Ausgezeichnete EU-Kompetenz der Stadt Regensburg – HerO europaweit als bestes Projekt bewertet

Die Stadt Regensburg hat im Wettbewerb der EU-geförderten Projekte kräftig gepunktet und mit dem Förderantrag zum Projekt „HerO – Heritage as Opportunity“ („Kulturerbe als Chance“) alle anderen eingereichten Projekte hinter sich gelassen. „Es ist eine besondere Auszeichnung für Regensburg, im Wettbewerb mit europäischen Großstädten diese außerordentliche Stellung einnehmen zu können“ zeigte sich der OB sichtlich erfreut ob der positiven Nachricht.

HerO, so der wohlklingende Name des Projektes, ist ein europäisches Städtenetzwerk zum Thema „Kulturerbe und Stadtentwicklung“, für das die Europäische Kommission aus dem Förderprogramm URBACT insgesamt etwa 600 000 Euro zur Verfügung stellt. Die Stadt Regensburg koordiniert dieses Netzwerk, an dem zehn Partnerstädte aus ganz Europa beteiligt sind, darunter Liverpool, Valencia, Graz, Vilnius, Lublin und Valletta. Die Projektvorschläge wurden von einem unabhängigen Expertengremium nach 20 vorgegebenen Kriterien bewertet und am 21. November 2008 dem Programmausschuss, der in Paris tagte, vorgelegt. Am Montag wurde Regensburg dann von der Europäischen Kommission informiert. Regensburg hat damit gleich im ersten Anlauf die Top-Position im Ranking der eingereichten Projektvorschläge erobert.

Wirtschafts- und Finanzreferent Dieter Daminger ist stolz auf das Ergebnis. „Mit diesem Erfolg wird eindrucksvoll untermauert, dass die strategische Entscheidung, die EU-Kompetenzen der Stadt Regensburg auszubauen und Regensburg damit verstärkt auf dem europäischen Parkett zu positionieren, genau richtig war. Gerade bei Themen im Zusammenhang mit dem UNESCO-Welterbe ist ein europaweiter Dialog und der internationale Erfahrungsaustausch für Regensburg enorm wichtig“, so Daminger. „Neben einer nicht unerheblichen Summe an zusätzlichen Finanzmitteln aus EU-Töpfen, kann Regensburg im Rahmen der EU-Projekte mit Entscheidungsträgern auf europäischer Ebene diskutieren und dabei gezielt Vorschläge zu wichtigen stadtrelevanten Themen einbringen.“

Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann: "Das ist ein großartiger Erfolg für unser Projekt HerO, das nicht nur ausgewählte lokale Aktivitäten, sondern auch den Wissensaustausch mit anderen Welterbestädten, das Lernen von- und miteinander und die gemeinsame Entwicklung guter Lösungsansätze fördern soll: Wir können manches von anderen historischen Städten lernen, aber auch Informationen zu unseren gut funktionierenden Instrumenten wie z.B. der Altstadtschutzsatzung oder dem Gestaltungsbeirat weitergeben. Ein fruchtbarer Austausch, auf den ich mich sehr freue."

Mit Hilfe von HerO sollen innerhalb von drei Jahren lokale Aktionspläne zum Umgang der beteiligten Städte mit ihrem kulturellen Erbe erarbeitet und im Rahmen des Netzwerks diskutiert werden. Die entwickelten Modelle und Strategien wiederum sollen auf europäischer Ebene als Beispiele für eine vorbildliche integrierte Stadtentwicklung dienen.

In Regensburg wird eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe mit Vertretern verschiedener Interessensgruppen und der Verwaltung unter Leitung der Welterbekoordination den Welterbemanagementplan weiterentwickeln sowie neue Instrumente und Methoden zum Umgang mit der UNESCO-Welterbestätte Altstadt Regensburg mit Stadtamhof erarbeiten. Neben Zielen werden auch Strategien und konkrete Maßnahmen in einem Implementationsplan zusammengefasst.

„Städtisches Kulturerbe hat ein enormes Potenzial, das wir in diesem Projekt bewusst auch als Entwicklungsmotor im Rahmen der Stadtentwicklung einsetzen wollen. Der neue integrierte Ansatz den wir hier gemeinsam mit den Partnern ausprobieren, wurde von der Europäischen Kommission als innovatives Projekt mit großem Potenzial bewertet, das europaweit in vielen historischen Städten zum Einsatz kommen kann“, freut sich Welterbe-Koordinator Matthias Ripp, der zusammen mit Projektleiterin Barbara Bühler für die inhaltliche Gestaltung verantwortlich zeichnet.

Der Wissenstransfer wird in einer Serie von thematischen Seminaren und Experten-Workshops organisiert, in denen es z.B. um visuelle Integrität von Kulturerbestätten oder die Balance zwischen verschiedenen städtischen Nutzungen in historischen Städten geht. Gute Beispiele aus den Teilnehmerstädten sollen in einer Best-Practice-Veröffentlichung dokumentiert und somit auch anderen Städten in Europa zugänglich gemacht werden. Eine Internetseite sowie ein regelmäßiger Newsletter informieren fortlaufend über den Projektfortschritt und halten relevante Informationen und Dokumente bereit.

Als Quintessenz des Projekts soll ein Handbuch erarbeitet werden, in dem dargestellt ist, wie ein integrierter Kulturerbemanagementprozess modellhaft in historischen Städten gestaltet sein kann. Parallel entwickeln die Projektpartner Empfehlungen für die Europäische Kommission, um den Umgang und die Weiterentwicklung der Historischen Stadtlandschaften noch stärker in die Programme der Europäischen Institutionen zu integrieren und den Zugang zu Fördermitteln zu erleichtern.

Der Antrag wurde vom EU-Koordinator der Stadt Regensburg, Klaus Grepmeier, in enger Zusammenarbeit mit der Welterbekoordination im Planungs- und Baureferat erarbeitet. Grepmeier bezeichnete es als herausfordernde Aufgabe, die zehn Städtepartner aus unterschiedlichen Regionen in Europa in diesem Projekt zu vereinen. „Wir mussten in dem Antrag bereits ein detailliertes Arbeitsprogramm und einen Finanzplan für die nächsten drei Jahre vorlegen. Dazu war sehr viel Abstimmungsarbeit mit den Partnern nötig.“ Am Ende überzeugte das Regensburger Projekt vor allem durch das innovative integrierte Konzept und wurde als eines von wenigen Projekten überhaupt ohne jegliche Änderungsvorschläge durch den Programmausschuss bewilligt.

Auch eine weitere Auszeichnung des Projektes dürfte den Verantwortlichen der Stadt Regensburg gefallen. Das HerO-Netzwerk wurde im Rahmen der EU-Initiative „Regionen für den wirtschaftlichen Wandel“ als Modellprojekt ausgezeichnet und wird somit von der Europäischen Kommission intensiv begleitet. So sind bei den geplanten Netzwerktreffen neben Vertretern aus dem Bundesbauministerium, dem bayerischen Wirtschaftsministerium und der Obersten Baubehörde auch Experten aus verschiedenen Generaldirektionen der Europäischen Kommission anwesend.

Die Auftaktkonferenz zu HerO findet vom 4. bis 5. Dezember 2008 in der französischen Stadt Poitiers statt. Dort werden Ansätze zur Entwicklung eines integrierten Welterbe-Managementplans für historische Städte diskutiert und Weichenstellungen für die weitere Projektlaufzeit festgelegt.




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