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Eröffnung des Christkindlmarktes 2017

Rede von Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer anlässlich der Eröffnung des Christkindlmarktes am 27. November 2017 um 18 Uhr am Balkon Galeria Kaufhof (Neupfarrplatz)

- Es gilt das gesprochene Wort - 

 

Anrede 

Wenn rund um die Neupfarrkirche die kleinen, festlich geschmückten Buden aufgebaut werden, wissen wir alle: jetzt dauert es nicht mehr lange bis Weihnachten. Vor allem die Jüngsten unter uns fangen dann an, die Tage bis zum 24. Dezember zu zählen.

Jetzt, da die Tage immer kälter und kürzer werden, bringen die vielen Lichter hier am Christkindlmarkt unsere Altstadt zum Strahlen. Und mit den Lichtern, den festlich dekorierten Tannenbäumen und Weihnachtsliedern kommt auch eine ganz besondere Stimmung auf, die es zu keiner anderen Zeit im Jahr gibt. Deshalb freue ich mich sehr darüber, dass Sie alle heute hier sind, um diese so besondere Zeit gemeinsam mit mir einzuläuten.

Liebe Regensburgerinnen und Regensburger, ich möchte Sie und auch die Hörerinnen und Hörern aus ganz Ostbayern, die über Radio Charivari bei dieser traditionellen Eröffnung dabei sein können, ganz herzlich begrüßen!

Es ist ein schönes Zeichen, dass heute auf Regensburgs ältestem Christkindlmarkt so viel Menschen erschienen sind. Hier, wo der Duft von Glühwein und Lebkuchen in der Luft liegt. Hier, wo Christbaumschmuck mit den Lichtern um die Wette glänzt. Hier, wo Kinderaugen leuchten.

Nicht nur die einzigartige Atmosphäre macht den Christkindlmarkt so besonders, sondern auch das Beisammensein der Regensburgerinnen und Regensburger. Es gibt keinen schöneren Ort, um sich gemeinsam mit unseren Liebsten auf Weihnachten einzustimmen. Und wie oft haben wir alle nicht schon ganz zufällig Freunde oder alte Bekannte hier getroffen? Auch wegen diesen netten Begegnungen ist der Christkindlmarkt immer einen Besuch wert.

Doch trotz der behaglichen Stimmung ist die „stade Zeit“ für viele von uns gar nicht so „stad“, sondern mitunter ganz schön hektisch. Projekte in der Arbeit sollen noch vor Jahresende abgeschlossen werden, die Feiertage müssen geplant werden und dann sind da natürlich auch noch die Weihnachtsgeschenke. Schließlich wollen wir alle unseren Liebsten eine Freude machen. Aber es ist nicht immer leicht, für jede und jeden das richtige zu finden – und dann gerät der eigentliche Gedanke des Schenkens schnell in den Hintergrund und stattdessen fühlen wir uns gestresst.

Deshalb lohnt es sich gerade in den kommenden Wochen, immer wieder nach Momenten der Ruhe zu suchen. Sei es zuhause auf dem gemütlichen Sofa oder hier auf dem Christkindlmarkt – wo man die Geschenkesuche natürlich auch hervorragend mit einem Glühwein verbinden kann. Nutzen wir diese Momente der Ruhe, um uns darauf zu besinnen, was uns wirklich wichtig ist. Für die meisten von uns bedeutet das vor allem: Zeit mit den Menschen, die uns am nächsten stehen, zu verbringen. Zeit, die man im Alltagsstress vielleicht nicht immer findet. Umso schöner ist es deshalb, wenn wir uns zum „Fest der Liebe“ ganz bewusst diese Zeit nehmen und unseren Liebsten damit zeigen, wie wichtig sie uns sind. Das ist das schönste Geschenk, das wir uns gegenseitig machen können.

Doch wir sollten auch an all jene denken, denen es nicht so gut geht und die nicht bei ihrer Familie und ihren Freunden sein können. Nutzen wir die besinnlichen Momente in der vorweihnachtlichen Zeit auch dafür, uns zu überlegen, wie wir anderen Regensburgerinnen und Regensburgern eine Freude machen können. Vielleicht indem wir Zeit mit einem älteren Nachbarn verbringen, der einsam ist, oder indem wir einen Nachmittag auf die kleinen Kinder von Freunden aufpassen, um diese zu entlasten. Oder dadurch, dass wir Geflüchteten, die hier in Regensburg so weit entfernt von ihrer Familie und ihren Freunden sind, beim Deutschlernen oder bei Behördengängen unterstützen. Eine fremde Sprache zu lernen und sich in einer anderen Kultur zurechtzufinden sind schließlich Prozesse, die Zeit brauchen. Deshalb bedeutet jede helfende Hand für die zu uns gekommenen Menschen Ermutigung, Fürsorge und Mitmenschlichkeit. Die biblische Weihnachtsgeschichte erinnert uns schließlich daran, wie wichtig es ist, Fremde in unserer Mitte aufzunehmen und ihnen zur Seite zu stehen.

Es gibt viele verschiedene Wege, auf denen wir anderen helfen können. Dafür, dass viele von Ihnen, liebe Regensburgerinnen und Regensburger, das bereits so tatkräftig tun, möchte ich ganz herzlich bedanken! Es freut mich wirklich sehr, in einer Stadt zu leben, in der Menschen Tag für Tag so viel Engagement zeigen.

Spätestens wenn sich ab heute wieder die Karussells auf dem Christkindlmarkt drehen, der Geruch unserer Regensburger Knacker mit allem in der Luft liegt und an den Buden Kerzen und Krippen verkauft werden, lassen sich auch alle, die bisher noch nicht in Weihnachtsstimmung waren, mitreißen. Etwas anderes lässt die magische Atmosphäre auf dem Neupfarrplatz gar nicht zu.

Für alle Kinder, die schon sehnsüchtig die Tage, bis das Christkind kommt, zählen, bietet der Christkindlmarkt hoffentlich etwas Ablenkung und sorgt dafür, dass die Zeit des Wartens zumindest ein kleines bisschen schneller vergeht. In ein paar Tagen dürft ihr auch endlich wieder jeden Tag ein Türchen des Adventskalenders öffnen. Die kleine Überraschung, die dann Tag für Tag auf euch wartet, macht das lange Warten etwas spannender.

Ich wünsche Ihnen allen in der Zeit bis zum 24. Dezember viele schöne und entspannte Momente auf unserem Christkindlmarkt. Lassen Sie sich von der wunderbaren Stimmung hier am Neupfarrplatz anstecken.

Liebe Regensburgerinnen und Regensburger, ich wünsche Ihnen eine ruhige und vor allem friedliche Weihnachtszeit.