeinsam erkundeten sie Brixen und ließen die Tage im charmanten Flair der Stadt ausklingen. Am letzten Abend kamen alle Teilnehmer noch einmal bei einer Party zusammen. Örtliche Jugendbands sorgten für eine ausgelassene Stimmung. Es wurde gegessen, gesungen, getanzt und gelacht. Die Jugendlichen, die inzwischen Freunde geworden waren, feierten vergnügt zusammen. Da fiel der Abschied am nächsten Morgen natürlich nicht leicht. Doch die vielen Erinnerungen und Freundschaften, die die Jugendlichen mit nachhause nehmen, waren zumindest ein kleiner Trost. Nach diesen fünf ereignisreichen Tagen zogen die Teilnehmer ihr Resümee: „Im Verlauf der Woche konnten wir verschiedene Menschen und deren Kulturen sowie Sprachen kennenlernen. Wir knüpften viele internationale Freundschaften, die hoffentlich noch lange über die Youth Convention hinaus bestehen bleiben werden, und hatten eine Menge Spaß.“

Nach Regensburger Vorbild

Dieses Fazit zeigt, dass die diesjährige Convention wieder einmal ein voller Erfolg war. Bereits zwei Mal fand die Jugendkonferenz bisher statt, beide Male in Regensburg. Die Brixener Convention orientiert sich an diesen Vorgängerveranstaltungen. Die erste internationale Jugendkonferenz stand unter dem Motto „Let’s talk about you and me.“ Jugendliche aus allen Partnerstädten trafen sich in der Domstadt, um in kreativen, politischen und sportlichen Workshops zusammen kulturelle Unterschiede zu erarbeiten. Tatsächlich fanden sie aber schnell mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Während der Fokus dieser Konferenz vor allem auf alltäglichen Themen lag, setzte die nächste Regensburger Convention zwei Jahre später auf zukunftsgerichtete Themen wie Nachhaltigkeit und Gender. Ganz nach dem Motto „Let’s shape the world of tomorrow“ wurden die Jugendlichen dazu aufgerufen, die Welt von morgen nach ihren Visionen zu gestalten. Beide Youth Conventions kamen bei den Jugendlichen sehr gut an. Diese Begeisterung spiegelt sich nun auch dieses Jahr in Brixen wieder.

50 Jahre Städtepartnerschaft

Regensburg und Brixen verbindet eine aktive Städtepartnerschaft, die dieses Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiert. Die Städte können auf eine lange Verbundenheit zurückblicken und starten deswegen vor allem im diesjährigen Jubiläumsjahr viele gemeinsame Initiativen. Auch namentlich hat Brixen bereits Spuren in Regensburg hinterlassen, und umgekehrt. In Regensburg erinnert der Brixener Hof an unsere Partnerstadt wohingegen in Brixen die Viale Ratisbona (Regensburg-Allee) auf die Domstadt verweist.  Brixen und Regensburg sind in vieler Hinsicht ein Beispiel für ein funktionierendes Partnerschaftsmodell, das auf regem Austausch, Zusammenarbeit und Vorurteilsfreiheit basiert.

Dieser regelmäßige Austausch auf politischer, sozialer und kultureller Ebene lässt Grenzen verschwinden und vertieft die Beziehungen zwischen den Städten. Vereine, Sportler, Musiker, Künstler und eben auch Schüler erhalten diese Freundschaft am Leben. Die jungen Regensburgerinnen und Regensburger haben längst erkannt, wie wichtig grenzüberschreitende Freundschaften sind  und führen mit Veranstaltungen wie der Jugendkonferenz den Gemeinschaftsgedanken fort.

Miteinander statt gegeneinander

Gerade in einer Zeit wie dieser, in der extremistische Trends die Stimmung in der Gesellschaft bedrohen, ist es essentiell, sich vorurteilsfrei zu begegnen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Bei der Internationalen Jugendkonferenz kommen junge Menschen zusammen, um sich über ihre Wertevorstellungen und Visionen auszutauschen und gemeinsam unsere, aber vor allem ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. In einer globalen Gesellschaft wie der unseren, machen Krisen nicht vor Landesgrenzen halt. Probleme wie der Klimawandel betreffen uns alle. Da liegt es doch nahe, diese Brennpunkte gemeinsam anzugehen und grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. Wir sind eben „better together.“

Text: Silvia Ruttensperger