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Barrieren gemeinsam überwinden

Erster Runder Tisch Inklusion vereint Regensburger Partnerstädte

Vom 30. November bis zum 3. Dezember 2017 hat der Erste Runde Tisch Inklusion stattgefunden. Teilnehmer aus fünf Regensburger Partnerstädten stellten dabei die Inklusionsbemühungen in ihrer Heimat vor und tauschten sich gegenseitig aus.

Seit 2009 gibt die UN-Behindertenrechtskonvention einen Rahmen vor, um die umfassende Barrierefreiheit und Teilhabemöglichkeit aller Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft sicherzustellen. Dies betrifft sowohl die Teilhabe in der Freizeit, aber auch insbesondere im Bildungswesen und auf dem Arbeitsmarkt. Alle Länder, in denen die Regensburger Partnerstädte beheimatet sind, haben diesen völkerrechtlichen Vertrag unterschrieben und in nationales Recht umgesetzt.

Es war daher Ziel des Ersten Runden Tisches zum Thema Inklusion in Regensburg, einen Erfahrungsaustausch zu den Umsetzungsschritten in den einzelnen Partnerstädten zu ermöglichen. Alle Partnerstädte konnten dabei sehr viele neue Eindrücke gewinnen und Impulse mit nach Hause nehmen, um die eigene Arbeit zu bereichern. Klar wurde bei dem Treffen auch, dass alle Partnerstädte gemeinsam auf einem guten Weg in die gleiche Richtung sind und danach streben, die gleichberechtigte Teilhabe baldmöglichst herzustellen. Durch die unterschiedlichen Ansatzpunkte hierfür konnten wertvolle Impulse gewonnen und neue Ideen entwickelt werden.

Konkrete Beispiele aus den Partnerstädten
So berichtete etwa Brixen von den Inklusionserfahrungen im Schulwesen, nachdem bereits im Jahre 1977 die Förderschulen in Italien komplett abgeschafft worden waren. Der Lösungsansatz besteht hierbei darin, dass der Unterricht mit bis zu drei Lehrern bestritten wird, um auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler besser eingehen zu können und einen Unterrichtserfolg für alle sicherzustellen.

Es war auch spannend zu erfahren, dass in Budavár ein sogenannter Fährmann-Dienst aufgebaut wurde, der Menschen in den schwierigen ersten Monaten begleitet, nachdem diese durch eine Erkrankung oder einen Unfall eine Behinderung neu erworben haben. Diese Unterstützung wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistet, die selbst die gleiche Verletzung erlitten haben und so aus eigener Erfahrung helfen können, den Weg zurück ins Leben zu finden.

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer freute sich, viele interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Partnerstädten bei dieser Fachkonferenz begrüßen zu dürfen. „Für Regensburg ist Inklusion eine Herzensangelegenheit. Inklusion bedeutet mehr als die physikalische Barrierefreiheit, nämlich vor allem auch den Abbau von Barrieren in den Köpfen der Menschen. Diese Konferenz trägt hierzu maßgeblich bei“, betonte die Bürgermeisterin.

Fachbeiträge
Bereichert wurde der Erste Runde Tisch Inklusion weiterhin durch Fachbeiträge der Ostbayerischen Technischen Hochschule wie auch des ehemaligen Projektkoordinators des Projekts „Regensburg Inklusiv“, Thomas Kammerl. Er zeigte noch einmal den Weg auf, wie Regensburg zu der Idee kam, durch bürgerschaftliche Beteiligung die Sensibilisierung im Inklusionsbereich zu fördern und gemeinsam Lösungswege für eine barrierefreie Gesellschaft zu entwickeln. Außerdem stellte er die Vielzahl der erfolgreichen Ergebnisse des Projekts dar.

Zu Beginn der viertägigen Veranstaltung sprach Irmgard Badura, die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung. Auch sie zeigte sich von der bayernweit einmaligen Idee begeistert, gemeinsam mit den Partnerstädten das Ziel einer inklusiven Gesellschaft zu verfolgen. „Der internationale Austausch darüber, wie Inklusion gelingen kann, ist mir sehr wichtig und zum 3. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, ein großartiges Signal. Ich habe die große Hoffnung, dass hier ein dauerhaftes Netzwerk entsteht und alle vom Austausch profitieren“, so die Beauftragte.

Weitere Runde Tische sollen folgen
Zum Abschluss der Veranstaltung war man sich einig, dass es nicht bei einem Ersten Runden Tisch zum Thema Inklusion bleiben soll, da es viele Themen gibt, die man gemeinsam bearbeiten möchte. Vielfach wurde betont, dass die vielen Eindrücke, die aus den anderen Städten gewonnen werden konnten, Ansporn und Ermutigung sind, den Weg hin zu einer inklusiven Gesellschaft gemeinsam weiter gehen zu wollen.