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Bauen ist das Gebot der Stunde

Anfang 2016 hat die Stadt Regensburg die sogenannte Wohnbauoffensive ins Leben gerufen. Unter diesem Namen werden alle Maßnahmen und Aktivitäten vereint, die zur schnelleren Schaffung von Wohnraum beitragen. Eine Zwischenbilanz zeigt, dass die Anstrengungen nun erste Erfolge zeigen.

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Das Dörnbergviertel wächst weiter (Stand: Juli 2019) © Bilddokumentation, Stadt Regensburg
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Die Wohnraumsituation in Regensburg ist nach wie vor angespannt. Die Bemühungen der städtischen Wohnbauoffensive zeigen jedoch allmählich Wirkung: So lagen die Fertigstellungszahlen 2018 mit knapp 1 200 Wohneinheiten zwar leicht unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig hat sich jedoch der starke Bevölkerungszuwachs erneut verlangsamt, sodass in diesem Jahr der durch den Bevölkerungsanstieg entstandene Bedarf an Wohnungen erstmals seit 2014 wieder abgedeckt werden konnte (vgl. Abb. 1).

Auch für 2019 wird eine ähnlich hohe Zahl an Fertigstellungen erwartet. Die Neubauten auf einem konstant hohen Niveau zu halten, ist ein wichtiger Schritt, den Nachfrageüberhang abzubauen und den Anstieg der Mieten zu dämpfen. Der interkommunale Vergleich zeigt außerdem, dass Regensburg bei den Baufertigstellungen je 1 000 Einwohner deutlich vor anderen bayerischen Großstädten wie Augsburg, Nürnberg oder Würzburg liegt. Lediglich Ingolstadt erreicht in etwa das Regensburger Niveau (vgl. Abb. 2).

Aktuelle Bauvorhaben in Regensburg

Anhand der dargestellten Karte mit aktuellen Bauvorhaben sieht man, wo und wie viele neue Wohnungen im gesamten Stadtgebiet geschaffen werden. Insgesamt entstehen derzeit über 4 000 neue Wohnungen. Neben vielen kleinen Projekten fallen darunter insbesondere die neuen Wohnungen im Dörnbergviertel, in der ehemaligen Nibelungenkaserne und auf dem ehemaligen LERAG-Gelände. Für weitere 2 500 Wohnungen, unter anderem in den neuen urbanen Gebieten Grunewaldstraße (ehemaliges Möbelhaus Wagner) und Kirchmeierstraße, läuft derzeit die Baurechtschaffung. Auch für das Gelände der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne sind die Planungen angelaufen: Eine erste grobe Schätzung geht von etwa 650 neuen Wohnungen aus.

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Öffentlich geförderte Wohnungen auf dem Vormarsch

Auch was den geförderten Wohnungsbau betrifft geht es voran: Im Jahr 2018 wurden 250 geförderte Wohnungen fertiggestellt. Im laufenden Jahr wird die Fertigstellung weiterer 200 Wohnungen erwartet. Für das kommende Jahr 2020 liegen die Prognosen bei 590 Wohneinheiten, von denen etwa 200 für Studierende vorgesehen sind.

Im Juli 2019 hat der Stadtrat beschlossen, dass bei Bauvorhaben mit Bebauungsplänen ab einer Bruttogeschossfläche von 2 500 Quadratmetern mindestens 40 Prozent geförderter Wohnraum zu erstellen ist. Dadurch werden künftig alle größeren Bauvorhaben in Bebauungsplangebieten zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum beitragen. Bei fünf Vorhaben, denen kein Bebauungsplan zugrunde liegt, haben sich die Vorhabenträger freiwillig bereit erklärt, geförderten Wohnraum zu schaffen.

Da etwa 60 Prozent der Bevölkerung die Fördervoraussetzungen erfüllen, wird so für einen Großteil der Bürgerinnen und Bürger bezahlbarer, moderner Wohnraum in allen Stadtvierteln geschaffen. In der kommenden November-Ausgabe der Bei Uns wird auf den geförderten Wohnungsbau genauer eingegangen.

Flankierende Maßnahmen

  • Zweckentfremdungssatzung 
    Im Stadtgebiet Regensburg lässt sich eine kontinuierliche Steigerung der Wohnungen feststellen, die ausschließlich an Feriengäste vermietet werden. Daher hat der Stadtrat am 27. Juni 2019 eine Zweckentfremdungssatzung erlassen. Die Zahl der Ferienwohnungen würde ohne eine solche Satzung deutlich zunehmen und die Situation am Wohnungsmarkt weiter verschärfen. Jede Wohnung, die nicht zweckentfremdet werden darf und dem regulären Wohnungsangebot zugeführt wird, leistet einen wertvollen Beitrag zur Behebung des Wohnraummangels. Der Zweckentfremdungssatzung kommt somit eine stark präventive Funktion zu.

    • Überbauung von Parkplatzflächen 
      Die Wohnbauoffensive hat sich außerdem intensiv mit den Möglichkeiten der Überbauung von Parkplatz- und Einzelhandelsflächen im gesamten Stadtgebiet befasst. Rund 1 500 Parkplatzflächen wurden dabei quantitativ (unter anderem in Bezug auf Größe des Parkplatzes und der Abstandsflächen) und qualitativ (zum Beispiel ob das Umfeld Wohnen zulässt) beurteilt. Auch hinsichtlich der Bauordnung und des Bauplanungsrechts wurden die Flächen geprüft. Im Ergebnis sind 35 Flächen grundsätzlich für eine Überbauung geeignet. Nun muss für jede dieser Flächen ein individueller Lösungsansatz gefunden werden, der auch notwendige Rahmenbedingungen berücksichtigt. Darunter fallen unter anderem die Schaffung eines Mobilitätskonzepts sowie von Kinderspiel- und Freiflächen. In einem nächsten Schritt wird die Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer geklärt.

    • Regensburger Modell Wohnungstausch
      Ein weiterer Baustein der Wohnbauoffensive ist das Regensburger Modell Wohnungstausch: Die Stadtverwaltung hilft Menschen ab 60 Jahren, die von großen Wohnungen in kleinere, möglichst barrierefreie Wohnungen umziehen wollen. Dabei werden sie sowohl finanziell als auch persönlich beim Umzug unterstützt.

    Mehr Transparenz

    Neu ist die interaktive Karte der Wohnbauoffensive. Hier können Hintergrundinformationen für bestimmte Bauvorhaben abgerufen werden, unter anderem die geplante Anzahl der Wohnungen, eine Beschreibung des Bauvorhabens und der Stand der Baurechtsschaffung. Bürgerinnen und Bürger haben dadurch die Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt zu informieren.

    Darüber hinaus wird derzeit ein Wohnungsmarktbericht erstellt. Dieser informiert zum einen über die Entwicklung des Regensburger Wohnungsmarkts (unter anderem Einwohnerentwicklung, Kaufpreise, Mieten, Bauüberhänge, Fertigstellungen, geförderter Wohnraum) und zum anderen werden aktuelle Projekte der Wohnbauoffensive vorgestellt. Die Stadt will dadurch noch mehr Transparenz beim Thema Wohnen schaffen.

    Text: Tatjana Setz
    3. September 2019