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Gemeinsame Erklärung der Initiatoren zur Vorstellung der Untersuchung im Juli 2005

Presseinformation - Gutachter stellen Ergebnis der
Verkehrsuntersuchung Großraum Regensburg vor

Das Verkehrsforschungs- und Beratungsbüro TRANSVER aus München und der Verkehrsgutachter Prof. Dr.-Ing. Harald Kurzak haben im Rahmen eines Spitzengesprächs mit der Bundestagsabgeordneten Maria Eichhorn, Landrat Herbert Mirbeth, Oberbürgermeister Hans Schaidinger, dem Abteilungsleiter Straßen- und Brückenbau in der Obersten Baubehörde in München, Ministerialdirigent Reinhard Entorf und unter Beteiligung des Regierungspräsidenten der Oberpfalz, Herrn Dr. Wolfgang Kunert sowie weiteren Vertretern der Verwaltung das Endergebnis der Verkehrsuntersuchung Großraum Regensburg vorgestellt.

Wesentliche Inhalte der Untersuchung sind die Analyse der Defizite im bestehenden Verkehrsablauf, die Prognose der zu erwartenden Verkehrsentwicklung, die Untersuchung und Bewertung von baulichen und organisatorischen Verbesserungsmaßnahmen jeweils für den Bereich des Individualverkehrs und des öffentlichen Verkehrs sowie daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen.

Die Gutachter kommen in ihrer Defizitanalyse zu dem Ergebnis, dass die verkehrlichen Problembereiche im Raum Regensburg vor allem auf den Autobahnen A 93 und A 3 liegen. Hier kommt es wegen der Überlagerung des überörtlichen Durchgangsverkehrs mit dem städtischen bzw. regionalen Verkehr und der dichten Folge von Anschlussstellen in Spitzenzeiten regelmäßig zu Staus. Die höchsten Verkehrsbelastungen mit bis zu 92.000 Kfz/Tag im durchschnittlichen Werktagsverkehr treten infolge fehlender Alternativrouten für den Donau überquerenden Verkehr auf der A 93 im Bereich der Donaubrücke Pfaffenstein auf. Defizite beim öffentlichen Verkehr ergeben sich in erster Linie dadurch, dass die öffentlichen Verkehrsmittel dem Kfz-Verkehr hinsichtlich der Erreichbarkeit wichtiger Ziele im Stadtgebiet unterlegen sind.

Für das Jahr 2020 prognostizieren die Gutachter eine Verkehrszunahme im Großraum Regensburg von derzeit 732.000 Kfz-Fahrten/Tag auf 810.000 Kfz- Fahrten/Tag. Unter Berücksichtigung dieser Rahmenbedingungen wurden Lösungsansätze untersucht und bewertet, die grundsätzlich im Frage kommen, um der Überlastung des bestehenden Straßennetzes entgegenzuwirken und die Attraktivität der öffentlichen Verkehrsmittel zu steigern.

Wichtiger Untersuchungsgegenstand war der Bau von Autobahnumfahrungen von Regensburg als großräumige Lösungsansätze. Dabei hat sich gezeigt, dass Nordwest- oder Westumfahrungen von Regensburg wegen der erforderlichen Eingriffe in Natur und Landschaft und gleichzeitig nur begrenzter Verkehrswirksamkeit nicht sinnvoll sind. Nordost- oder Ostumfahrungen hingegen wären zwar verkehrlich attraktiv, sind jedoch wegen der enormen Raumwiderstände und der immensen Kosten für die notwendig werdenden Tunnelstrecken aus heutiger Sicht nicht realisierbar.

Vor diesem Hintergrund schlagen die Gutachter folgende kurzfristig bzw. mittel- bis längerfristig zu verwirklichenden Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse im Großraum Regensburg vor:

Kurzfristige Maßnahmen

  • Verkehrsbeeinflussungsanlagen auf der A 93 jeweils im Zulauf auf das Stadtgebiet von Regensburg
  • Einrichtung eines durchgehenden Verflechtungsstreifens auf der A 93 zwischen der Anschlussstelle Regensburg-Süd und dem Autobahnkreuz Regensburg
  • Bau der Sallerner Regenbrücke zur Entlastung der verkehrlich an der Leistungsgrenze liegenden Anschlussstelle Regensburg-Nord
  • Zuflussdosierungsanlagen an ausgewählten Anschlussstellen im Zuge der A 93 zur Optimierung des Verkehrsflusses auf der Autobahn in Spitzenzeiten
  • Sicherung der bestehenden Direktverbindungen im Busverkehr über die Steinerne Brücke durch eine entsprechende Ersatzbrücke
  • Verlegung des Bahn-Haltepunktes Sinzing in die Ortsmitte (bereits in Bau)

Mittel- bis längerfristige Maßnahmen

  • Bau von Parallelbrücken im Bereich Pfaffensteiner Brücke zur Entlastung der Pfaffensteiner Brücke
  • 6-streifiger Ausbau der A 3 im Abschnitt AK Regensburg - AS Rosenhof
  • Ertüchtigung des Autobahnkreuzes Regensburg
  • Bau der städtischen Osttangente bis zur B 16
  • Weiterführung der Osttangente bis zur B 15 nördlich Zeitlarn mit Anbindung an die A 93
  • 6-streifiger Ausbau der A 93 im Abschnitt AS Regensburg-Süd - AK Regensburg
  • Bau der Sinzinger Donaubrücke
  • 4-streifiger Ausbau B 20 und B 85 als flankierende Maßnahme
  • Ertüchtigung des Straßennetzes im südlichen Landkreis Regensburg mit lokaler Bedeutung durch Ausbau der Staatstraße 2329 und kommunaler Maßnahmen (z.B. durch Ortsumfahrungen von Obertraubling, Gebelkofen und Wolkering)
  • Errichtung des Bahn-Haltepunktes Walhallastraße
  • Taktverdichtung auf den nach Regensburg zulaufenden Bahnstrecken
  • Verbesserung des ÖV-Angebotes im Korridor Burgweinting - Landshuter Straße - Regensburg Hbf - D.-Martin-Luther-Str. - Donau-Einkaufszentrum - Konradsiedlung - Wutzlhofen
  • Elektrifizierung der Strecke Hof - Weiden - Regensburg
  • Verbesserungen im überregionalen Schienenverkehr

Die Gesprächsteilnehmer waren sich darüber einig, dass der sich weiter zuspitzenden Verkehrssituation im Großraum Regensburg schnellst möglich entgegengewirkt werden muss. Das von den Gutachtern vorgeschlagene Maßnahmenpaket stellt dazu eine gute Arbeitsgrundlage für die weiteren Schritte der beteiligten Baulastträger dar.

Das Untersuchungsergebnis bezüglich einer großräumigen Autobahnumfahrung von Regensburg wurde von den Gesprächsteilnehmern als ernüchternd aber nachvollziehbar bewertet. Aufgrund der verkehrlichen Effizienz einer großräumigen Umfahrung im Osten sollte allerdings – über den Prognosehorizont hinaus - diese Option offen gehalten werden. Ziel muss es zunächst sein, aus den vorgeschlagenen Verbesserungsmaßnahmen möglichst rasch ein umsetzbares Maßnahmenpaket zu schnüren.

Im nächsten Schritt dazu müssen die Gutachtervorschläge auf ihre technische, finanzielle, planungsrechtliche und zeitliche Realisierbarkeit geprüft werden. Auf dieser Grundlage sollen dann die entsprechenden Beschlüsse gefasst und die erforderlichen Vorhaben auf den Weg gebracht werden.

Regensburg, den 05.07.2005