|
unsere Stadt Regensburg steht vor einem historischen Ereignis. Unser Ehrenbürger Papst Benedikt XVI. wird vom 11. bis 14. September 2006 in unserer Stadt zu Gast sein. Für uns alle ist dieser erste offizielle Papstbesuch seit dem Mittelalter eine große Freude und Ehre. Zuletzt hielten sich die deutschen Päpste Leo IX. und Viktor II. in den Jahren 1052 bzw. 1056/57 in Regensburg auf. So hat der bevorstehende Besuch des ersten deutschen geistlichen Oberhauptes der Römisch-Katholischen Kirche seit dem Mittelalter für unsere Stadt eine historische Dimension. Vor Benedikt XVI. war Hadrian VI., der 1523 verstarb, der letzte Deutsche auf dem Stuhl Petri.
Regensburg ist für Papst Benedikt XVI. vertraute und langjährige Heimat. Beruflich und privat verbindet ihn vieles mit unserer Stadt. Als Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte lehrte er von 1969 bis 1977 an der Theologischen Fakultät der Universität Regensburg. Von 1976 bis 1977 wirkte er als Vizepräsident der Universität. Persönlich verbindet ihn mit der Ratisbona bis heute der regelmäßige Kontakt mit seinem Bruder, dem ehemaligen Domkapellmeister und Chorleiter der Regensburger Domspatzen Georg Ratzinger, und mit einer Reihe anderer Bekannter und Freunde. In der Stadtrandgemeinde Pentling steht das Haus der Brüder Ratzinger, das für den Primus der römisch-katholischen Weltkirche auch als Oberhaupt des Vatikanstaates Heimat geblieben ist. Seine Eltern Maria und Joseph und seine Schwester Maria liegen auf dem Friedhof St. Josef in Regensburg begraben. Aus all dem wird deutlich, dass Papst Benedikt XVI. privat und beruflich fest mit unserer Stadt verbunden war und ist.
Als Konzilstheologe des Zweiten Vatikanums und als Präfekt der Katholischen Glaubenskongregation setzte er Maßstäbe in Kirche und Welt. Als Joseph Kardinal Ratzinger war er bekannt, beliebt und manchmal auch gefürchtet. An ihm vorbei kam und kommt niemand. Auch als Nachfolger Petri und Bischof von Rom wird er das Zeitgeschehen der heutigen Welt prägen, geistlich und politisch. Dass Regensburg eine Station auf diesem Weg sein wird, macht uns stolz.
Natürlich bedeutet die Zeit des Besuches für unsere Stadt eine enorme Herausforderung. Wir erwarten anlässlich des Gottesdienstes auf dem Islinger Feld am 12. September 2006 einen großen Pilgerstrom. Logistisch wird hier ein Kunstwerk zu vollbringen sein. Deshalb bitte ich Sie, liebe Regensburgerinnen und Regensburger, dieser Herausforderung mit Freude zu begegnen. Für unsere Stadt ist es eine Chance und eine historische Gelegenheit, sich gastfreundlich und großzügig zu zeigen. Die Augen der katholischen Welt, ja, der ganzen Welt, werden in diesen Septembertagen auf Regensburg schauen.
Schon jetzt danke ich Ihnen allen für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung.
Ich wünsche uns allen eine gute Erfahrung mit dem bevorstehenden Besuch Papst Benedikt XVI. in unserer Stadt.

Ihr

Hans Schaidinger
|