Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Regensburg ist eine lebendige, offene und „bunte“ Stadt. Viele verschiedene Bevölkerungsgruppen, Kulturen und Religionen sind hier zu Hause und gehören zu unserer Stadtgesellschaft.
Auch das muslimische Leben ist Teil des Regensburger Alltags. Im Fastenmonat Ramadan wird das besonders deutlich, da dies eine Zeit der Begegnung, des Miteinanders ist.
Ich fühle mich jedes Mal wieder sehr geehrt, wenn mich die Türkisch-Islamische Gemeinde e.V. zum Fastenbrechen nach Sonnenuntergang einlädt. Diese Begegnungen sind für mich etwas ganz Besonderes, da das Mahl weit mehr als ein religiöses Fest ist. Es ist ein Symbol geworden: für Respekt, Versöhnung und ein friedliches Miteinander.
An diesen Abenden spürt man die aufrichtige Gastfreundschaft unserer muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und den Willen nach Integration – ohne kulturelle oder religiöse Wurzeln zu kappen oder Besonderheiten aufzugeben.
Gerade bei solchen Begegnungen nehme ich deutlich wahr, dass Vielfalt der Kulturen eine Chance, eine Bereicherung und eine Aufforderung zum gegenseitigen Kennenlernen ist. Gerade der Ramadan, die heiligste Zeit im muslimischen Kalender, ist nicht nur ein Monat der Besinnung, der Geduld und der Enthaltsamkeit, sondern auch der Nachbarschaft, der Solidarität und des Zusammenhalts.
Ich suche jedoch nicht nur zu hohen Feiertagen den Kontakt zu den verschiedenen Religionsgemeinschaften in unserer Stadt. Es gibt zahlreiche Begegnungen, Gespräche und Kontakte auch während des Jahres. Doch die Teilnahme an hohen und wichtigen Festen zeigt, dass wir andere Religionen bewusst wahrnehmen, ihre Einzigartigkeit entdecken und verstehen. So werde ich auch am 9. September am Abendgebet der Jüdischen Gemeinde zum Neujahrsfest teilnehmen - denn erst gegenseitiges Verständnis und Toleranz kann ein wirkliches Miteinander und letztendlich Integration ermöglichen.
Ich wünsche mir, dass dieses Aufeinanderzugehen nicht nur im Ramadan stattfindet, sondern durch regelmäßige Einladungen und Begegnungen gepflegt wird. Mehr denn je ist wechselseitige Akzeptanz und Anerkennung auf dem Weg zur Einheit in Vielfalt erforderlich.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Hans Schaidinger