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Einweihung der Beruflichen Oberschule Regensburg

- Es gilt das gesprochene Wort! -

Rede von Oberbürgermeister Joachim Wolbergs anlässlich der Einweihung der Beruflichen Oberschule Regensburg am 5. April 2016 um 15 Uhr

Anrede

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich sehr, heute mit Ihnen allen gemeinsam die Einweihung der neuen Beruflichen Oberschule feiern zu dürfen und darf Sie alle herzlich willkommen heißen.

Fast vier Jahre nach Planungsbeginn stehen wir nun im fertiggestellten ersten Bauabschnitt der größten Schulbaumaßnahme in der Geschichte Regensburgs. Damals konnten wir die Dimensionen des Projektes nur erahnen und den Entwurf der Gewinner des Realisierungswettbewerbes, die Architekten Schulz & Schulz aus Leipzig, nur im Modell bestaunen. Heute stehen wir in der Schulaula, die Platz für mehrere hundert Personen bietet.

Offiziell ist dieser erste fertige Bauabschnitt gestern in Betrieb gegangen, die Sporthalle kann in drei Wochen in vollem Umfang genutzt werden. Der zweite Bauabschnitt wird gegen Ende Juni fertig sein.

Neben dem ersten Bauabschnitt ist auch das Parkhaus mit 327 Stellplätzen seit gestern nutzbar und sorgt für Flexibilität bei Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern. Die Architekten Dotter + Payer aus Regensburg haben hier ganze Arbeit geleistet. Auf dem Parkhausdach befindet sich eine Photovoltaikanlage, die auf dem neuesten Stand der Technik und höchst wirtschaftlich ist. Der Strom wird direkt der Schule zugeleitet, die Überschüsse werden ins Stromnetz eingespeist.

Die Berufliche Oberschule – dies ist der Sammelbegriff für Fachoberschule und Berufsoberschule –  ist die Schule mit den höchsten Schülerzahlen in Regensburg mit  weiterhin steigender Tendenz. Mit der Errichtung dieses neuen groß angelegten Schulcampus trägt die Stadt Regensburg diesem immer mehr an Attraktivität gewinnenden Schultyp Rechnung. Der Neubau ermöglicht rund 1 400 Schülerinnen und Schülern aus Stadt und Landkreis in 35 Klassen eine zukunftsweisende Ausbildung. 

Der bereits im September 2009 vom Stadtrat beschlossene einhäusige Neubau ist ein sehr wichtiger Faktor für den Bildungsstandort Regensburg. So werden hier die etablierten Bildungseinrichtungen in einem Haus zusammengeführt, was zur Stärkung der einzelnen Fachbereiche und zur besseren Nutzung von Synergieeffekten führt. 

Auch durch die gute Lage im „Inneren Stadtsüden“ und die günstige Verkehrsanbindung bietet die neue Berufliche Oberschule Schülerinnen und Schülern aus der Stadt und dem gesamten Landkreis Regensburg die Möglichkeit, einen Schritt weiter zu gehen und den höchsten Schulabschluss in Deutschland, das Abitur oder die fachgebundene Hochschulreife, zu erreichen. Damit ebnet diese Schule den Weg für ein Studium an der Universität oder einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Gerade für die Wirtschaftsregion Regensburg bedeutet dies beste Rahmenbedingungen für die schulische, universitäre und betriebliche Qualifizierung der Fachkräfte von morgen.

Doch nicht nur die aus der Stadt und dem Landkreis stammenden jungen Menschen finden hier ein neues schulisches Zuhause. An diesem Standort wird es – wie auch schon an den Berufsschulen in Stadt und Landkreis – so genannte Berufsintegrationsklassen für Asylsuchende und Flüchtlinge geben. Diese Klassen ermöglichen die Verknüpfung des Spracherwerbs mit einer Berufsvorbereitung. 

Die Schule fungiert zudem als städtebauliches Bindeglied als Übergang zwischen Wohngebiet und gewerblicher Nutzung und schafft auf dem Gelände der ehemaligen Nibelungenkaserne eine neue urbane Mitte mit großzügigem Freibereich. Die Struktur der entstandenen Gebäude zeichnet die drei Bildungseinrichtungen Technik, Wirtschaft und Sozialwesen entlang der Carl-Maria-von-Weber-Straße nach und folgt der abfallenden Topographie.

Im Hofbereich der Schule erzeugt diese Struktur unterschiedliche Ruhe- und Kommunikationsbereiche, die der natürlichen Modellierung des Geländes folgen. Die campusartige Anlage des neuen Gebäudes ermöglicht über die Freiflächen im Hofbereich der Schule die freie fußläufige Querung des Quartiers. Ein vorgelagerter Platz an der Südseite der Anlage markiert den Eingangsbereich. Hinter der offenen Glasfassade befinden sich die gemeinschaftlich genutzten Flächen wie Bibliothek, Pausenhalle und Mensa. Rechts davon erreicht man über einen gedeckten Weg die Ballsporthalle. Im Anschluss an die Pausenhalle befinden sich halbgeschossig nach unten versetzt, die ersten Klassenräume. Der Küchentrakt wird an die Westfassade gelegt, so dass die Anlieferzone uneingeschränkt ohne Störung des Schulbetriebes funktioniert.

