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Frauen bei der Berufsfeuerwehr

Frauen bei der Feuerwehr - Heroshot

Leben retten, Feuerlöschen, Unfallautos mit dem schweren Rettungsspreitzer aufschneiden - das war jahrzehntelang Männersache bei der Berufsfeuerwehr der Stadt Regensburg. Auch wenn diese Männertruppe ihre Kommandos von einer ausgebildeten Feuerwehrfrau als Einsatzleiterin bekommen hat. Seit diesem Jahr gibt es jetzt auch zwei Feuerwehrfrauen im normalen Ausrückdienst, die genauso hinlangen wie die Männer der Truppe. Denn Feuerwehrfrauen können nicht nur souverän Einsätze leiten, sondern eben auch selber richtig gut anpacken.

31 Freunde - das sind wir!

Karolin Moosmann und Anne Kathrin Schmidt heißen die beiden weiblichen Neuzugänge bei der Berufsfeuerwehr. Die beiden haben die Männerwirtschaft verändert. Das ging bei ganz praktischen Dingen los - wie „Wo schläft wer?“ und „Wer zieht sich wo um?“ Erschwerend kam dazu, dass gerade eine neue Feuerwache errichtet wird und sich daher größere Umbauten in den alten Gebäuden nicht mehr lohnen. Doch eine Lösung war schnell gefunden: Die Frauen haben einen optisch abgetrennten Bereich in der Fahrzeughalle, in dem sich ihre Einsatzkleidung befindet. Dort ziehen nur sie sich um. So bleibt für alle Einsatzkräfte die Diskretion beim Anziehen vor dem Einsatz bewahrt. Für Frauen wie Männer gilt hier jedoch: Wo es schnell gehen und hart angepackt werden muss, müssen persönliche Befindlichkeiten hintenan gestellt werden.

Wenn an einem ruhigen Wochenende auf der Wache mal selbst gekocht wird, steht sicher keine Feuerwehrfrau am Herd - Video

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Frauen bei der Feuerwehr - Lagebesprechung

Den Männern ist der Umgang mit Arbeitskolleginnen grundsätzlich natürlich nicht neu. Frauen arbeiten bei der Berufsfeuerwehr der Stadt Regensburg schon lange in der Verwaltung und in der Rettungsleitstelle, die stellvertretende Amtsleiterin Iris Krimm ist sogar schon seit 25 Jahren bei der Regensburger Berufsfeuerwehr – jedoch stets in einer Führungsposition.

Bayerns 1. Feuerwehrfrau ist heute stellvertretende Amtsleiterin

„Es war sehr schwierig, Frauen für den reinen Ausrückedienst zu bekommen“,  sagt Iris Krimm, die 1993 die erste ausgebildete Berufsfeuerwehrfrau in ganz Bayern gewesen ist. Umso mehr freut sie sich, dass es endlich geklappt hat. 

Anforderungen sind hoch

Die körperlichen Anforderungen an die Einsatzkräfte sind hoch, der Einstellungstest bei der Feuerwehr knochenhart. Den schaffen sehr zierliche Frauen manchmal nicht, andere lassen sich von den Anforderungen schon im Vorfeld abschrecken. Karolin Moosmann hat der Mut nicht verlassen. Nach ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin entschloss sie sich, etwas anderes zu machen und entschied sich für eine zweite Ausbildung bei der Feuerwehr. „Ich finde diesen Beruf sehr spannend, jeder Tag ist anders und es ist immer was los“, schwärmt die 30-Jährige. „Ich kann wie in meinem früheren Beruf Menschen betreuen, kann viel Sport machen und die ganze Technik fasziniert mich total.“

Bevor sie nach Regensburg gekommen ist, hat sie bei der Werksfeuerwehr von Porsche gearbeitet. Ihre Kollegin Anne Kathrin Schmidt hat davor schon acht Jahre lang bei der Berufsfeuerwehr in Bielefeld Leben gerettet.  Beim Einsatz wird übrigens auch nicht unterschieden, ob eine(r) Mann oder Frau ist, jede(r) muss alles können und kann das auch. Nur beim Umgang mit Kindern finden die beiden Feuerwehrfrauen manchmal leichter einen Zugang als ihre männlichen Kollegen.

Text: Claudia Biermann 
23. November 2018