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Neue Bäume für den Bismarckplatz

Faellungen Bismarckplatz - Scheibe

Jedes Jahr im Winter fallen Bäume in der Stadt – 2019 auch am Bismarckplatz. Die Anfang der 1980-er Jahre gepflanzten Linden waren schwach und krank. Pilze, Umwelteinflüsse und vermutlich auch eine schadhafte Entwässerungsanlage haben ihnen geschadet. Eines aber schon vorab: Der Bismarckplatz bekommt natürlich neue Bäume – und zwar keine kleinen. Außerdem neue Sitzgelegenheiten. 

Was soll am Bismarckplatz passieren? - Video

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In diesem Winter muss das Gartenamt insgesamt rund 220 Bäume entfernen. Für jeden Baum, der fallen muss, wird jedoch neues Grün gepflanzt. Bäume mit einem Stammumfang von mehr als 100 Zentimetern sind in Regensburg besonders geschützt. Ihre Fällung muss beim städtische Umweltamt beantragt werden. 

Über die aktuellen Fällungen und die Maßnahme am Bismarckplatz haben wir mit dem stellvertretenden Leiter des Gartenamtes der Stadt Regensburg, Michael Lehmann, gesprochen.

Michael Lehmann - Porträt
Michael Lehmann, Gartenamt © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Herr Lehmann, warum werden jetzt im Winter so viele Bäume gefällt?

Das liegt daran, dass wir im Rest des Jahres so gut wie nie Bäume fällen – nur wenn tatsächlich akute Gefahr droht. Im Winter brüten die Vögel nicht, deshalb dürfen Bäume in der Regel nur von Anfang Oktober bis Ende Februar gefällt werden. Danach ist wieder Schonzeit. Deshalb kommt es im Winter immer gehäuft zu den notwendigen Baumfällungen. Im Rest des Jahres führen wir in der Regel nur Baumpflegearbeiten wie Beschnitt durch.  

Welche Gründe gibt es für diese Fällungen?

Von den Bäumen, die wir in diesem Winter fällen müssen, sind 155 in einem so schlechten Zustand, dass die Standsicherheit nicht mehr gegeben ist. Die meisten haben Krankheiten, häufig sind sie von holzzerstörenden Pilzen wie zum Beispiel dem Brandkrustenpilz oder dem Hallimasch befallen. Die Bäume werden dann morsch und stellen eine Gefahr für uns Menschen dar, weil große Äste abbrechen können oder sie im schlimmsten Fall schlicht umfallen. Aber natürlich fallen Bäume immer wieder auch Baumaßnahmen zum Opfer, in diesem Jahr sind das 67. Was viele nicht wissen: Wir pflanzen entweder am selben Ort oder in der Umgebung neue Bäume, das sind die so genannten Ausgleichspflanzungen. Für einen größeren Baum, der weg muss, pflanzen wir manchmal drei neue, mit kleinerer Krone. Zum Ausgleich für die 263 Bäume, die wir Winter 2017/2018 fällen mussten, haben wir im vergangenen Jahr daher rund 700 neue gepflanzt. Vielleicht noch eines am Rande, weil da schnell ein falscher Eindruck entstehen kann: Die Grünflächen in unserer Stadt wachsen seit den 1980er-Jahren sogar kontinuierlich. Das liegt zum einen daran, dass wir jedes Jahr mehr Bäume neu pflanzen als wir alte fällen müssen. Und zum anderen daran, dass in Regensburg in den letzten Jahrzehnten zwar viel gebaut wurde, aber oft auf ehemaligen Gewerbeflächen (Schlachthof-Areal, Schenker-Gelände am Bahnhof, Candis-Viertel auf dem ehemaligen Zuckerfabrik-Areal), die kaum Grün hatten. In den neuen Wohngebieten entstehen danach immer auch Grünflächen mit Spielplätzen oder Ähnlichem. Deshalb steigt das Grün in der Stadt. 

Faellungen Bismarckplatz - Saegen

Was macht unseren Bäumen denn zu schaffen?

Baumkrankheiten breiten sich leider zunehmend aus. Ein Grund dafür sind zunehmende Wetterextreme im Zusammenhang mit der Klimaveränderung, die damit verbundene Hitze und Trockenheit, außerdem Luftschadstoffe und nicht zuletzt das Streusalz im Winter. Insbesondere Straßenbäume leiden unter meist schlechten Standortbedingungen. Das macht sie anfälliger für Krankheiten und Schädlinge aller Art.

Kann man diese Probleme nicht anders oder vorher lösen?

Das Gartenamt versucht vorrangig immer, Bäume zu erhalten. Dazu werden eine intensive Baumpflege, lebensverlängernde Maßnahmen wie Kronenentlastungsschnitte, der Einbau von Kronensicherungen oder Bodenverbesserungen im Wurzelbereich durchgeführt. Wenn Bäume aber nicht mehr ausreichend stand- bzw. bruchsicher sind, müssen sie letztlich aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Das kann beispielsweise bei totem und morschem Holz oder wegen Baumkrankheiten wie dem Eschen- und dem Lindentriebsterben der Fall sein – diesen Fall haben wir seit einiger Zeit am Bismarckplatz. Deshalb müssen wir die Bäume dort gegen Neupflanzungen austauschen. Der Umweltausschuss des Stadtrates hat das am 13. Februar beschlossen.

Was wird am Bismarckplatz alles gemacht?

Wir werden die Pflanztröge, in die die Bäume gepflanzt sind, grundlegend sanieren. Sie stammen aus den 1980-er Jahren und die Entwässerung funktioniert leider nicht mehr richtig. Deshalb müssen sie saniert, mit einer Bewässerungsanlage ausgestattet und nach dem Austausch der Erde neu mit Bäumen bepflanzt werden. Die neuen Bäume von einer resistenteren Art sollen bereits etwa drei Meter hoch sein, damit der Platz auch direkt nach dem Baumwechsel attraktiv bleibt. Zusätzlich werden alle Bänke und Sitzgelegenheiten gegen neues Mobiliar ausgetauscht, so dass man am Platz wieder gut und bequem sitzen kann.

Und wann geht es los?

Wir müssen wegen der Vogelbrutzeit noch im Februar die Linden fällen. Wir beginnen am 25. Februar. Im Mai, nach den Eisheiligen, folgt eine Übergangspflanzung. Später werden die Pflanztröge saniert. Weil das eine Weile dauern kann und wir nicht in die Sommersaison mit ihren schönen Festen am Bismarckplatz geraten wollen, beginnen wir damit erst im Herbst. So stören wir möglichst wenig. Für den Sommer werden wir die bestehenden Pflanzbeete mit Blumen und Sträuchern verschönern – so gut es eben geht. Nächsten Sommer stehen dann neue Bäume und neue Sitzgelegenheiten.

Junge Männer - BismarckplatzSommer am Bismarckplatz © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Interview: Claudia Biermann
7. Februar 2019

Update: 20. Februar 2019