Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ich denke es geht uns allen gleich. Wenn wir morgens die Zeitung aufschlagen oder das Radio einschalten, dann sind wir fassungslos. Wir sind nicht unmittelbar betroffen von den Geschehnissen in Japan, aber wir fühlen uns genauso hilflos gegenüber derartigen Katastrophen wie die Menschen vor Ort und wir werden daran erinnert, dass es Sicherheit gegen Naturkatastrophen niemals geben kann. Wir Regensburgerinnen und Regensburger wissen das insbesondere im Hinblick auf Hochwasserereignisse. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir seit langer Zeit schon kein Katastrophenhochwasser mehr hatten. Alle Hochwässer der letzten 50 Jahre - so schlimm sie im Einzelfall waren - sind keine Ereignisse gewesen, die nicht noch übertroffen werden könnten. In vielen Bereichen haben wir in den letzten Jahren auch vorgesorgt. Der Brandschutz etwa in unserer feuergefährdeten Altstadt war noch nie so hoch wie heute. Wir haben einen Grundschutz gegen Hochwässer und bauen ihn sukzessive aus. Aber Japan lehrt uns: Eine Sicherheit gegen Naturereignisse gibt es nicht!
Unser Denken und Fühlen ist bei den Betroffenen in Japan, die neben den Naturereignissen jetzt auch auf eine Katastrophe zusteuern, die keine Naturkatastrophe ist, sondern von Menschenhand gemacht wurde. Alle hoffen inständig, dass es bei den Reaktoren von Fukushima nicht zum Super-GAU kommt und dennoch wissen wir, dass wir uns darauf einzustellen haben. Wir sind weit weg und trotzdem sollten wir beginnen uns zu überlegen, was wir tun können. Regensburg hat zweimal in den letzten Jahren gezeigt, dass es bereit ist, zu helfen. Bei der Tsunami-Katastrophe in Fernost haben wir eine Schule gebaut, um die Not der Menschen zu lindern und aus dem gleichen Grund finanzieren wir derzeit den Bau einer Rehabilitationseinrichtung in Haiti. Es ist sicher zu früh, zu entscheiden, wie wir die Menschen in Japan unterstützen können. Ich glaube wir wären alle froh, wenn wir die Not der Menschen durch gezielte Hilfe etwas lindern könnten. Einstweilen bleibt uns nur gespanntes Warten und Mitgefühl.
Hans Schaidinger