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Knacker und Glühwein gab's früher nicht

Christkindlmarkt Neupfarrplatz - Nikolaus und Krippe damals
Auch der Nikolaus besuchte die Kinder an der Krippe © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Die Ursprünge des Christkindlmarkts auf dem Neupfarrplatz reichen in die Zeit um das Jahr 1790 zurück. Damals verkauften Regensburger Hausfrauen auf eigene Initiative hin in der Adventszeit auf dem Neupfarrplatz selbst gefertigtes Spielzeug. Eine offenbar zündende Idee, denn bereits zehn Jahre später gab es mehr Interessenten als Standflächen. Der Magistrat der Stadt verfügte daher mit Unterstützung der königlichen Polizeidirektion 1813, dass der Christkindlmarkt nur noch von einheimischen Handel- und Gewerbetreibenden bestückt werden dürfe, und zwar in der Zeit von morgens sieben bis abends sechs Uhr. 1826 gab es schon rund vierzig Stände, an denen Gürtler, Säckler, Drechsler, Zinngießer, Uhrmacher, Kürschner, Lebzelter, Konditoren, vor allem aber Spielzeughändler ihre Waren anboten.

Um 1900 herum drohte dem Christkindlmarkt kurzzeitig sein Ende, denn der Magistrat wollte ihn mangels Besucher kippen bzw. privatisieren, doch dagegen wurde erfolgreich protestiert. Bis in die 1920er Jahre kamen ein gutes Dutzend Stände mit Christbaumschmuck hinzu. Und auch Südfrüchte, Zuckerzeug und Parfümeriewaren konnten gekauft werden.
Nur zweimal wurde der Christkindlmarkt übrigens von seinem Stammplatz verdrängt. Als im Jahr 1939 auf dem Neupfarrplatz ein Luftschutzbunker gebaut wurde, musste er bis 1947 auf den Alten Kornmarkt ausweichen. Und auch von 1995 bis 1997 war er dort beheimatet, weil damals der Bereich zwischen Bismarck- und Neupfarrplatz umgebaut wurde. 
Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 gab es nur noch fünf Buden. Doch nur zwei Jahre später waren es schon wieder 35 Stände, die in der entbehrungsreichen Nachkriegszeit für  Hoffnung auf bessere Zeiten sorgten. 

Was uns heute unvorstellbar erschient: Erst seit 1970 darf Glühwein auf dem Christkindlmarkt verkauft werden, vorher hatte der Stadtrat noch etwas dagegen. Und noch ein kulinarisches Christkindlmarkt-Highlight ist ebenfalls erst in der Nachkriegszeit entstanden: Die „Knackersemmel mit allem“ – mit Senf, Meerrettich und Essiggurke. Ihr Siegeszug hält bis heute an.

Christkindlmarkt Neupfarrplatz - Alte Wache im RegenAuch bei Regenwetter war der Regensburger Christkindlmarkt gut besucht © Bilddokumentation Stadt Regensburg