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Pilsen

Die feierliche Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages mit der Stadt Pilsen fand am 25. September 1993 statt. Plzeň, das im Jahre 1295 auf Anordnung von König Wenzel II. gegründet wurde, ist heute die zweitgrößte Stadt Böhmens, das Kulturzentrum der Region, der Sitz der Universität und des Bischofs, ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt sowie der Sitz vieler Institutionen und prosperierender Industrien mit der weltbekannten Brauerei und dem Maschinenbaukonzern Škoda an der Spitze.

Die Stadt, die strategisch günstig am Zusammenlauf von vier Flüssen und am Kreuzungspunkt dreier Fernhandelswege errichtet wurde, zählt heute knapp 170 000 Einwohner. Nicht zuletzt auch aufgrund der hier vorkommenden Bodenschätze Kaolin, Erz und Steinkohle ist Pilsen seit jeher ein wichtiger Umschlagplatz und das handwerkliche Zentrum der Region. Vor der Ansiedlung der Industrien im letzten Jahrhundert war Pilsen auf das Gebiet innerhalb der Stadtbefestigung beschränkt. Ein grüner Alleegürtel verrät heute die einstige Umgrenzung der Stadtmauern. Ursprünglich bestand die Stadt aus einer Fläche von etwa 20 Hektar mit dem Grundriss eines rechteckigen Netzes von fünfzehn Straßen und einem Marktplatz, auf dem die gotische Bartholomäuskirche mit ihrem schlanken, 102 Meter hohen Turm die Szene dominiert. Das Rathaus aus dem Jahr 1559, ein Werk des italienischen Baumeisters Giovanni de Statia, reiht sich dagegen eher unauffällig in die fast harmonisch geschlossene Fassadenfront schöner Bauten aus der Renaissancezeit ein. Breite Boulevards, Gründerzeithäuser und die besondere Ausprägung des Jugendstils künden im Umfeld der Altstadt vom großen Aufschwung Pilsens um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Die Gründung des bürgerlichen Brauhauses und der Maschinenfabrik Skoda waren die ersten Schritte zur Umwandlung der malerischen historischen Stadt zu einer Industriemetropole.

Wenngleich Pilsen vornehmlich Industriestadt ist, erfreut sich auch der Bereich Kultur traditionell eines beachtenswerten Rufes. Zu nennen sind hier beispielsweise das Josef-Kajetán-Tyl-Theater, die reichhaltigen Kunstsammlungen der Westböhmischen Galerie, die im ursprünglich gotischen Gebäude der Fleischerläden untergebracht sind, das jährlich stattfindende Kulturfestival „Smetana-Tage“ und das Filmfestival „Finále“.

Die beiden Städte Regensburg und Pilsen weisen mehrere Gemeinsamkeiten auf: Sie haben etwa die gleiche Größe, sie verwalten ein beachtliches kulturelles Erbe und stellen das Oberzentrum der Regionen auf beiden Seiten der Grenze dar. Mit nur 155 Kilometer Entfernung ist Pilsen darüber hinaus die nächstgelegene aller Partnerstätte, mit der sich seit dem Bestehen dieser Partnerschaft schon viele Beziehungen entwickelt haben. Dazu gehören, neben schulischen und kirchlichen Partnerschaften auch Kontakte im Wirtschafts- und Sportbereich sowie zahlreiche Austauschmaßnahmen auf dem kulturellen Sektor. Das Institut für Kunst und Design an der Westböhmischen Universität in Pilsen ist seit 2008 Hochschulpartner der Akademie Regensburg.