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Brückenpreis 1995 für Prof. Wladyslaw Bartoszewski

Prof. Wladylaw Bartoszewski, Historiker und Publizist, ist 1922 in Warschau geboren. 1939 legte er seine Abiturprüfung ab. Nach dem Überfall Hitlers auf Polen Kontakt zum Widerstand. Bartoszewski wird im September 1940, nach einer Razzia auf polnische Intellektuelle, ins Konzentrationslager Auschwitz verbracht und im April 1941 schwer erkrankt entlassen.

Während des Studiums an der geheimen Warschauer Universität begründet er mit anderen eine katholische Hilfsaktion zugunsten der verfolgten Juden des Warschauer Ghettos. Er nimmt 1944 am Warschauer Aufstand teil. Nach kurzer Tätigkeit als Journalist gerät Bartoszewski ins Visier der Kommunisten, die inzwischen die Macht in Polen übernommen haben. Insgesamt sechs Jahre verbringt er in stalinistischen Gefängnissen. 1955 wird er rehabilitiert und kann arbeiten, bis er 1981 erneut verhaftet und schließlich durch die Hilfe jüdischer Freunde befreit wird.

Als Gastprofessor in München und Eichstätt pflegt er enge und ausgleichende Kontakte zum ehemaligen Feind Deutschland. Nach der Wende bekleidet Bartoszewski das Amt des Botschafters in Bonn und schließlich des Außenministers der Republik.