Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Ich liebe alte Städte! Das spüre ich jeden Tag, wenn ich das Alte Rathaus betrete, aus dem Fenster meines Arbeitszimmers auf den Rathausplatz und den Kohlenmarkt schaue, wenn ich über die Steinerne Brücke gehe oder wenn ich durch die engen Gassen oder über die Plätze unserer Innenstadt schlendere.
Aber manchmal muss man neue Eindrücke gewinnen, um das, was einem so nah ist, auch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Deshalb nutze ich meinen Urlaub gerne dazu, andere historische Städte zu besuchen.
Meinen Pfingsturlaub habe ich heuer in Frankreich verbracht. Schon lange wollte ich einmal auf dem Pont Valentré in Cahors stehen, einer Steinbrücke aus dem 14. Jahrhundert, deren drei befestigte Türme noch erhalten sind. In der letzten Woche ist es mir gelungen und ich war von diesem „Parallelbauwerk“ unserer „Steinernen“ überwältigt. 1998 wurde die Brücke als Teil des Weltkulturerbes „Jakobsweg in Frankreich“ ausgezeichnet. Ich war auch in Dijon, der historischen Hauptstadt der Region Burgund, berühmt für ihren Senf und wichtiger Handelsplatz für den Burgunderwein. Dort bin ich wie in Regensburg auf Spuren der Römer gestoßen, auf faszinierende mittelalterliche Bauwerke und auf eine intakte historische Altstadt.
Natürlich habe ich immer nach Parallelen zu Regensburg gesucht und ebenso natürlich konstatiert, dass unsere Stadt dem internationalen Vergleich absolut gewachsen ist. Aber das ist es nicht allein, was ich in diesem Jahr aus Frankreich mit nach Hause genommen habe. Es gibt auch konkrete Erkenntnisse, die ich überdenken werde.
So habe ich festgestellt, dass die Verkehrsberuhigung in den historischen Stadtkernen dort in Burgund viel restriktiver gehandhabt wird als bei uns, was beispielsweise in Dijon, das mit rund 150 000 Einwohnern durchaus mit Regensburg zu vergleichen ist, problemlos funktioniert.
Ich habe viele Anregungen mitgebracht, die ich – wie schon in der Vergangenheit – daraufhin überprüfe, ob sie auch in Regensburg sinnvoll umgesetzt werden können.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Hans Schaidinger