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Brückenpreis 2006 für Václav Havel

Václav Havel wurde am 5. Oktober 1936 in Prag geboren. Bereits im Alter von 20 Jahren schrieb er viele Artikel für Literatur- und Theaterzeitschriften, die alle in der Tradition des absurden Theaters standen und die Atmosphäre prägten, die 1968 zum Prager Frühling führte. Während dieser Zeit 1968 war er Vorsitzender des "Klubs unabhängiger Schriftsteller".

Václav Havel erregte erstmals politisches Aufsehen, als er die Zensur und die Absurdität des Machtapparates der kommunistischen Partei öffentlich kritisierte. Zudem trat er auch immer wieder öffentlich gegen das Regime unter dem damaligen Präsidenten Gustáv Husák auf. 1977 galt er als einer der drei Hauptinitiatoren der Menschen- und Bürgerrechtsbewegung Charta 77. Wegen seiner Aktivitäten zu dieser Zeit wurde Václav Havel dreimal verhaftet und verbrachte insgesamt fünf Jahre im Gefängnis.

Nach 1968 erhielt er in der Tschechoslowakei Aufführungs- und Publikationsverbot, seine Werke wurden jedoch fast vollständig zu dieser Zeit in Deutschland publiziert.

Václav Havel gilt als eine der zentralen Figuren der Samtenen Revolution, als Symbolfigur des gewaltlosen Widerstandes, und war ein führender Vertreter des während der Revolution gegründeten Bürgerforums. Im Dezember 1989 wurde er als Kandidat des Bürgerforums von den Vertretern der Föderalversammlung der ersten demokratisch gewählten Präsidenten der Nachkriegstschechoslowakei, und führte sein Land dann zu den ersten freien Wahlen 1990. Dabei wurde er als Präsident vom neuen Parlament bestätigt. Drei Monate vor Ende seiner Amtszeit 1992 trat er jedoch zurück, da die Auseinandersetzungen zwischen Tschechien und der Slowakei sich immer mehr ausweiteten, Havel sich jedoch für eine Beibehaltung des gemeinsamen Staates und gegen den Nationalismus aussprach. Seine Bemühungen, die Föderation zu erhalten waren erfolglos.

Nach der Trennung von Tschechischer und Slowakischer Republik Ende 1992 wurde er im Januar 1993 mit großer Mehrheit zum Präsidenten der Tschechischen Republik gewählt, und 1998 auch nochmals in seinem Amt bestätigt. Seine zweite Amtszeit endete 2003.

Havels literarische und dramatische Werke sowie sein lebenslanges Streben nach der Erhaltung der Menschenrechte wurden mit einer Reihe von staatlichen Auszeichnungen, internationalen Preisen und Ehrendoktortitel gewürdigt. Er wurde auch mehrer Male, zuletzt 2004, für den Friedennobelpreis vorgeschlagen