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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

gestern habe ich das erste Gästebiwak der DSO an ihrem neuen Standort Stadt Allendorf besucht. Der stellvertretende Kommandeur hatte mich eingeladen und viele Angehörige „unserer“ DSO haben sich gefreut, dass ich gekommen bin.

Vier Stunden Hinfahrt - drei Stunden dageblieben - in der Nacht noch dreieinhalb Stunden zurück, um am Freitag wieder pünktlich um acht Uhr am Schreibtisch zu sitzen. Das Ganze war kein reines Vergnügen, aber ich bin mit Beifall empfangen worden und viele Angehörige „unserer“ DSO haben mir gesagt, wie sehr sie sich darüber freuen, dass Regensburg mit der DSO auch nach dem Weggang aus der geliebten Garnisonsstadt Verbindung halten möchte.

Zuerst war der hessische Ministerpräsident zum ersten Gästebiwak am neuen Standort angekündigt, dann der Minister für Bundesangelegenheiten, zuletzt kam ein Staatssekretär.

Die Soldaten haben das mit Aufmerksamkeit registriert, vor allem als dieser ausgesprochen hat, was vorher niemand laut auszusprechen gewagt hatte: Dass nämlich der eigentliche Grund für den Umzug der war, dass die hessische Landesregierung auch mal gerne einen Zwei-Sterne-General bei Empfängen begrüßen wollte. Dafür nimmt man dort offenbar gerne in Kauf, dass jetzt viele 350 Kilometer hin und zurück pendeln müssen.

Ein Feldwebel hat mir gesagt, er sei erst sechs Wochen vor der Umsiedlung der DSO nach Regensburg gekommen. Er war also kaum da, als er schon wieder umziehen musste. Und trotzdem haben diese sechs Wochen genügt, um ihn zum Regensburg-Fan werden zu lassen, der seine Verbindung zu Regensburg aufrechterhalten möchte. Und andere haben mir gesagt, wie sehr sie sich gerade jetzt nach Regensburg zurück sehnen. Einige möchten nach ihrer Pensionierung wieder nach Regensburg zurückkehren.

Die DSO hat sich gut am neuen Standort eingelebt und wird sich dort sicher zu Hause fühlen, aber die Soldaten haben Befürchtungen, wie schwer es sein wird, an einem Standort mit 22 000 Einwohnern und wenig kultureller Infrastruktur heimisch zu werden und sich wohl zu fühlen. Ganz abgesehen davon, dass es schwierig sein wird, an diesem Standort die Besten als Nachwuchs für wichtige Positionen zu gewinnen.

Die Kaserne ist noch unfertig, aber die Soldaten sind ordentlich untergebracht. Aber der Kommandeur hat in ungewöhnlicher Deutlichkeit gefordert, dass die Zusagen, die man der Division gemacht hat, hinsichtlich ihrer Unterkünfte auch eingehalten werden. Und er hat das getan, mit dem Hinweis auf die Tatsache, dass die derzeit dringend notwendigen Bauarbeiten nicht durchgeführt werden können, weil die Mittel dafür gesperrt sind. Als wir von der Stadt Regensburg solche Befürchtungen geäußert haben, sind wir als Schwarzmaler von der Ministerialbürokratie abgekanzelt worden. Heute müssen die Soldaten darunter leiden, obwohl sie eigentlich am wenigsten darunter leiden sollten.

Deshalb war es zwar ein schönes Gästebiwak mit schönen Begegnungen, aber auch mit traurigen Erkenntnissen.

Unterschrift OB Hans Schaidinger

Hans Schaidinger

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