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Jugenddialog auf der Jahninsel

In der Debatte um die „Partyzone“ zwischen Jahninsel und Grieser Spitz veranstaltet das Aktionsbündnis Fair Feiern in diesem Sommer diverse Formate, um Jugendliche zu mehr Rücksichtnahme auf die Anwohner zu sensibilisieren. Dieser Ansatz schien am Freitag großen Anklang zu finden – viele Jugendliche lobten den Jugenddialog als gelungenen Vorstoß und wünschten sich weitere Gelegenheiten zum Austausch.

Am letzten Juli-Wochenende lud Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer gemeinsam mit Fair Feiern und dem Stadtjugendring Regensburg Jugendliche zum offenen Austausch auf der Jahninsel ein. Moderiert von Gongfm On Air-Manager Mario Colantonio stand die Bürgermeisterin gemeinsam mit Ludwig Stegerer von der Polizeiinspektion Nord, Philipp Seitz vom Stadtjugenring, Heike Ismer vom städtischen Gartenamt sowie Thomas Sperl und Robert Wittmann vom Kommunalen Ordnungsservice (KOS) den Jugendlichen Rede und Antwort. Rund 40 junge Leute waren der Einladung gefolgt oder setzten sich spontan auf die bereitgestellten Liegestühle und Decken.
Die Themen, die den Jugendlichen auf dem Herzen lagen, waren vielfältig. Von zu strengen Auflagen für Straßenmusiker über die unbefriedigende Toilettensituation bis hin zu der Anzahl an Mülleimern auf der Jahninsel entspannten sich teils längere Debatten. Die größte Kritik betraf aber ein Gerücht, das sich seit einigen Monaten hartnäckig hält: Ein geplantes Alkoholverbot innerhalb bestimmter Freiflächen. Viele Jugendliche hielten diesen Ansatz für stark überzogen und beschwerten sich, darüber nicht von der Stadt informiert worden zu sein, sondern über die Medien davon erfahren zu haben. „Wir können Sie nicht über etwas informieren, das wir überhaupt nicht vorhaben“, hielt Maltz-Schwarzfischer dem entgegen. Das Stichwort Alkoholverbot sei einmal in einer Sitzung des Jugendbeirates diskutiert worden und habe sich dann über Soziale Medien verselbstständigt. 
Stattdessen setzt die Stadt auf die Vernunft der Feiernden, wie auch die Mitarbeiter des KOS betonen. „Wir versuchen es immer erst im Guten und die Leute im Gespräch dazu zu bringen, ihre Musikgeräte auszuschalten oder ihren Müll mitzunehmen“, so Wittmann. „Nur wenn sie sich völlig uneinsichtig zeigen, müssen wir ein Bußgeld erheben oder einen Platzverweis aussprechen.“ Auch wenn der Großteil der Jugendlichen Verständnis für derartige Verwarnungen zeigt, so muss sich Maltz-Schwarzfischer zufolge auch grundsätzlich der Umgang mit der Jahninsel ändern, die sich in lauen Sommernächten oft zur wahren Partyinsel verwandelt. „Die Jahninsel ist kein Privileg der Jugend. Alle Regensburgerinnen und Regensburger sollen sich hier wohlfühlen und erholen dürfen und auch daneben leben und schlafen können. Wir haben hier eine einmalige grüne Oase mitten in der Stadt, von der alle gleichermaßen profitieren sollten.“ Selbstverständlich bräuchten Jugendliche auch Orte, an denen sie sich aufhalten können, aber dies dürfe nicht auf Kosten anderer gehen.
Viele Jugendliche lobten den Jugenddialog als gelungenen Vorstoß und wünschten sich weitere Gelegenheiten zum Austausch. Auf einem großen Plakat des Stadtjugendrings waren sie eingeladen, Vorschläge zur Verbesserung der Situation auf der Jahninsel einzubringen. „Let love rule“ hatte jemand darauf geschrieben – und fasst damit die wohl einfachste Lösung für die Problematik zusammen.