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Radeln in der Altstadt

Damit Radfahren in der verkehrsberuhigten Altstadt reibungslos möglich ist, gibt es Regelungen für das Miteinander in den beengten Straßenräumen.

Am 19. November 2014 hatte der Stadtrat beschlossen, die Regeln für das Radfahren in der Altstadt zu lockern und zu vereinheitlichen. Die neuen Regeln traten am 1. April 2015 in Kraft und galten zunächst für ein Jahr. Nach der erfolgreichen Probephase hat der Stadtrat mehrheitlich beschlossen, die neuen Regelungen dauerhaft einzuführen.

Was hat sich geändert?

Das Radfahren ist nun in nahezu allen Fußgängerbereichen der Altstadt zugelassen. Ausgenommen ist nur der Bereich rund um die Wurstkuchl.

Außerdem wurden fast alle Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet. Ausnahmen sind dabei die Bereiche, die entweder keine Ausweichmöglichkeiten bieten (z. B. Unter den Schwibbögen) oder wegen der Straßenführung zu gefährlich sind (u. a. Marschallstraße).

Damit die Altstadt von durchfahrenden Radlern entlastet wird und eine sichere Wegeverbindung zwischen dem Stadtwesten und Stadtosten entsteht, ist auch das Radeln im Alleengürtel erlaubt.

Warum wurden die Regeln geändert?

Die bisherigen Regelungen für das Radeln in der Altstadt führten häufig dazu, dass Radler größere Umwege in Kauf nehmen mussten, viele Ziele nicht anfahren konnten oder unkomfortable Strecken befahren mussten. Da für die einzelnen Straßen und Gassen unterschiedliche Vorschriften galten (z.B. Fußgängerzonen mit und ohne Freigabe, Wohnverkehrsstraßen mit und ohne Einbahnregelung, Ortsstraßen mit und ohne Einbahnregelung), wurden die Regeln häufig missachtet oder von Radlern, Fußgängern und Autofahrern fehlinterpretiert.

Wie werden die Bürgerinnen und Bürger informiert?

Unter dem Motto "Respekt bewegt" führte die Verwaltung in der Testphase eine breit angelegte Öffentlichkeitskampagne durch. Sie sollte dazu dienen, die möglichen Konflikte zwischen Fußgängern und Radlern aufzugreifen und für ein vernünftiges Miteinander zu werben. Während der Testphase wurden Erhebungen durchgeführt, um die Veränderungen im Verkehrsgeschehen erfassen und bewerten zu können. Die Kampagne wird auch nach der Testphase fortgeführt.

Regeln für Radfahrer in Regensburg

Übersichtskarte "Radfahren in der Altstadt"

Karte - Radeln in der Altstadt
Zusatzschild "Radfahrer frei"

Verkehrsregelungen

Einbahnstraßen

In vielen Einbahnstraßen ist das Radfahren auch in Gegenrichtung erlaubt. Diese Einbahnstraßen sind mit den Zusatzschildern "Radfahrer frei" und "Radfahrer im Gegenverkehr" beschildert.

Fahren Sie bitte nur in der Gegenrichtung, wenn das ausdrücklich erlaubt ist!

Zusatzschild "Radfahrer im Gegenverkehr"
Schild Wohnverkehrsstraße

Wohnverkehrsstraßen

Wohnverkehrsstraßen sind eine spezielle Regensburger „Erfindung“. Diese Verkehrsregelung ermöglicht es, den unerwünschten Fremdverkehr herauszuhalten und gleichzeitig die Straße für alle die zu öffnen, die ein berechtigtes Interesse haben, hier hineinzufahren. Zudem wird bei dieser Lösung das Radfahren erlaubt. Dabei gilt es folgende Regelungen zu beachten:

  • Radfahren ist erlaubt, die Fahrgeschwindigkeit ist den Verhältnissen anzupassen.
  • Gegebenenfalls müssen Radler auch mal anhalten oder in besonders beengten Situationen absteigen und schieben. 
  • Beim Überqueren der Straße sollten Fußgänger darauf achten, ob Radfahrer von hinten kommen.
  • In Wohnverkehrsstraßen dürfen nur bestimmte Personengruppen mit dem Kfz fahren (Hinweisschild beachten)!
  • Fußgänger und Radfahrer haben Vorrang vor dem Kfz-Verkehr – Schritt fahren!
Schild Fußgängerzone