In den Klassentrakten befinden sich immer mit Blickkontakt zu den Außenanlagen die sogenannten „Lerninseln“ oder pädagogische Ausweichflächen. Diese entwurfsbestimmende Raumeinteilung findet sich elf Mal im Gesamtschulgebäude und unterstützt dadurch das pädagogische Lernkonzept.

Der Verwaltungstrakt mit angrenzendem Lehrerzimmer befindet sich im Herzen der Schulanlage im 1. Obergeschoss.

Die Klassen sind im Gebäude je nach Größe und Fachbereich aufgeteilt. Die Fachklassen wie Chemie, Biologie und Physik sind im 3. Obergeschoss untergebracht.

Die Ballsporthalle als Zweifachsporthalle ist um 160 m² größer und um 2 m höher als eine konventionelle Zweifachschulsporthalle.

Damit können die Wünsche der Sportvereine in diesem Stadtteil erfüllt werden, indem die Ballsporthalle eine wettkampftaugliche Fläche und Höhe für Hallenfußball, Basketball, Handball und Volleyball bis zum Bayernliga-Niveau erreicht.

Die Gestaltung des Schulneubaus:

Das Material- und Farbkonzept ist durchgängig funktionell, geradlinig, werthaltig und damit einer zukunftsweisenden Bildungsstätte angemessen. Selbstverständlich wurde die gesamte Schulanlage einschließlich Sporthalle barrierefrei konzipiert. Alle Ebenen sind mit Aufzügen erreichbar.

Der Neubau der Beruflichen Oberschule ist das bisher teuerste Schulbauprojekt in der Geschichte der Stadt Regensburg. Die Gesamtkosten der Schule inkl. Ballsporthalle, Außenanlagen und Freisportanlagen betragen ca.
43 Millionen Euro. Zusammen mit dem gleichzeitig entstehenden Parkhaus mit 327 Stellplätzen auf fünf Parkebenen und einem Kostenansatz von 6,7 Millionen Euro investiert die Stadt Regensburg für die neue Berufliche Oberschule die stolze Summe von 50 Millionen Euro. Rechnet man Grunderwerb, Einrichtung und Möblierung dazu, so reden wir von Kosten von 65 Millionen Euro.

Ich bin überzeugt, dass diese Investition in das Erfolgsmodell der beruflichen Bildung eine notwendige und lohnende Anlage für unsere Zukunft, für unsere Jugend darstellt. Sie ist ein unverzichtbarer Schritt für die Weiterentwicklung der Wirtschaftsregion Regensburg.

Danksagung

Für die Zustimmung zur Planung und Bereitstellung der Mittel danke ich der Regierung der Oberpfalz, im Besonderen für die Zusage zur Gewährung eines höheren Fördersatzes und auch für die unkomplizierte Erteilung der Erlaubnis zum vorzeitigen Baubeginn.

Ich danke besonders dem Architekturbüro Schulz+Schulz aus Leipzig, das für die Planung verantwortlich zeichnet und dem Architekturbüro Eichinger/Welck aus Donaustauf, die vor Ort die Bauabwicklung betreuen.

Für die Freisport- und Außenanlagen zeichnet das Büro r + b Landschaftsarchitekten aus Dresden, die zusammen mit dem Architekturbüro Schulz+Schulz den Architektenwettbewerb gewonnen haben.

Ebenso danke ich dem Ingenieurbüro Dr. Lammel aus Regensburg das für die Tragwerksplanung verantwortlich zeichnet.

Mein Dank richtet sich an die vielen Fachplaner, die den gesamten technischen Bereich projektieren.

  • IB Brundobler, Kelheim – Elektroplanung
  • Ingenieurbüro bhb, Rgbg.
  • Heizungs-/Lüftungs-/Sanitärplanung
  • IB Dr. Holzhauser, Bad Abbach
  • Bodengutachter
  • IB Schönleber, Rgbg. – Bauphysik
  • IB Witzl, Oberasbach – Brandschutz

Bei den ausführenden Firmen möchte ich mich, stellvertretend für die Vielzahl der beauftragten Handwerksbetriebe, bei der Baufirma Ferdinand Tausendpfund bedanken.

Erwähnen möchte ich noch die Firma PST Spezialtiefbau Süd aus Nürnberg die mit 187 Bohrpfählen dafür sorgten, dass unser Gebäude auf sicherem Fels steht.

Mein Dank geht an alle Firmen die bisher für die Realisierung unserer Pläne mit großer Fachkunde und Einsatz zu einer termingerechten Abwicklung beigetragen haben.

An diesem Projekt und seinem guten Gelingen wirken auch eine Vielzahl von Ämtern und Dienststellen mit. Ihnen allen, ganz besonders dem Amt für Hochbau und Gebäudeservice, das für die gesamte Projektleitung und Koordination verantwortlich ist meine Anerkennung.

In diesem Sinne wünsche ich den Bauschaffenden weiterhin ein gutes Gelingen sowie einen zügigen und unfallfreien Verlauf der weiteren Bauarbeiten im zweiten Bauabschnitt und natürlich den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrerinnen und Lehrern einen guten Start und viel Erfolg im neuen Gebäude!

Vielen Dank!