Navigation und Service

Öko-Modellregion: Stadt und Landkreis ziehen an einem Strang

Gemeinsam mit dem Landkreis ist die Stadt Regensburg jetzt eine der mittlerweile insgesamt staatlich anerkannten 27 Öko-Modellregionen Bayerns. Bürgermeister Jürgen Huber erklärt im Interview, wie wir alle davon profitieren können.

Öko-Modellregion - Wiese

Gemeinsam mit dem Landkreis ist die Stadt Regensburg jetzt eine der mittlerweile insgesamt staatlich anerkannten 27 Öko-Modellregionen Bayerns. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hatte im Mai den Siegern der dritten Wettbewerbsrunde ihre Urkunden überreicht. Ziel ist es, den ökologischen Landbau und die Produktion und den Absatz heimischer Produkte in der Region zu fördern, lange Transportwege zu vermeiden und so dafür zu sorgen, dass mehr „gute Nahrungsmittel“ vermarktet werden. Bürgermeister Jürgen Huber erklärt im Interview, wie wir alle davon profitieren können.

Öko-Modellregion - Porträt Jürgen Huber
Bürgermeister Jürgen Huber © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Was bedeutet denn der Titel „Öko-Modellregion“ für unsere Stadt?

Wir müssen als Stadt daran Interesse haben, dass die wirklich wichtigen Dinge gesichert sind. Das sind neben Frieden und Freiheit saubere Luft, reines Wasser und gutes Essen. Die Öko-Modellregion bietet die Möglichkeit, das Augenmerk der Menschen stärker darauf zu richten, wie wichtig Lebensmittel sind, die aus der Region stammen, möglichst schadstofffrei und ohne große CO2-Belastung für die Umwelt produziert sind.

Die Stadt ist ja nun kein wirklich großer Produzent von Lebensmitteln. Warum hat sie sich trotzdem beworben?

Wir haben uns ganz bewusst zusammen mit dem Landkreis beworben. Das gemeinsame Modellgebiet umfasst eine Fläche von rund 1 500 Quadratkilometern. Jenseits der Stadtgrenzen gibt es die Produktionsflächen, diesseits haben wir die Verteilungsstruktur. Ich denke da an das Marktwesen in Regensburg, an die Geschäfte und die vielen Menschen, die bei uns einkaufen. Und damit meine ich nicht nur die Privatkunden, sondern auch die Kunden aus der Gastronomie, Hotellerie und den Betrieben, die Lebensmittel verarbeiten. Die müssen wir erreichen und ihnen klar machen, dass es besser ist, einen Apfel zu kaufen, der im Landkreis an einem Baum heranreifen durfte, als einen aus Chile, der zwar möglicherweise nach Bio-Standards produziert wurde, dann aber eine lange Reise antreten musste, die schädlich für die CO2-Bilanz ist.

Es geht also auch darum, die Menschen zu sensibilisieren?

Das ist richtig und das ist eines unserer Hauptanliegen. Zugleich ist es eine der wichtigsten Aufgaben der Projektleitung, die beim Landkreis angesiedelt wird. Hier soll koordiniert werden, dass die Versorgungskette funktioniert, hier soll die Öffentlichkeitsarbeit für den Absatz regionaler Lebensmittel gebündelt werden und von hier aus soll die Bewusstseinsbildung gesteuert werden.

Was heißt das konkret für den Öko-Landbau?

Wir sind da schon auf einem guten Weg. Die Anzahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe und auch deren Fläche haben sich in den vergangenen Jahren deutlich positiv entwickelt. Wir wollen aber noch stärker als bisher bei konventionellen Erzeugern das Interesse wecken, auf Öko-Landbau umzustellen, kleinere Bio-Betriebe bei der Erzeugung und beim Zugang zum Markt intensiver unterstützen, ökologische Angebote zu einem Netzwerk zusammenführen und Strukturen schaffen, um regionale Bio-Rohstoffe besser lagern und vermarkten zu können. Das sind nur einige der Maßnahmen, die im Übrigen auch dazu beitragen sollen, dass die Biodiversität in unserer Region gestärkt wird. Denn es geht dabei natürlich auch um den Erhalt der Artenvielfalt und die Stärkung unseres Ökosystems.

Interview: Dagmar Obermeier-Kundel
29. Juli 2019