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Eichenprozessionsspinner: Achtung reizend!

Auch in diesem Frühjahr ist der Eichenprozessionsspinner wieder unterwegs. Der Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe kann zu allergischen Reaktionen führen.

Eichenprozessionsspinner - Eiche

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) sind auch in diesem Frühjahr in den Regensburger Eichen zu finden. Durch den Kontakt mit den Brennhaaren der Raupen kann es zum Teil zu starken allergischen Reaktionen kommen.

Eichenprozessionsspinner - Raupen
Die Raupen der Eichenprozessionsspinner entwickeln nach ihrer zweiten Häutung zwischen Mai und Ende Juni sogenannte Brennhaare, die einen Giftstoff enthalten. © Stadt Regensburg, Martin Menacher

Schon seit mehreren Jahren kommt der Eichenprozessionsspinner, eine nachtaktive Schmetterlingsart, im Regensburger Stadtgebiet vor. Die Haare der Raupe des EPS enthalten Giftstoffe. „Was ein wirksamer Schutz vor Fressfeinden ist, kann auch für Menschen und ihre tierischen Begleiter schmerzhaft werden: Typische Reaktionen nach dem Kontakt sind lokale Hautausschläge oder schmerzhafter Husten“, erklärt Hans Dietrich Krätschell, Leiter des Regensburger Gartenamts. Dazu reicht es schon aus, dass die feinen Haare die Haut oder die Schleimhäute berühren.

Daher ist ein guter Rat, großen Abstand von den Raupen und deren Gespinsten zu halten. Zur zweiten Häutung der Raupen - von Mai bis Ende Juni - ist die Gefahr am größten, da sie dann die giftigen Brennhaare entwickeln. Grundlegend sollte man sich auch von verlassenen Gespinsten fernhalten, denn die Raupenhaare besitzen eine lange Haltbarkeit und können noch nach Jahren eine allergische Reaktion auslösen.

Gespinste nicht anfassen

Vorsicht ist also nötig, allerdings keine Panik: „Nicht alle Raupen mit Haaren oder Gespinsten sind Eichenprozessionsspinner. Die, die nicht an Eichen gefunden werden, stammen von meist harmlosen Gespinstmotten“, so Krätschell. Dennoch empfiehlt er grundsätzlich, unbekannte Raupen oder Gespinste nicht anzufassen bzw. zuerst mit den einschlägigen Suchbegriffen zu recherchieren.

Wer auf seinem privaten Grundstück Eichenprozessionsspinner entdeckt, sollte auf keinen Fall selbst versuchen diese zu beseitigen, sondern sich an einschlägige Baumpflege- oder Schädlingsbekämpfungsfirmen wenden. Die geschulten Mitarbeiter sind mit der erforderlichen Schutzausrüstung ausgestattet.

Eichenprozessionsspinner - Absaugen
Das Gartenamt saugt die Raupen und Gespinstnester mit Industriestaubsaugern ab. © Stadt Regensburg, Martin Menacher

Fressfeinde stärken

Die Eichenprozessionsspinner profitieren vom Klimawandel und den letzten milden Wintern, daher steigt die Anzahl der Raupen. Eine komplette Vernichtung der Art ist nicht möglich – umso wichtiger ist es daher Fressfeinde zuzulassen. Dazu gehören der Kuckuck und einige andere Vögel, Fledermäuse und der Puppenräuber, ein Käfer. „Um die Entwicklung dieser natürlichen Fressfeinde zu fördern, lassen wir EPS-Vorkommen in abgelegenen oder wenig genutzten öffentlichen Arealen unbehandelt“, erklärt Hans Dietrich Krätschell. Überall da, wo sich viele Menschen aufhalten, speziell in Bereichen mit vielen Kindern, verwendet das Gartenamt ein biologisches Mittel oder einen Industriestaubsauger im Kampf gegen die Raupen und Gespinste. Sofern Sie  Eichenprozessionsspinner auf  solchen vielgenutzten öffentlichen Flächen feststellen, können Sie diese beim Gartenamt oder - außerhalb der Dienstzeiten des Gartenamts - bei der Berufsfeuerwehr melden.

Text: Sarah-Lena Rudolph
28. Mai 2019