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Rampe zum Oberen Wöhrd wird saniert

Im Rahmen der Instandsetzung der Steinernen Brücke soll 2013 auch das Rampenbauwerk in ihrer Mitte saniert werden, das auf den Oberen Wöhrd führt

Die Pfeiler des Rampenbauwerks entstanden bereits im 16. Jahrhundert. Über Jahrhunderte trugen sie leichte Brückenplatten aus Holz oder Stahl. Erst 1930 wurde der Brückenüberbau verbreitert und mit Stahlbeton so massiv hergestellt, dass LKWs die Brücke nutzen konnten. „Bis zum Bau des Pfaffensteiner Steges war sie die einzige für schwere Fahrzeuge tragfähige Zufahrt zum Oberen Wöhrd“, erklärt Oberbürgermeister Hans Schaidinger. Diese intensive Nutzung, die Konstruktionsweise, bei der die Stahlbetonträger ohne Lager auf den Pfeilern aufliegen, und der undichte Oberflächenbelag haben die Brücke mittlerweile so stark geschädigt, dass eine Erneuerung unumgänglich ist. „Hinzu kommt, dass die Rampe direkt auf der Steinernen Brücke auflagert und damit auch in deren Bestandskonstruktion eingreift“, erläutert Oberbürgermeister Schaidinger.

Visualisierung des Neubaus der Rampe vom Oberen Wöhrd (C) GrasslVisualisierung des Neubaus der Rampe vom Oberen Wöhrd (C) GrasslVisualisierung des Neubaus der Rampe vom Oberen Wöhrd (C) Grassl

Im Zuge der Instandsetzung sollen die historischen Pfeiler saniert und erhalten werden, während der Brückenüberbau durch eine leichtere, filigranere Konstruktion ersetzt wird. „Wir wollen die Brücke wieder in den ‚leichten‘ Steg zurückverwandeln, der sie bis zum Umbau 1930 gewesen ist“, betont Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann. Die neue Brücke soll – analog zur Steinernen Brücke –  nur noch Radfahrern und Fußgängern offenstehen. Die Fahrbahnbreite wird deshalb von 7,20 auf sechs Meter verringert. „Allerdings bleibt der Anschluss an die Steinerne Brücke so breit, dass größere Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst den Zugang im Notfall nutzen können“, führt Schimpfermann weiter aus. Die Fahrbahn soll einen Belag erhalten, der gut befahr- und begehbar ist.

Für den Brückenüberbau wurden drei Konstruktionsvarianten geprüft: erstens aus Stahlbeton, zweitens aus einer Stahlverbundkonstruktion und drittens aus Stahl. Da die Stahlverbund-Lösung sowohl in wirtschaftlicher als auch in gestalterischer Hinsicht am besten abschnitt, wird sie von der Verwaltung empfohlen. Ob sie der weiteren Planung zugrunde gelegt wird, entscheidet der Stadtplanungsausschuss des Stadtrats in seiner Sitzung am 31. Juli. Wenn er der Beschlussvorlage zustimmt, erstellt die Arbeitsgemeinschaft Ingenieurbüro Grassl/Reinhart Architekten, die seit März 2012 die Planungen betreibt, innerhalb von acht Wochen eine Entwurfsplanung, in der Detailfragen geklärt werden. Danach wird die Genehmigung der Denkmalpflege eingeholt und eine öffentliche Ausschreibung durchgeführt. Ab Februar/März 2013 soll der alte Brückenüberbau abgerissen und ab April der Neubau begonnen werden. Es ist geplant, die neue Brücke noch 2013 fertigzustellen.

Während der Baumaßnahmen wird für Fußgänger eine behelfsmäßige Treppenkonstruktion von der Jahninsel auf die Steinerne Brücke eingerichtet. Diese wird zur Zeit geplant und soll bis spätestens Ende Januar 2013 fertig sein. Radfahrer, die vom Oberen Wöhrd in die Innenstadt wollen, können anstelle der Steinernen Brücke die Schieberampen am Eisernen Steg benutzen. Ein barrierefreier Zugang zum Oberen Wöhrd wird während der Bauzeit nur von Norden über den Pfaffensteiner Steg möglich sein. „Uns ist bewusst, dass das eine starke Einschränkung bedeutet“, betont Hans Schaidinger. Allerdings lasse sich die Sanierung des Rampenbauwerks anders nicht bewerkstelligen. Die Verwaltung werde alles daran setzen, die Renovierung zügig voranzutreiben und den barrierefreien Zugang schnell wieder zu ermöglichen.