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Rauchschwaden und Glühweinduft – Es ist wieder Christkindlmarkt

Wenn am 25. November Rauchschwaden vom Bratwürstlgrill über den Neupfarrplatz wabern und Glühweinduft in der Luft liegt, wir uns kalte Füße holen und die Posaunen erklingen, dann ist der 223. Christkindlmarkt eröffnet. Nicht ganz so oft, aber immerhin schon 27 Mal war der städtische Marktmeister Reinhard Kellner dort im Einsatz.

Christkindlmarkt - Neupfarrplatz

19. November 2019

Es begab sich aber zu der Zeit, als lange noch niemand an den Christkindlmarkt dachte…
Mit einem Satz wie diesem könnte man Reinhard Kellners antizyklisches Arbeiten vielleicht am besten beschreiben. Seit 27 Jahren ist er Marktmeister und damit jedes Jahr auch verantwortlich für den Christkindlmarkt am Neupfarrplatz. Bereits im Februar denkt er an die nächste Vorweihnachtszeit, verfasst die neue Ausschreibung und die Bewerberkriterien für die Marktbeschicker. Wenn die Buden im November von den Händlern schließlich bestückt werden, hat Reinhard Kellner mit Regensburgs Rechts- und Regionalreferent Dr. Walter Boeckh, in Zusammenarbeit Dr. Patrik Veit und Andrea Schmid vom städtischen Ordnungsamt sowei weiteren städtischen Bediensteten längst die besten Fieranten ausgewählt, ein Sicherheitskonzept aufgelegt und den ganzen Aufbau organisiert. 


Die Bei uns 507-Redaktion hat mit den beiden Hauptverantwortlichen über die Arbeit gesprochen, die im Hintergrund abläuft, damit die Regensburgerinnen und Regensburger eine schöne Zeit auf dem Neupfarrplatz erleben und sich dort mit der ganzen Familie auf das Weihnachtsfest einstimmen können. Dr. Walter Boeckh, der in Regensburg unter anderem für die Märkte zuständig ist, und Reinhard Kellner sind begeistert und freuen sich schon jetzt auf einen friedlich-besinnlichen Christkindlmarkt.

Porträt Reinhard Kellner quer
Marktmeister Reinhard Kellner © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Herr Kellner, ist Ihnen an Heilig Abend überhaupt noch feierlich zumute, oder reicht es Ihnen da eigentlich schon? So ein Christkindlmarkt ist richtig viel Arbeit, oder?

Reinhard Kellner: „Wenn am Eröffnungsabend um 21 Uhr die Andacht für die Marktbeschicker in der Neupfarrkirche losgeht, dann kann ich durchschnaufen. Dann ist für uns von der Stadtverwaltung der größte Teil der Arbeit geschafft und der Markt läuft (fast) von alleine. Aber im Februar fang ich dann schon wieder an, mich mit dem nächsten Christkindlmarkt zu beschäftigen: Ausschreibung, Auswahl der Beschicker, Sicherheitskonzept, Organisation, Werbung. Eigentlich hab ich das ganze Jahr über irgendwie Weihnachten.“

Herr Dr. Boeckh, für Sie ist es der erste Christkindlmarkt, für den Sie als Rechtsreferent verantwortlich sind. Hat sich in diesem Jahr etwas verändert?

Dr. Walter Boeckh: „Es gibt natürlich wieder einige neue Beschicker, weil wir uns neben dem traditionellen Angebot, das die Regensburgerinnen und Regensburger ja sehr lieben, auch immer um neue Impulse kümmern. Aber was gut ist, muss man nicht zwingend neu erfinden. So haben wir die Neupfarrkirche wieder beleuchtet und auch das tägliche kostenlose Adventslesen für Familien mit kleinen Kindern bieten wir wieder um 17 Uhr in der Kirche an – gemeinsam mit Studierenden des Fachs Mündliche Kommunikation und Sprecherziehung der Universität. Wir haben es auch geschafft, dass man in diesem Jahr wieder seinen heimischen Christbaum am Markt kaufen kann, das war die letzten Jahre leider nicht möglich gewesen.“

Gibt es sonst noch eine Besonderheit?

Dr. Walter Boeckh: „Mittwochs ist unser Kindertag, da können die Kleinen vergünstigt Karussell fahren und zwischen 16 und 17 Uhr kommt der Nikolaus und hat ein kleines Geschenk für die Kinder dabei. Das freut mich besonders, weil es mich daran erinnert, dass auch ich schon als kleiner Regensburger Junge mit meiner Mutter gern auf dem Christkindlmarkt war.“

Herr Kellner, wie sieht es denn mit dem kulinarischen Angebot aus?

Reinhard Kellner: Wir haben eigentlich alles: von der Knacker mit allem bis zu glutenfreien Galettes über vegane Speisen. Viel Wert legen wir auf regionale und hochwertige Zutaten – das kontrollieren wir auch. Zu uns kann also jeder kommen.“

Herr Kellner, Sie sind seit 26 Jahren Marktmeister des Christkindlmarktes, Sie haben bestimmt jede Menge erlebt. Welche Erinnerung ist Ihre stärkste?

Reinhard Kellner: „Es gab einmal einen Winter, der war so kalt und verschneit, dass hinter den Buden mehr als einen Meter hoch und einen halben Meter breit der Schnee lag. Die Wasserleitungen sind uns eingefroren, obwohl sie beheizt waren. Und als wir dann abgebaut haben, haben wir mühsam mit Eispickeln diese vereisten Schneeberge ausgepickelt, damit wir die Anschlüsse abbauen konnten. Als wir fertig waren, ist der Rest vom Eisblock umgefallen und wir mussten wieder von vorne anfangen. Da hab ich mich schon auf die warme Dult gefreut.“

Vielen Dank Ihnen beiden und eine schöne Zeit auf dem Christkindlmarkt!

Text und Interview: Claudia Biermann