Fußgängerzonen

Fußgängerzonen sind grundsätzlich den Fußgängern vorbehalten. Seit dem 1. April 2015 ist auch das Radfahren erlaubt. Für den motorisierten Verkehr gibt es nur wenige Ausnahmen, z.B. für den Lieferverkehr, die Altstadtbuslinie oder Pkw, die zu privaten Stellplätzen fahren dürfen.

Grundsätzlich gilt beim Fahren in den Fußgängerzonen Schrittgeschwindigkeit, also etwa 10 km/h. Außerdem sind Vorsicht und Rücksicht oberstes Gebot. Für Radfahrer heißt das unter anderem:

  • Wenn es so eng zugeht, dass mit dem Rad kaum ein Durchkommen ist: absteigen und schieben.
  • Abstand halten, gerade beim Vorbeifahren an Fußgängern als dem schwächsten Glied in der Kette.
  • Jederzeit bremsbereit sein!

Ortsstraßen

Mit Ortsstraßen werden alle anderen Straßen bezeichnet, die nicht den oben genannten Regelungen unterliegen. Hier dürfen Radfahrer natürlich radeln. Dennoch gilt es auch hier einige Regelungen – auch und gerade zur eigenen Sicherheit – zu beachten:

Bushaltestellen

  • An Bushaltestellen haben ein- oder aussteigende Fahrgäste Vorrang.
  • Radfahrer dürfen bei haltenden Bussen nur mit Schrittgeschwindigkeit und mit einem solchen Abstand vorbeifahren, dass eine Gefährdung und Behinderung von Fahrgästen ausgeschlossen ist.
  • Wenn nötig, muss der Radfahrer an einer Haltestelle warten.

Radwegebenutzungspflicht

  • Überall dort, wo blaue Radwegeschilder angebracht sind, müssen Radfahrer diese Wege benutzen und dürfen nur dann auf der Straße radeln, wenn die Benutzung des Radwegs objektiv nicht möglich oder unzumutbar ist (z. B. im Winter, wenn der Radweg mit Schnee überdeckt ist)
  • Dort wo keine blauen Schilder an Radwegen montiert sind, dürfen Radfahrer zwischen dem Radweg und der Straße frei wählen. Diese nicht-benutzungspflichtigen Radwege sind oft in Tempo-30-Zonen zu finden.

Fahrtrichtung / „Geisterradler“

  • Das Radfahren ist grundsätzlich nur auf dem in Fahrtrichtung gesehen rechten Radweg erlaubt. Nur wenn es die Beschilderung ausdrücklich erlaubt, darf in Ausnahmefällen auch der linke Radweg benutzt werden.
  • Die Radwege sind in der Regel für den Begegnungsfall nicht breit genug. Auch rechnen Autofahrer oft nicht mit Radfahrern aus der falschen Richtung. Daher ist das Unfallrisiko beim Radeln auf der falschen Seite um das Siebenfache höher.
  • Zum Eigenschutz aber auch zum Schutz vor Verletzungen anderer, nutzen Sie bitte den Radweg nur in der vorgeschriebenen Richtung, auch wenn damit manchmal Umwege verbunden sind.

Arbeitsgruppe Radverkehr

Seit Anfang 2005 gibt es eine Arbeitsgruppe Radverkehr, die sich aus Mitgliedern der Stadtratsfraktionen, der Stadtverwaltung und der Polizei zusammensetzt. Parteiübergreifend setzt sich die AG für Verbesserungen im Radverkehr ein und bringt sie auf den Weg. Im Dialog mit Interessensverbänden und Fachleuten ringt die AG Radverkehr um optimale Lösungen für Radfahrerinnen und Radfahrer. Ein Ergebnis: Das Radfahren in und durch die Altstadt wurde erleichtert. Dennoch kann noch manches verbessert werden.